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Theodor Schember
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Hoffmann Ladenbau
Die Hängeleuchten sind nun das auffälligste Designelement -wie Spinnenbeine runden sich ihre Befestigungsstreben von der Decke zur Wand. (Foto: Kinnersley Kent Design)
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Einrichtung  |

Wohliger Grusel, angemessen beleuchtet

1066 wurde der White Tower erbaut und diente Wilhelm dem Eroberer als Wohnsitz. Durchschnittlich besuchen 7.000 Menschen pro Tag den White Tower, 80 Prozent davon sind internationale und 20 Prozent britische Touristen. Im White Tower können auf mehreren Etagen Waffen und Rüstungen besichtigt werden, und die Besucher verlassen die Ausstellung durch den 84 qm großen Gift Shop, der immerhin 370.000 Artikel pro Jahr verkauft.

Die britische Agentur Kinnersley Kent Design zeichnet verantwortlich für den Umbau. Sie legte das alte Mauerwerk frei, optimierte das Ladenlayout, sodass die Kundenströme nun besser geleitet werden und kreierte alle Verkaufsmöbel des Shops neu.

Wichtig war den Gestaltern, für dieses so geschichtsträchtige Ambiente eine starke und atmosphärische Beleuchtung zu finden, die zum einen die Originalarchitektur des historischen Gebäudes, aber natürlich auch die angebotenen Produkte hervorheben sollte. Vor der Neugestaltung war das Licht in einigen Bereichen zu hell und in anderen wiederum zu dunkel, was zu einem unzusammenhängenden Eindruck im Shop führte. Das Licht verschaffte weder der Architektur noch den Produkten Geltung. In den Regalen beleuchteten Halogenlampen die Produkte zu grell, während der mittlere Bereich keine direkte Beleuchtung hatte und wie ein dunkler Korridor wirkte, der mitten durch den Raum verlief und den Shop in zwei Teile trennte.

Leuchten schaffen Atmosphäre

Die drei großen dekorativen Hängeleuchten mit ihren dunklen, runden Schirmen sind nun das auffälligste Designelement in dem Geschenke-Shop. Wie Spinnenbeine runden sich ihre Befestigungsstreben von der Decke zur Wand und unterstreichen so die Form des Deckengewölbes. Diese Lampen erhellen den im neuen Layout breiter gewordenen Mittelgang und verbinden die rechte und die linke Seite mit ihren je drei Alkoven, wo die Warenpräsentation stattfindet. Über den Alkoven hängen die schon vorher bestehenden Ring-Hängeleuchten, die aber einen Meter tiefer abgehängt wurden, um die Atmosphäre angenehmer zu gestalten und die Auslagen optisch besser hervorzuheben.

Die Auslagen am Rand in ihren Verkaufsregalen haben nun eine Hintergrundbeleuchtung mit LED, die ihnen einen „Leuchtrahmen“ verschaffen und sie von vorne und hinten beleuchten. Die Rückwände der Wandpräsenter bestehen aus einem halbtransparenten Metallgewebe, sodass die LED auch die raue Textur der dahinterliegenden Mauern in Szene setzen. Der wohlige Grusel und historische Schauer, den ein Tower-of-London-Besuch mit sich bringt, findet in dem neuen Shop nun einen angemessenen und gediegenen Abschluss.

Foto: Kinnersley Kent Design

Weitere Informationen: redaktion@remove-this.ehi.org