Mit 4,05 Mrd. Paket-, Express- und Kuriersendungen im Jahr 2020 stieg das Sendungsvolumen um 400 Mio. Sendungen und somit um 10,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2019: 3,65 Mrd. Sendungen). Das erste Mal in 20 Jahren verzeichnete die Branche damit einen zweistelligen Zuwachs. Auch der Umsatz wuchs im Jahr 2020 mit +10,5 Prozent im Vergleich zu 2019 knapp zweistellig. Insgesamt erzielte der KEP-Markt einen Umsatz von 23,5 Mrd. Euro (2019: 21,3 Mrd. Euro). Der Durchschnittserlös je Sendung lag bei 5,81 Euro. Vom Gesamtumsatz der Branche entfielen rund 13,9 Mrd. Euro auf einfache Paketsendungen, rund 9,6 Mrd. Euro wurden mit sogenannten Express- und Kuriersendungen erwirtschaftet. Bei Expresssendungen erfolgt die Zustellung der Lieferung in der Regel über Nacht und mit verbindlichen Lieferzeiten, eine Kurier-Sendung wird oft schon am selben Tag geliefert und dabei von einem Kurierdienst mit eigenen Kurieren schnellstmöglich vom Absender zum Empfänger befördert.

Online-Handel pusht B2C-Sendungsvolumen

Im abgelaufenen Jahr waren 85,2 Prozent aller Sendungen des KEP-Gesamtmarktes normale Paketsendungen, 14,8 Prozent waren Express- und Kuriersendungen. Der Anteil der Express-/Kuriersendungen hat sich in den letzten zehn Jahren verringert. Sie sank seit 2010 um 3,9 Prozentpunkte (2010: 18,7 Prozent). Dabei wuchs die absolute Zahl der Express- und Kuriersendungen im selben Zeitraum stetig an, allerdings langsamer als die Zahl der Paketsendungen, die getrieben durch den starken Online-Handel noch höhere Wachstumsraten erzielen konnten. Ein sinkender Anteil der Expresssendungen ergibt sich auch dadurch, dass Expresssendungen aus Kostengründen inzwischen teilweise als normale Paketsendungen verschickt werden.

Besonders kräftig wuchs im Jahr 2020 das Sendungsvolumen im B2C-Segment, das im Vergleich zum Vorjahr um 18,6 Prozent zulegen konnte. Der Anteil des Marktsegments liegt damit inzwischen bei 68 Prozent (2019: 65 Prozent). Der steigende Anteil der B2C-Sendungen liegt vor allem am dynamisch wachsenden E-Commerce-Handel, der durch Corona einen weiteren Schub erhält.

Auf der anderen Seite zeigt sich, dass das B2B-Segment von den Auswirkungen der Pandemie merklich negativ beeinflusst wurde. Die Zahl der B2B-Sendungen sank im vergangenen Jahr um 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insbesondere reduzierte sich die Zahl der B2B-Senudungen aufgrund des Rückgangs der inländischen Produktion in einigen Kundenmärkten der KEP-Dienstleister, wie etwa dem Fahrzeug- und Maschinenbau. Zudem hatte der stationäre Handel mit Umsatzrückgängen aufgrund des Lockdowns zu kämpfen, was sich auch an dieser Stelle negativ auf das Sendungsvolumen auswirkte.

Plus von 8 Prozent erwartet

Für 2021 prognostiziert die KEP-Studie insgesamt rund 320 Mio. weitere Sendungen. Das entspricht einem Plus von ca. 8 Prozent. Bis 2025 rechnet der Bundesverband BIEK mit einem jährlichen Sendungswachstum von 7 Prozent auf 5,68 Milliarden Sendungen. Damit liegt das prognostizierte Wachstum deutlich über dem Trend der letzten Jahre und auch oberhalb der Prognosen zu Beginn der Pandemie. Damals wurde noch ein jährliches Sendungswachstum von rund 4 Prozent vorhergesagt.

Versandhandel in Deutschland: Kennzahlen

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