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Theodor Schember
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Bunter Mantel im „Lamyland“: Das Boxstudio im Londoner Kaufhaus Selfridges kann noch bis zum 25. März besucht werden. (Foto: Selfridges)
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Marketing  |

Voll auf die Zwölf

Das Ganze ist eine Kooperation mit dem Luxus-Boxstudio BXR, das vom britischen Schwergewichtsweltmeister Anthony Joshua 2017 gegründet wurde. Gleich am Tag der Eröffnung hatte eine Schulklasse mit 14-16-jährigen Jungen und Mädchen großen Spaß, und schon am Abend des ersten Tages waren alle Trainingsstunden ausgebucht.

Das Projekt ist Teil einer Marketingkampagne von Selfridges unter dem Motto „Radikaler Luxus“, in der „Fragen zur Bedeutung von Luxus in der Gegenwart und in der Zukunft“ aufgeworfen werden sollen. Für diese Aktion wurde Michèle Lamy gebeten, zu diesem Thema ihre Gedanken zum Ausdruck zu bringen. Die 72-jährige französische Künstlerin, Designerin und Frau des US-amerikanischen Modedesigners Rick Owens ist bekannt für ihre außergewöhnlichen Installationen, die im vergangenen Jahr auf der Biennale in Venedig zu sehen waren.

Kunst und Kommerz

Selfridges hatte Lamy gebeten, den „Cornerstore“ im Erdgeschoss zu gestalten, und so hat die Grande Dame „Lamyland“ geschaffen – für insgesamt drei Monate. Das Boxstudio im Februar ist Teil der Konzeption. Das Boxen ist Michèle Lamys Leidenschaft und steht für sie als Metapher für die Herausforderungen, denen die Menschen im Leben gegenüberstehen, durch die sie sich „durchboxen“ müssen.

Michèle Lamy: 72-jährige französische Künstlerin, Designerin und Frau des US-amerikanischen Modedesigners Rick Owens (Foto: Selfridges)
Michèle Lamy: 72-jährige französische Künstlerin, Designerin und Frau des US-amerikanischen Modedesigners Rick Owens (Foto: Selfridges)

Durch eine faszinierende Schaufenstergestaltung werden die Passanten buchstäblich hineingezogen. In einem Boxring schweben 8 in Größe und Form unterschiedliche, in wunderbaren Farben bemalte Sandsäcke. Im „Cornerstore“ gibt es alles, was das Boxerherz begehrt, von der Trinkflasche über Handschuhe bis zu Schuhen, darunter Kollektionen, die speziell für „Lamyland“ in Zusammenarbeit mit bekannten Namen wie Versace kreiert wurden. Die Boxer-Umhänge waren sofort ausverkauft, die Boxmatten sind ein Renner. Auch Plakate historischer Boxwettkämpfe im New York der 70er-Jahre und Schmuck sind im Angebot.  

Auf der Fläche sind auffällig viele weibliche Kunden anzutreffen. Geschäfte für Boxoutfits gibt es kaum in London, vieles gibt es nur online zu kaufen. Lamy ist Künstlerin und so sind die einzelnen Stücke auch alle als Kunstobjekte zu begreifen, als Sammelobjekte, als Andenken. Es gibt auch einen kleinen Boxring im „Cornerstore“ für Präsentationen, Workshops und Musikveranstaltungen: eine Fusion aus Boxen, Kunst und Mode – und das alles auf der Verkaufsfläche des Einzelhandels. Interessant ist, wie informiert die Verkäufer sind. Sie alle haben Michèle Lamy getroffen, verstehen die Botschaft und sind in der Lage, sie den Kunden zu vermitteln.

Fotos (7): Selfridges

Weitere Informationen: www.selfridges.com