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Theodor Schember
Alles echt: Die Älg-Lodge ist einem skandinavischen Holzhaus nachempfunden – der zünftige Rahmen für Outdoor-Mode und -Ausrüstung. (Foto: Paul Schimweg)
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Neueröffnung  |

Authentisches Storedesign für Outdoor-Mode

Eine lange Schlange vor dem Geschäft, und das trotz Regen. Der Eröffnungstag im September dieses Jahres zerstreute letzte Zweifel: „Gehen die Kunden den Weg in das neue Viertel mit? Wie lange wird die Gewöhnung dauern?“ Diese Fragen hatten Geschäftsführer Sven Haltermann durchaus beschäftigt. Heute resümiert er erleichtert: „Die Resonanz ist ausnahmslos positiv. Die Kunden fühlen sich wohl, das zeigen auch die Umsatzzahlen.“

Vor zehn Jahren hatte Behrens & Haltermann (B&H) sein Itzehoer Stammhaus an das Londoner Immobilien-Unternehmen Edinburgh House, den Eigentümer des angrenzenden Holstein-Centers verkauft – seitdem war B&H „nur“ noch Mieter. „Der Betreiber wollte das Objekt weiterentwickeln, das hat sich aber leider nicht in der gewünschten Weise bewahrheitet“, berichtet Sven Haltermann. 2014 kaufte B&H daher die gut 500 m entfernte ehemalige Hertie-Immobilie, als diese kurz vor der Zwangsversteigerung stand. Der Ankauf basierte zwar auf dem Gedanken, die Attraktivität der Innenstadt zu sichern. Die Option für den eigenen Auftritt hatte das B&H-Führungsteam aber durchaus schon im Blick. Unter dem Namen Stör-Caree nutzte man einen Teil des Areals direkt selbst – für ein Textil-Sortiment unterhalb des angestammten Preisniveaus, zwei kleine Flächen wurden vermietet. Dann lief der eigene Mietvertrag am Ursprungs-Standort aus – und die Zeit war reif für den Umzug.

Neue Sortimentsstruktur

Die neue B&H-Fläche ist ähnlich groß wie die zuvor. Die Sortimente wurden jedoch komplett neu strukturiert, wobei mit Ausnahme der Marken Opus, Mango und Esprit (wo es Altverträge gab), auf die Integration von Originalshops der Lieferanten verzichtet wurde. Die Young-Fashion-Segmente sind nun Teil der Damenmode-Welt im Erdgeschoss bzw. der Menswear-Welt eine Etage höher. Auch die deutlich profiliertere Intersport-Abteilung befindet sich im ersten Stock. Im zweiten folgen Wäsche und Strümpfe, Kindermode, Spielwaren sowie Lifestyle & Living. „Die Frequenzen beflügeln sich gegenseitig“, freut sich Sven Haltermann, dass die Zusammenstellung geglückt ist.

Das Café „La Donna Due“ auf der Verkaufsfläche mit echtholzverkleideten Rückwänden (Foto: Paul Schimweg)
Das Café „La Donna Due“ auf der Verkaufsfläche mit echtholzverkleideten Rückwänden (Foto: Paul Schimweg)

MAI Messerschmid Architekten und Innenarchitekten aus Stuttgart zeichnen für die gesamte Planung verantwortlich, Tenbrink Ladeneinrichtungen aus Stadtlohn übernahmen die Produktion und Montage des Interieurs inklusive Teilen der Trockenbau-, Maler- und Tapezierarbeiten. Auch wenn lange Vorbereitungen vorausgingen, die eigentliche Umbauzeit von Anfang Juli bis Anfang September war knapp kalkuliert und eine Herausforderung für alle Beteiligten, zu denen auch D&L Lichtplanung aus Menden gehört. Während in den oberen Stockwerken bereits Regale eingeräumt wurden, wurden sie weiter unten erst montiert. Auch die Schließung des alten Hauses und die Eröffnung des neuen Hauses vollzogen sich nahezu übergangslos.

„Unsere Mitarbeiter sind unser großer Trumpf, dank ihnen hat B&H eine starke Kundenbindung“, ist Sven Haltermann bewusst. Daher sollte auch der neue Auftritt einladend und persönlich gestaltet werden. Zugunsten hoher Authentizität wurden natürliche Materialien eingesetzt, wo immer dies möglich war. „Echt und anfassbar“ lautete die Vorgabe. So finden sich in der Damen-Hosenabteilung rohe Holzverkleidungen an den raumhohen Wänden. Den Übergang zwischen Hosen- und Jacken-Bereich bildet eine Holz-Lamellendecke, die nahtlos an die holzverschalten Rückwände anschließt. Die Rückwände im Segment Young Fashion sind überwiegend geklinkert – und sehen nicht via Fototapete nur so aus. Der Sneaker-Präsentation dient eine echte Betonwand, aus der einzelne Klinkersteine für die Schuhablage herausragen.

Hohe Authentizität

Das wohl augenfälligste Highlight offenbart sich im ersten Obergeschoss: In einem skandinavischen Holzhaus, der Älg-Lodge, werden Outdoor-Mode und -Ausrüstung präsentiert. Ebenfalls auf dieser Etage: das Café „ La Donna Due“, das von einer Pächterin betrieben wird. Hier lassen sich echtholzverkleidete Rückwände mit Fachböden aus rohem Stahl, eine geflieste Bartheke und eine original italienische Kaffeemaschine sehen. Im zweiten Obergeschoss sind die geräumigen Umkleidekabinen hervorzuheben, deren Wände teilweise mit einem lederartigen Stoff gepolstert sind. Lounge-ähnliche Sitzmöglichkeiten, Bedienungsruftasten und unterschiedlich einstellbare Lichtszenarien zählen zur weiteren Ausstattung.

Durchgängig kommt im ganzen Haus LED-Beleuchtung zum Einsatz. „Die Wattbelastung liegt unter 13 Watt pro Quadratmeter. Außerdem wurden neueste BBL-LED-Chips verbaut, die warmtonig sind und dennoch reinweiß darstellen. Das führt dazu, dass das Licht als sehr brillant wahrgenommen wird“, sagt Jörg Wallmeier, Geschäftsführer von D&L Lichtplanung. Die Lagerbereiche werden energiesparend nach Anwesenheit gesteuert. Grundsätzlich befand sich die Gebäudetechnik in einem guten Zustand, so dass in dieser Hinsicht kaum investiert werden musste. Musik- und Videotechnik sowie freies Wlan zählen zu den Neuerungen.

Fotos (8): Paul Schimweg

Weitere Informationen: redaktion@ehi.org

Behrens & Haltermann, Itzehoe