SB-Checkouts: Das Angebot wächst | stores+shops

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Immer mehr Geschäfte bieten die Möglichkeit zum Self-Checkout
Foto: AdobeStock

SB-Checkouts: Das Angebot wächst

Die aktuelle EHI-Marktanalyse zur Verbreitung von Self-Checkout-Systemen zeigt: Knapp 1.000 Geschäfte bieten heute ihren Kunden die Möglichkeit, den Scan- und Bezahlvorgang selbst in die Hand zu nehmen, stationär an der Kasse oder mobil am Regal – primär als Kundenservice, um Wartezeiten zu verkürzen.

Die EHI Self-Checkout Initiative verfolgt u.a. das Ziel, aktuelle Marktübersichten von existierenden Self-Checkout- und Self-Scanning- Systemen in Deutschland zu erstellen. Nicht berücksichtigt werden reine Self-Payment-Systeme, also Automaten, an denen Kunden ausschließlich den Bezahlvorgang, nicht aber den Registriervorgang selbst durchführen.

Die aktuelle EHI-Markterhebung mit Stand August 2019 zum Einsatz von Self-Checkout-Systemen und Self-Scanning- Systemen in Deutschland dokumentiert, dass mittlerweile in 903 Geschäften stationäre Self-Checkout-Kassen genutzt werden können und in 96 Geschäften das Self-Scanning angeboten wird, entweder mittels Handscanner oder per App mittels Smartphone. Dabei bieten einige Geschäfte ihren Kunden gleich mehrere Variationen des Self-Checkouts an. Es wurden in der Untersuchung ausschließlich Installationen berücksichtigt, die auf Dauer angelegt sind. Daher blieben einige wenige Geschäfte, die als Pilot- oder Testmärkte eingestuft wurden, bei der Zählung unberücksichtigt.

Im Vergleich zum Stand August 2017 hat sich die Zahl der Einzelhandelsgeschäfte mit stationären Self-Checkout-Systemen in den letzten zwei Jahren in Deutschland um rd. 85 Prozent und mit mobilen Self-Scanning- Systemen um ganze 134 Prozent erhöht. Das EHI rechnet mit weiterem Wachstum in diesem Bereich. So werden bis zum Jahresende 2019 knapp 1.000 Geschäfte ihren Kunden stationäre SB-Kassen anbieten. Auch ein mobiles Self-Scanning wird dann in über 100 Geschäften möglich sein.

Erfolgsfaktor Bezahlung

Der Anteil der Geschäfte im Lebensmitteleinzelhandel mit Barzahlungsmodulen an SCO-Kassen ist in den letzten 2 Jahren zwar leicht rückläufig, dennoch können Händler nicht darauf verzichten, da kleine Einkäufe immer noch oft bar bezahlt werden. Immerhin akzeptieren 88 Prozent der Lebensmittelhändler den Kundenwunsch und bieten SB-Kassen mit Barzahlungsmodulen an, obwohl dies höhere Investitionskosten erfordert. Hinzu kommt eine höhere Wartungsintensität als bei reinen Kartenzahlungsautomaten, weil Cash-Systeme störanfälliger sind. Auf den Gesamtmarkt bezogen, können Kunden in 85 Prozent der Geschäfte mit SB-Kassen ihre Einkäufe in bar bezahlen. Erfahrungsgemäß sinkt die Nutzungsrate, wenn die bare Barzahloption nicht angeboten wird.

Beim mobilen Self-Scanning hat der Kunde fast immer die Möglichkeit, den Einkauf an einer bedienten Kasse bar zu bezahlen, unabhängig davon, ob die Bezahlstation über ein Barzahlungsmodul verfügt oder nicht.

Rund zwei Drittel aller Geschäfte mit SB-Kassen sind im Lebensmitteleinzelhandel zu finden, da dieser sich offensichtlich aufgrund der Kundenstruktur, der Kundenfrequenz und der Einkaufskorbgrößen am besten für diese Art des Self-Checkout eignet und sich hier am ehesten Vorteile für die Kunden bieten.

Bei den installierten Self-Checkout- Systemen in den 903 Märkten kommen derzeit insgesamt rd. 4.760 SB-Kassen zum Einsatz. Die meisten Kassen stehen den Kunden nach wie vor in den Ikea-Möbelhäusern zur Verfügung. Im Kassen-Ranking folgen dann die Edeka-Gruppe, Kaufland, die Rewe-Gruppe und Real.

„Self-Checkout wird als Kundenservice verstanden, primär um Wartezeiten zu verkürzen.“

Frank Horst

Leiter Forschungsbereich Inventurdifferenzen und Sicherheit, EHI Retail Institute

Stationäre SB-Kassen

In der Edeka-Gruppe befinden sich derzeit etwas mehr als 200 Märkte mit stationären SB-Kassen. Aber auch die Anzahl der Märkte bei Kaufland und der Rewe-Gruppe mit diesen Angeboten hat schon die 100-Marke deutlich überschritten. Eine nennenswerte Anzahl findet sich darüber hinaus noch bei den Real-Märkten, bei Netto und Famila- Nord. Außerhalb des Lebensmittelsektors sind SB-Kassen vor allem bei Ikea, Decathlon und in den Bauhaus-Baumärkten sowie bei Hornbach zu finden. Mit Ausnahme von Ikea, Decathlon, Netto und einigen wenigen selbstständigen Unternehmen bieten fast alle Geschäfte ihren Kunden die Barzahlungsmöglichkeit am Self-Checkout an.

Für die meisten Verbraucher stellt allerdings nach wie vor die insgesamt betrachtet immer noch geringe Verbreitung von SB-Kassen eine Nutzungshürde dar. Im klassischen Lebensmitteleinzelhandel gibt es derzeit knapp 600 Märkte, die typischerweise jeweils 4 oder mehr Self- Checkout-Kassen einsetzen. Damit haben Märkte mit SB-Kassen derzeit immer noch einen Marktanteil von deutlich unter 2 Prozent.

Setzt man die im Lebensmittelhandel im Einsatz befindlichen rd. 2.540 SCO-Kassen in Relation zu den circa 235.000 herkömmlichen Kassen, so wird schnell deutlich, dass die SB-Systeme noch eine untergeordnete Rolle spielen. Jedoch ist auch zu berücksichtigen, dass nicht jedes Lebensmittelgeschäft und jeder Standort für SB-Kassen geeignet ist.

Gewichtskontrolle ist ein probates Mittel, um fehlerhafte Registrierungen zu vermeiden. Dabei wird der eingepackte Artikel mit einer Waage unter der Einpackstation gewogen und das ermittelte Gewicht mit dem verglichen, das für den gescannten Artikel in einer Datenbank hinterlegt ist. Im LEH sind nach wie vor über 80 Prozent der SB-Kassen mit dieser Technologie ausgestattet, außerhalb des LEH findet die Gewichtskontrolle nahezu keine Anwendung.

Mobiles Self-Scanning

Zu den Self-Scanning- Pionieren gehört seit 2010 das Unternehmen Feneberg mit seinen 15 Märkten. Zum Stand August 2019 bietet jedoch das Unternehmen Globus SB-Warenhaus bereits in rd. 35 Häusern sein „Scan & Go“-System an und plant, Self-Scanning auch an weiteren Standorten einzuführen. Weitere Installationen dieser optionalen Einkaufsmöglichkeit finden sich bei Tegut sowie bei vorwiegend selbstständigen Einzelhandelspartnern der Edeka-Südwest und Edeka-Nordbayern. Außerhalb des Lebensmitteleinzelhandels finden sich Self-Scanning-Angebote auch in Globus-Baumärkten. Typischerweise stehen in diesen Märkten jeweils mindestens 50 bis 200 Handscanner für den Kundeneinsatz zur Verfügung.

Das Fazit: Zwar steckt Deutschland im internationalen Vergleich immer noch in den Kinderschuhen in Sachen SB-Kassen, aber das Marktangebot wächst stetig. Die gute Kundenakzeptanz von Self-Checkoutund Self-Scanning-Systemen wird sicher dazu führen, dass in naher Zukunft weitere Unternehmen trotz der höheren Investitionskosten ihren Kunden diesen Service anbieten werden. Es ist auch festzustellen, dass innerhalb der letzten zwei Jahre das Spektrum der Unternehmen, die sich intensiv mit den eigenen Einsatzmöglichkeiten auseinandersetzen, weiter zugenommen hat. Neben einer kontinuierlichen Zunahme im LEH könnte ein entscheidender Impuls in naher Zukunft durch Drogerie- und Discountunternehmen gesetzt werden, einerseits durch eine Ausweitung des Angebots in den schon aktiven Unternehmen, andererseits auch durch weitere Unternehmen dieser Sektoren, wenn sie mit ersten Installationen starten sollten.

Weitere Informationen: Frank Horst/horst@ehi.org

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