Ladendiebstahl: Organisierte Banden im Visier | stores+shops

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Auch Modeläden sind vom Diebstahl betroffen.

Ladendiebstahl: Organisierte Banden im Visier

Betroffene Handelsunternehmer sind frustriert: Ladendiebstahl wird kaum ernsthaft verfolgt, die Aufklärungsquote ist verschwindend gering, laufende Verfahren werden häufig schnell eingestellt, und Strafen schrecken nicht wirklich ab. Der HDE will die Politik zum Handeln bewegen. 

Wenn in Hamburg und Umgebung große Flohmärkte anstehen, häufen sich auch die organisierten Diebstähle im Einzelhandel. „Dann werden ganze Regale von mehreren Kriminellen in Sekundenschnelle abgeräumt“, berichtet Cord Wöhlke, Chef der Hamburger Drogeriemarktkette Budnikowsky. Den jährlichen Schaden für sein Unternehmen durch Ladendiebstahl beziffert Wöhlke auf mehr als 2 Millionen Euro. Er fordert u. a. die Einrichtung von polizeilichen Sonderkommissionen, um Diebstahl effektiver bekämpfen zu können.

Ladendiebstahl: Hohe Dunkelziffer 

Diese Forderung würden wohl alle Händler unterschreiben. Denn speziell der organisierte Diebstahl ist das Problem, er nimmt rapide zu. Im Jahr 2013 registrierte die polizeiliche Kriminalstatistik knapp 17.400 Fälle, im Jahr 2017 waren es 21.000 Fälle – ein Anstieg von 20,8 Prozent. Baumärkte, Drogeriemärkte, Lebensmittelhändler, Kauf- und Warenhäuser sind besonders betroffen. Die Statistik weist naturgemäß lediglich die zur Anzeige gebrachten Fälle aus.

Die Dunkelziffer liegt laut HDE-Schätzung bei 98 Prozent, jährlich rund 17,5 Millionen Fälle von Ladendiebstahl bleiben danach unentdeckt bzw. werden nicht angezeigt. „Die Händler sind frustriert und gehen davon aus, dass Anzeigen nichts bringen außer zeitlichem und bürokratischem Aufwand“, sagt Dr. Peter Schröder, Rechtsanwalt und Bereichsleiter Recht & Verbraucherpolitik im Hauptverband des Deutschen Einzelhandels. Durch verstärkte Lobbyarbeit, durch Gespräche mit Politikern und Abgeordneten, Polizei und Justiz will sich der HDE für Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen stark machen.

HDE -Justiziar Schröder plädiert unter anderem dafür, die Mindeststrafe bei schweren Delikten anzuheben, um dadurch die Abschreckungswirkung zu erhöhen. Parallel dazu sollten aus seiner Sicht die Hürden für die Anordnung von Untersuchungshaft gesenkt sowie die Möglichkeiten zur schnellen Beendigung von Ermittlungsverfahren reduziert werden. „Verfahrenseinstellungen sollten nur mit richterlicher Zustimmung erlaubt sein“, so Schröder.

Vernetzung zwischen den Behörden vorantreiben

Der HDE-Experte weiß aber auch, dass „beste Gesetze nichts bringen, wenn sie von den Strafverfolgungsbehörden nicht umgesetzt werden können.“ In Übereinstimmung mit der Polizei, der Gewerkschaft der Polizei, dem Deutschen Richterbund und anderen Institutionen fordert der HDE daher, die Ermittlungsbehörden personell und technisch besser auszustatten sowie Bundesländer-übergreifend die Vernetzung und den Datenaustausch zwischen den Behörden voranzutreiben.

Über aktuelle Entwicklungen und über seine eigenen Aktivitäten berichtet der HDE auf einer eigens hierfür eingerichteten Website unter www.stopladendiebstahl.de. „Wir haben politisch dicke Bretter zu bohren, hoffen jedoch, noch in dieser Legislaturperiode erste Erfolge unserer Initiative vermelden zu können“, so Dr. Peter Schröder. 

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