
Das „Future Clear Transparent“ von Bonami besteht aus 100 Prozent recycelbarem Bonplast und verfügt über ein Magnetsystem für einfaches Handling
Foto: Bonami
Bonami aus Belgien setzt auf „Bonplast“, ein modernes, bruchfestes Mono-Material aus PC/PP, das zu 100 Prozent recycelbar, extrem leicht und bereits durchgefärbt ist, sodass keine Lackierungen mehr erforderlich sind. Überschüssiges Material bei der Produktion wird weiterverwertet zu unzerbrechlichen, leichtgewichtigen Kleiderbügeln mit individueller Farbgebung. Angelina, ein Produzent aus Griechenland, verwendet weiches PU mit biobasierten Anteilen, kombiniert mit Oeko-Tex-zertifizierter Baumwollbespannung und Metallrahmen. Der belgische Anbieter Best Mannequins arbeitet mit bio-basierten Harzen, recycelten Kunststoffen wie ABS, PP, PS und PLA und entwickelt auch kompostierbare Figuren sowie nachhaltige Kleiderbügel aus Weizenstroh. IDW aus Litauen setzt auf 100 Prozent recycelbares Polystyrol aus Rezyklat, arbeitet mit erneuerbaren Energien und einem strengen CO2-Management.
Die Figurenanbieter Genesis und Kesslers präsentieren mit „EcoForm“ Materialien, die vollständig recycelbar und biologisch abbaubar sind und dabei bis zu 97 Prozent weniger CO2 ausstoßen als Fiberglas. Hans Boodt Mannequins aus den Niederlanden betont mit seiner „Radiant“-Kollektion Bewegung und Ästhetik. Die Mannequins verfügen über ausdrucksstarke Arme und elegante Holzhandmodelle und erlauben so lebendige, natürliche Inszenierungen. Ergänzt wird das Sortiment um transparente, 3D-gedruckte Torsos, die minimalistische und moderne Präsentationen ermöglichen und sich flexibel an verschiedene Markenidentitäten anpassen lassen.

„Comme des Garcons“ von Moch Figuren: Eine avantgardistische, minimalistische Formensprache passt sich der exzentrischen Mode an
Foto: Moch Figuren
Kreislaufdenken und Services
Das Thema Kreislaufwirtschaft beeinflusst zunehmend auch das Serviceangebot der Hersteller. Moch Figuren aus Köln bietet einen eigenen Renovierungsservice an, der aus gebrauchten Figuren nahezu neuwertige Produkte fertigt – ein deutliches Signal gegen den Wegwerf-Trend. Bonami, Best Mannequins, IDW und Genesis bieten umfangreiche Reparaturen, Nachlackierungen, schnellen Ersatzteilservice sowie detaillierte Recycling-Guides und Rücklaufoptionen für alte Figuren. Best Mannequins wirbt mit technischer Dokumentation, Ersatzteillieferung innerhalb von 24 Stunden und kostengünstigen Reparaturen, die den Lebenszyklus der Mannequins deutlich verlängern sollen. Mietmodelle für saisonale Events, Pop-ups oder Messen geben den Aufstellern Flexibilität und fördern nachhaltige Nutzungskonzepte.
Modularität und bewegte Körper
Modulare Bauweise und lebendig wirkende Posen sind gefragter denn je. Bonami setzt auf austauschbare Köpfe, Arme und Gesichter, sodass der Grundkörper über Jahre mit zeitgemäßen Details schrittweise erneuert werden kann. Best Mannequins bietet mit seinen „E-Motion“ und „Mirror Mirror“-Kollektionen dreh- und verstellbare Gelenke an Hals, Oberkörper, Armen und Beinen an. Diese Eigenschaften ermöglichen die natürliche Veränderung von Posen – ganz ohne technische Motorik. Angelinas Figuren aus Soft-PU mit biegsamem Metallskelett halten jede Pose dauerhaft und eignen sich daher gut für museale Darstellungen, Theater und Folklore-Ausstellungen. IDW kombiniert artikulierte Taillen- und Kopfbereiche, die insbesondere im Sport- oder Outdoorbereich dynamische Posen ohne Elektronik erlauben. Mit der „Radiant“- Kollektion demonstriert der niederländische Hersteller Hans Boodt Mannequins, wie sich funktionale Flexibilität und ästhetische Raffinesse verbinden lassen. Die neuen Modelle eröffnen vielseitige Möglichkeiten für innovative, visuell prägnante und lebendige Shop-Inszenierungen.

Inklusiv und divers gibt sich die „Prosthetic Mannequins“-Kollektion von Figurenhersteller Best Mannequins
Foto: Best Mannequins
Diversität und Körperbilder
Der gesellschaftliche Wandel findet klare Entsprechung im Portfolio der Modelle. Moch ersetzt die gesichtslosen Massenfiguren durch naturalistische Köpfe und originalgetreue Typen, um aktuelle Modetrends und gesellschaftliche Vielfalt besser widerzuspiegeln. Best Mannequins erweitert sein Angebot von Konfektionsgrößen zwischen 36 und 46 inklusive Kinderund Teen-Modellen, Figuren mit Prothesen, im Rollstuhl sowie Transgender-Mannequins für Luxusmarken. IDW betont mit seiner „Inclusives“-Serie Körperpositivität und Vielfalt bei den Hauttönen. Die Hersteller reagieren auf eine wachsende Nachfrage nach subtil realistischen Köpfen mit zarten Details, expressiven Gesichtszügen und Skulptur- Haaren, speziell für die anspruchsvolle Generation Z. Ein Beispiel ist hier die „NXT“-Kollektion von Best Mannequins.
Digital und Emotional
Die Nutzung digitaler Technologien hat sich auch bei der Herstellung von Display-Mannequins längst durchgesetzt. 3D-Software wie „ZBrush“, 3D-Scanning und 3D-Druck beschleunigen die Fertigungsprozesse und ermöglichen virtuelles Prototyping oder VR-Visualisierung zur Abstimmung mit den Handelskunden. Dennoch ist die Nachfrage nach vollständig vernetzten, sensorbestückten oder motorisch bewegten Mannequins vor allem aus Kostengründen gering. Stattdessen vertrauen Hersteller auf analoge Intelligenz mit emotionaler Ausstrahlung: flexibel gestaltete Körper, skulpturale Frisuren und fein strukturierte Oberflächen – von rohem Rezyklat bis zu samtbezogenen Büsten. Auch mit Naturleinen bezogene Modelle knüpfen an die Tradition der Haute Couture an.
Die neue Generation von Mannequins ermöglicht mit Nachhaltigkeit, Handwerk und Hightech ein ausdrucksstarkes Storytelling. Schaufenster werden zu Bühnen, in denen Figuren nicht nur Mode präsentieren, sondern auch Haltung zeigen und Identität transportieren – eine neue Ära im visuellen Merchandising.

