Für den Lichtdesign-Preis konnten über insgesamt zehn Preiskategorien hinweg nur Konzepte eingereicht werden, die Ende September 2012 fertiggestellt waren, damit der unabhängigen Jury in der dunklen Jahreszeit genug Zeit blieb, alle Beleuchtungslösungen unter die Lupe nehmen zu können. Dabei wurde schnell klar, dass die Qualität der Entwürfe erneut gesteigert wurde und das Feld der Bewerber dichter geworden ist. „Wir prüfen zum Beispiel, ob die Bewerbungsfotos mit dem realen Eindruck übereinstimmen und diskutieren, ob der Lichtplaner seine Aufgabe auch anders beziehungsweise noch besser hätte lösen können, unterstreicht Jurymitglied Markus Helle.

In der Kategorie „Shopbeleuchtung wurden nach diesen Kriterien folgende Konzepte nominiert:

Shopping-Mall Sevens, Düsseldorf

Nominiertes Sevens-Center: Steh-, Decken- und Pendelleuchten sorgen für eine behagliche Einkaufsatmosphäre.

Nominiertes Sevens-Center: Steh-, Decken- und Pendelleuchten sorgen für eine behagliche Einkaufsatmosphäre.

Das Planungsbüro RKW Architektur und Städtebau baute die vor zwölf Jahren eröffnete Shopping-Mall „Sevens“ an der Königsallee in Düsseldorf um. Seit November 2011 verleiht dem Food-Court im Erdgeschoss nun das Lichtkonzept von Kardorff Ingenieure Lichtplanung durch die Projektleuchten-Familie „Galanthus“ mit organisch geformten Steh-, Decken- und Pendelleuchten eine behagliche Atmosphäre. Dabei steht das warm-weiße Licht der Leuchten im Kontrast zum eher kühleren Licht des Atriums.

Beim Blick von oben auf den Leuchtenschirm spiegelt sich darin die gesamte Mall und die darunter verborgene Farbigkeit wird ausgeblendet, wodurch ein einheitlicher Raumeindruck entsteht. Die Leuchten-Unterseite wurde in der Farbigkeit individuell an die Corporate Identity der Mieter angepasst. Die Farben der Lampenschirme changieren von rot-gelb bis grün-blau. Das Center verbindet auf sieben Ebenen mehr als 15.000 qm attraktive Einkaufsmöglichkeiten mit ausgezeichneten Gastronomieangeboten.

FC Bayern Erlebniswelt, München

Im Nordosten von München in der Allianz-Arena gelegen, heißt die FC Bayern Erlebnisweit Fans aus aller Welt willkommen. Dort werden Besucher auf einer Ausstellungsfläche von ca. 3.000 qm mittels modernster Beleuchtungs-, Audio- und Videotechnik in den Bann des Vereins gezogen.

Nominierte FC Bayern Erlebniswelt: Hier kann man als Gast die Seiten wechseln, seinen Stars in Originalgröße gegenüberstehen und in einer nachgestellten Arena Stadionatmosphäre spüren.

Nominierte FC Bayern Erlebniswelt: Hier kann man als Gast die Seiten wechseln, seinen Stars in Originalgröße gegenüberstehen und in einer nachgestellten Arena Stadionatmosphäre spüren.

Auf der Basis eines Lichtkonzeptes des Planungsbüros Ulrike Brandi Licht GmbH ist es den Ausstellungsarchitekten Ranger Design, in Kooperation mit Osram und Wilhelm & Willhalm GmbH, gelungen, Gäste durch ausgeklügelte Technik und Inszenierung von mehr als 400 Exponaten durch eine emotionale Reise von 112 Jahren Fußballgeschichte zu schicken. Lichtlinien führen durch einen Zeittunnel. Beginnend mit der Gegenwart reisen Besucher in die Vergangenheit bis zur Gründung des Vereins. Das sich verändernde Licht lässt die Freude, Trauer und Ergriffenheit, die der FC Bayern bei seinen Fans auslöste, hautnah nachempfinden.

A10 Center, Wildau (nahe Berlin)

Sieger A 10 Center: Wandfluter illuminieren die grafisch gestalteten Oberflächen im Eingangsbereich. Uplights beleuchten die abgependelten Deckenfelder in den Atrien.

Sieger A 10 Center: Wandfluter illuminieren die grafisch gestalteten Oberflächen im Eingangsbereich. Uplights beleuchten die abgependelten Deckenfelder in den Atrien.

Blickfang im neuen „A10 Center“ ist die elliptische Eingangshalle, die mit markanten Oberlichtern eingefasst ist. Die insgesamt 5.000 Quadratmeter Wandfläche mit ihren aufwendig gestalteten Grafiktapeten sowie die 155 Meter lange Ellipse behandelten Thomas Müller und Sybille Herbert von der Lichtvision Design & Engineering GmbH wie Ausstellungsflächen und setzten sie wortwörtlich in ein „gutes Licht“.

Das Wechselspiel aus hohen tageslichtdurchfluteten Atrien und Zwischenbereichen mit niedrigeren Deckenhöhen ist charakteristisch für den dreieckigen Grundriss des A10 Centers. Alle Downlights wurden mit je zwei Halogenmetalldampflampen unterschiedlicher Lichtfarbe bestückt (Warmweiß und Neutralweiß), wobei tagsüber beide Leuchtmittel zum Einsatz kommen. In den Dunkelstunden hingegen wird lediglich die warmweiße Lichtfarbe verwendet, um das Beleuchtungsniveau abzusenken und eine wärmere Atmosphäre zu schaffen. Die dynamischen Farblichtszenen wurden aufwendig auf die verwendeten Materialien und unterschiedlichen Oberflächen abgestimmt.

Nach der Vorstellung der Nominierten warteten etwa 350 Personen der gesamten Lichtplaner-Szene aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gebannt, welche Preisträger die Laudatoren der Sponsoren Osram, Philips, Sylvania, Zumtobel und GE Lighting beglückwünschen würden.

Die Auszeichnung in der Kategorie „Shopbeleuchtung“ übernahm Co Braber, Geschäftsführer der Havells Sylvania Germany GmbH, mit den Worten: „In einem Fall ist das Licht perfekt auf den Einsatzort abgestimmt, sodass dem Projekt auch ein Entertainment-Faktor inne wohnt.“ Gemeint ist damit das „A10 Center“, das mit dem Deutschen Lichtdesign-Preis 2013 gewürdigt wurde.

Bemerkenswert erschien der Jury (Burkhard Fröhlich, Markus Helle, Prof. Dr. Thomas Römhild, Prof. Dr. Paul Schmits und Dr. Jürgen Waldorf) an der im Einkaufscenter eingesetzten Lichtlösung, dass durch den darin stattfindenden Dialog zwischen Tageslicht und Kunstlicht die farbenfrohen Oberflächen besonders hervorgehoben werden. Realisiert wurden die dynamischen Farbwechsel mit RGB-LEDs und die Lichtszenen wurden derart programmiert, dass Kunden während des Besuchs sich ändernde Farberfahrungen wahrnehmen, ohne von den Angeboten der Ladenfronten zu sehr abgelenkt zu werden. Die geschickte Kombination aus gerichteter Beleuchtung, reflektierendem Tageslicht und künstlicher Beleuchtung gab letztlich den Ausschlag dafür, dass das A 10 Center gegenüber den anderen Projekten eine Nasenlänge Vorsprung hatte.

Als „Lichtdesigner des Jahres“, der höchsten Auszeichnung des jährlichen Wettbewerbs, wurde das Berliner Büro Kardorff Ingenieure Lichtplanung geehrt. Das international tätige Büro ging außerdem mit dem Beleuchtungskonzept für das Geschäftshaus F40 in Berlin-Mitte als Gewinner in der Kategorie „Außenbeleuchtung / Anstrahlung“ hervor. Das von Prof. Volker von Kardorff (Dipl.-Ing. Arch., MSc Course Light and Lighting) und Gabriele von Kardorff (Dipl.-Ing. Bauing., MSc Environmental Design and Engineering) geführte Büro wurde unter anderem mit Lichtplanungsprojekten wie dem Masterplan Unter den Linden (Brandenburger Tor) sowie Beleuchtungskonzepten für das Neue Museum in Berlin und das Grand Hotel Heiligendamm bekannt. In allen Bereichen der Kunst- und Tageslicht-
planung seit 1997 tätig, beschäftigt das Büro ein internationales Team von Architekten und Ingenieuren.

Fotos A10 und FC Bayern: Mues + Schrewe GmbH
Foto Sevens: Achim Blazy / Ansgar Maria van Treeck / Carola Kohler

Der Lichtdesign-Preis − inzwischen zum dritten Mal vergeben − soll die Bedeutung unterstreichen, die dem Lichtdesign in der Architektur zukommt.

Weitere Informationen dazu gibt es unter: www.lichtdesign-preis.de