Apotheken sind Unternehmen, die sich betriebswirtschaftlich auszurichten haben. Der Anteil der Rezepteinlösungen geht durch den Onlinehandel zurück, auch die stationäre Konkurrenz schläft nicht. Infolgedessen muss sich der Apotheker, um überleben zu können, zielgruppenorientiert ausrichten. Das beginnt beim individuellen Service und betrifft natürlich auch das Erscheinungsbild der Apotheke.

Vor dieser Aufgabe stand der Apotheker Patrick Witte, Inhaber der Pelikan-Apotheke im Forum Center in Mülheim an der Ruhr. Die alte Apotheke sollte von ihrer Enge befreit werden, auch fehlte ein strukturierter Arbeitsbereich mit ausreichend Arbeitsfläche und Stauraum. Die Innenarchitektin Renate Hawig aus Dorsten entwickelte das neue Raumkonzept. Zunächst einmal schafft ein Kommissionierautomat die notwendige Platzersparnis.

Wichtig war auch, die vorher zugeklebten Fenster wieder zu öffnen, es wurden wieder Einblicke geschaffen und die massiven Regale entfernt. Diese wurden ersetzt durch fahrbare Gondeln und Aktionstische. Außerdem wurden die Laufwege überarbeitet. Die neue Struktur zeigt sich offen. Hindernisse wie zu ausladende Schütten und Sitzplätze verschwanden, der Kassenplatz wurde verlegt. Die Kosmetikabteilung, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in modernen Apotheken, bekam einen eigenen Bodenbelag in Grau, der sie vom übrigen Bodenbelag in Holzoptik unterscheidet. Die Abteilung bekam ferner eine „Bar“ in Weiß.

LED-Beleuchtung lässt Farben leuchten

Das Besondere des neuen Innendesigns der Mülheimer Apotheke ist die auffällige Farbigkeit. Die Rückwände mit ihren Präsentationsregalen erhielten eine Längsstreifen-Gestaltung in zahlreichen verschiedenen Grüntönen. Umrahmt wird die Wandabwicklung von einem leuchtend roten Rahmen. Verstärkt wird diese freundlich-fröhliche Wirkung durch die Kombination mit Holzoptiken bei der Gestaltung der Handverkaufstische und des Bodenbelags.

Während andere Apotheken heute auf eine minimalistisch-ästhetische Wirkung mit reduzierter Farbigkeit setzen, entschieden sich die Innenarchitektin Hawig und der Apotheker Witte für dieses ganz andere Konzept, das Warmherzigkeit und Bodenständigkeit ausdrückt und die Schwelle zum Betreten sehr niedrig setzt. Zudem sollte so auch der Claim der Apotheke, die sich „Vital-Apotheke“ nennt, sichtbar werden. „Die schillernden Farben sollen den Kunden in die Apotheke hineinbitten“, so das Konzept von Renate Hawig.

Bemerkenswert ist, dass die Apotheke komplett mit LED beleuchtet wird. Ein Aspekt für die Entscheidung war hier auch der relativ geringe Wärmeeintrag der LED in den Raum und auf die Ware. Zudem ist interessant, dass man sich bewusst für kleinere Handverkaufsmöbel entschied. Diese stehen getrennt voneinander, um Diskretion zu unterstützen.

Foto: Rainer Herrmann

Weitere Informationen: www.pelikan-vital-apotheke-muelheim.de