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Theodor Schember
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Geschenkverpackungen als Instrument der Kundenbindung und als Werbemedium (Foto: Jung Verpackungen)
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Marketing  |

Service für die Sinne

„Können Sie mir das bitte als Geschenk einpacken?“ Diese Frage ist gerade jetzt in der Weihnachtszeit häufig am POS zu hören. Ihre Beantwortung fällt je nach Unternehmen und dessen Kosten-Nutzen-Abwägung höchst unterschiedlich aus. Während die einen mit einem kategorischen: „Leider nein“ reagieren, stellen andere Materialien zum Selberverpacken bereit. Wieder andere laufen zu kreativer Hochform auf.

Geschenkboxen sehen gut aus und machen das Einpacken schneller (Fotos (4): Rajapack)
Geschenkboxen sehen gut aus und machen das Einpacken schneller (Fotos (4): Rajapack)

Wie die Entscheidung fällt, ist auch branchenabhängig. Im Buchhandel zum Beispiel ist der Service üblich. Andrea Weiß, Einkaufs- und Verkaufsleiterin der Mayerschen Buchhandlung mit Stammsitz in Aachen berichtet: „Wir verpacken grundsätzlich im Stil unserer CI, dabei variieren wir je nachdem, ob Kinder oder Erwachsene beschenkt werden. Zu Weihnachten führen wir zwei zusätzliche Designs.“

Gudrun Rohsmöller aus Rheine, die unter dem Namen „Schönes schön verpacken“ Team-Trainings für Handelsmitarbeiter anbietet (siehe Interview), argumentiert: „Auch einfache Dinge können damit aufgewertet werden. Die Dienstleistung ist eine Möglichkeit, sich vom Mitbewerber abzuheben und sich letztlich auch darüber einen Namen zu machen.“

Moment der Kundenbindung

Der stationäre Handel kann gegenüber der Online- Konkurrenz mit Sinnes-Erlebnissen punkten, wozu der Verpackungs-Service durchaus zählen kann. „Der Augenblick des Einpackens ist ein Moment der Kundenbindung, eine schöne Verpackung ist wie ein Geschenk an den Kunden“, ist Philipp Beck überzeugt, Geschäftsführer der Designagentur Atelier 522 aus Markdorf. Diese verknüpft im Rahmen ihrer Aufträge immer häufiger Retail- und Kommunikationskonzepte, wobei Letztere dann oftmals bis hin zum Verpackungsdesign reichen. Beck empfiehlt, Geschenke auf gesonderten Flächen zu verpacken. In der Buchhandlung Gessler 1862 in Friedrichshafen werden Geschenke auf einer Ablage hinter der Kasse verpackt. „So können die nächsten Kunden weiterbedient werden, ohne dass sich das Personal gegenseitig im Weg steht.“

Gudrun Rohsmöller bestätigt: „Gerade in der Weihnachtszeit ist ein separater Bereich, in dem alle Zutaten immer parat sind, wünschenswert. Die Kunden sollten mit Freude zusehen können. Auch beim Verpacken kann ein Handelsunternehmen Kompetenz zeigen.“ In den Filialen der Mayerschen Buchhandlung werden Bücher und Geschenke in der Regel an der Kasse verpackt. Andrea Weiß: „Zu Weihnachten jedoch werden wegen des hohen Aufkommens zusätzliche Tische eingerichtet, mit Halterungen für Tüten sowie Abrollern für die Geschenkaufkleber. Das Papier ist bereits in verschiedenen Größen zugeschnitten. In der Hochsaison hilft bei uns jeder mit, sogar die Kolleginnen und Kollegen aus der Verwaltung.“

Wertschätzung

„In der Art, wie im Einzelhandel verpackt wird, liegt auch eine Wertschätzung für das Produkt. Der Kunde fühlt sich im Idealfall in seiner Kaufentscheidung bestätigt“, sagt Delphine Jean vom Verpackungsspezialisten Rajapack aus Ettlingen. Jean: „Derzeit wird gerne auf Geschenkverpackungen zurückgegriffen, die mit nur wenigen Handgriffen ein ansprechendes Ergebnis liefern. Die Nachfrage verschiebt sich vom klassischen Geschenkpapier zur Ready-to- Use-Lösung wie Lackpapierbeuteln und Geschenkboxen.

Der Trend der Saison: Papiertasche „X-Mas-Glitter“ (Foto: Woerner)
Der Trend der Saison: Papiertasche „X-Mas-Glitter“ (Foto: Woerner)

Gudrun Rohsmöller bemerkt hingegen einen Trend zu Naturmaterialien. „Die Tendenz geht weg von Folien und Polybändern – es wird nachhaltiger.“ Das Unternehmen Jung Verpackungen aus Steinmauern, das am Standort Deutschland produziert, ist darauf eingestellt. „Wir sind bereits seit 2010 FSC-zertifiziert und setzen entsprechende Rohpapiere ein, die zudem alle recycelbar und besonders reißfest sind“, so Solveigh Jung. „Wir legen jährlich neue Kollektionen auf und arbeiten dabei mit freien Designern zusammen.“ Zu den Neuheiten von Woerner aus Leingarten, großes Versandhaus für Visual Merchandising, gehört doppelseitiges Geschenkpapier, das ideal für kreative Falttechniken ist. Ein Highlight jetzt zu Weihnachten ist darüber hinaus die Papiertasche „X-Mas-Glitter“ mit Hirschkopf auf rotem, schwarzem, silbernem oder goldenem Hintergrund. Kartonagen stehen als weitere stilvolle und transportsichere Alternative bereit.

Fotos (3): Jung Verpackungen, Rajapack, Woerner

Weitere Informationen: redaktion@ehi.org

Interview

Viel kreatives Potenzial

Viel kreatives Potenzial

Worauf kommt es beim Thema Geschenkverpackungen

im Einzelhandel an?

Die Verpackung sollte professionell aussehen, sich schnell realisieren lassen und betriebswirtschaftlich rechnen. All das ist kein Hexenwerk, es gibt jede Menge Tricks und Kniffe, wozu beispielsweise kreative Faltungen gehören.

Diese Tipps geben Sie in Schulungen weiter. Wie und wo finden diese statt?

In der Regel dauern diese vier Stunden und finden vor Ort bei den Einzelhändlern statt. Zehn Teilnehmer sind die übliche Größe. Es gibt einige Standard-Inhalte, alles Weitere richte ich spezifisch auf das jeweilige Unternehmen und die Branche aus, denn da gibt es unterschiedliche Erfordernisse. Im Lebensmittelhandel zum Beispiel ist der Geschenkverpackungs-Service weniger relevant. Hier lassen sich jedoch mit Präsentkörben zu besonderen Ereignissen

Sollten die Workshops wiederholt werden?

Die Schulungen setzen erfahrungsgemäß viel Potenzial unter den Mitarbeitern frei. Diese sind anschließend in der Lage, weitere Kollegen zu schulen und Erlerntes kreativ weiterzuentwickeln. Von daher genügt meist eine Maßnahme. Über meine Website www.verpackungs-seminare. de biete ich zudem eine Schulungs-DVD an, die das Selbststudium ermöglicht.