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Das Modehaus Garhammer umfasst einen Gebäudekomplex aus Altbau- und Neubauteilen, in die sogar Teile der historischen Stadtmauer integriert sind. (Foto: Blocher Blocher Partners/Fabian Hild)
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Neueröffnung  |

Garhammer setzt auf Mauerwerk und Emotionen

Während des Eröffnungs-Events Mitte September erzählte Christoph Huber, der das Modehaus Garhammer zusammen mit seinem Bruder Johannes Huber in vierter Generation führt, folgende Anekdote: „Im Frühsommer 2006 fand unsere letzte größere Umbaumaßnahme statt. Mein Vater, unser Architekt Dieter Blocher und ich gingen durch den Rohbau. Da sagte Dieter Blocher: An dieser Stelle sollten wir nur Leichtbeton einziehen, wenn wir später einmal den Marktplatz erreichen wollen.“ Nun wurde diese, damals noch scherzhaft geäußerte Vision Wirklichkeit. Durch die Übernahme zweier benachbarter Immobilien, die im Zuge des Umbaus einem Neubau wichen, ist der Platzhirsch jetzt tatsächlich Teil des Waldkirchener Marktplatzes. „Die phantastische Entwicklung der letzten Jahre, mit deutlichen Umsatzsprüngen, hat es möglich gemacht, dass wir unseren Traum vom Modeeinzelhandel der Zukunft realisieren konnten“, freut sich Christoph Huber.

In der Young-Fashion-Abteilung ist der angesagte Raw- und Vintage-Stil sehr hochwertig gelöst.
In der Young-Fashion-Abteilung ist der angesagte Raw- und Vintage-Stil sehr hochwertig gelöst.

Wer die Laudatoren und Gäste der Eröffnungs-Veranstaltung hörte, bekam schnell einen Eindruck vom Erfolgsrezept. Garhammer verbindet großstädtisches Einkaufsflair mit vielgepriesener „Nestwärme“. Zigfach fielen die Worte „Menschen“ und „Mitarbeiter“ (mehr als 400 werden beschäftigt). „Am Pult der Zeit“ – mit dieser Überschrift verfasste das verantwortliche Architekturbüro Blocher Blocher Partners aus Stuttgart einen Pressetext zum kombinierten
Neu-/Umbau und verweist darin neben dem stets zeitgemäßen Auftritt des Geschäfts auf dessen schon legendäres Pult an zentraler Stelle des Hauses. An diesem öffentlich zugänglichen Schreibtisch ist während der Öffnungszeiten so gut wie immer ein Familienmitglied anzutreffen und für Mitarbeiter wie Besucher ansprechbar. Das Verkaufsteam seinerseits begleitet die Kunden auf Wunsch abteilungsübergreifend durch das ganze Haus. In diesem Gesamt-Ambiente, das Dieter Blocher für „nicht kopierbar“ hält, liegt begründet, dass die Zahl der Stammkunden (etwa 65.000) die der Einwohner (gut 10.500) so weit übersteigt, dass die Kunden im Durchschnitt 72 km Anreise in Kauf nehmen und rund vier Stunden Zeit vor Ort verbringen.

Kinderwelt in Zartgrün

Alle Abteilungen – Damen-, Herren-, Kindermode, Young Fashion, Wäsche, Schuhe und Accessoires – erhielten im Laufe der 18-monatigen Umbauzeit Fläche dazu, die einem behutsamen Trading-up zugutekam. Ebenso einem Mehr an Luft und Raum zur individuellen Inszenierung. Im Dachgeschoss entstand das „Johanns“, ein Restaurant mit Dachterrasse, das auch nach Geschäftsschluss zugänglich ist und für das der aus Waldkirchen stammende renommierte Koch Michael Simon Reis gewonnen werden konnte. Als Mieter bereichern eine Eisdiele und das 300 qm große Einrichtungsgeschäft „Frei.Raum“ das Angebot.  

Die Kinderabteilung wurde zauberhaft gestaltet in Zartgrün.
Die Kinderabteilung wurde zauberhaft gestaltet in Zartgrün.

Über die gesamte Fläche hinweg wurden Stilwelten geschaffen. Die Kinderwelt beispielsweise avancierte mit zartgrünen Warenträgern in Tierform, stilisierten Blätterleuchten, Baumhaus-Konstruktion und Rutsche zum Abenteuerspielplatz. Schuhe – ein deutlich erweiterter Sortimentsbereich – werden wirkungsvoll auf erhöht platzierten Stühlen präsentiert. Im Haupthaus fungiert ein geschossübergreifender Vorhang aus anthrazitfarbenen Lamellen, in den großformatige Wandgrafiken eingelassen sind, als Eyecatcher. Die ehemalige Stadtmauer, die beim sogenannten Gründingerhaus zum Vorschein kam, wurde als Blickfang in die Wandgestaltung integriert. Dies geschah in Kooperation mit dem Denkmalschutz. Überhaupt gehen Alt und Neu eine spannende Liaison ein. Der Neubau wahrt, modern interpretiert, die ortsübliche Formsprache, wozu die Giebelstruktur gehört. Über zwei gläserne Skyways dockt er an das Stammhaus an.

Neben dem Restaurant im Dachgeschoss gibt es hochwertig gestaltete Gastronomie auf der Fläche.
Neben dem Restaurant im Dachgeschoss gibt es hochwertig gestaltete Gastronomie auf der Fläche.

Zu den größten Herausforderungen für die Architekten und Innenarchitekten zählte zum einen die topographisch anspruchsvolle Geländesituation: Waldkirchens Innenstadt ist abschüssig, der Untergrund instabil, was umfangreiche geologische Untersuchungen und eine entsprechende Statik des Neubaus nötig machte. Zum anderen erforderten die typische „Verschachtelung“ und die unterschiedlichen Raumhöhen, die durch verschiedene Umbauten über Jahrzehnte hinweg entstanden waren, Kreativität. Mit bis zu vier Etagen folgen die Gebäude der Hanglage des Grundstücks. Nach dem Prinzip der Split-Level-Bauweise sind eine Vielzahl versetzt zueinander angeordneter Ebenen entstanden, die individuell „bespielt“ werden. Zugunsten der Orientierung wurden Bezugspunkte und Blickachsen geschaffen, damit sich die Besucher so leicht wie möglich im Haus zurechtzufinden kann. Beispielsweise wurden an den Treppenaufgängen Wandanlagen installiert, die an ihrer Vorderseite „normal“ mit Ware bestückt sind, während sie rückwärtig der grafischen, etagenübergreifend sichtbaren Kundenansprache dienen. Die verschiedenen Treppen als zentrales Verbindungselement variieren stilistisch: mal mehrfach geknickt, mal sanft geschwungen, mal Mini-Passerelle. Im Neubau strebt ein Konstrukt aus Säulen, gewendelten Treppenläufen und Podesten in die Höhe.

Treppen-Variationen

Atmosphärisch wie auch „energiepolitisch“ kam dem Thema Licht eine besondere Rolle zu. In den Verkaufsetagen des Neubaus wird ausschließlich mit gerichtetem Licht aus Kardan-Leuchten und in den offenen Deckenbereichen mit Adapterstrahlern an Drei-Phasen-Stromschienen gearbeitet. Verschiedene Reflektoren mit Ausstrahlwinkeln von Spot bis Flood sorgen für eine abwechslungsreiche Ausleuchtung. Die Beweglichkeit der Lichtköpfe bietet zudem Flexibilität bei der Möblierung.

Christoph (links) und Johannes Huber, Geschäftsführer Modehaus Garhammer, Waldkirchen: „Traum vom Modeeinzelhandel der Zukunft realisiert“
Christoph (links) und Johannes Huber, Geschäftsführer Modehaus Garhammer, Waldkirchen: „Traum vom Modeeinzelhandel der Zukunft realisiert“

Die Frage CDM-T oder LED wurde bei Garhammer mit einem „Sowohl-als-auch“ beantwortet. Die Leuchten im Neubau sind mit CDM-TC 35W-Evolution-Leuchtmitteln bestückt – der hohen Brillanz und sehr guten Farbwiedergabe wegen, die im Bereich der Textilpräsentation wichtig ist. In schwer erreichbaren Deckenbereichen wie dem Treppenhaus des Neubaus oder in Lichtvouten setzt man indes auf die Vorteile von LED: kleine Bauformen und lange Lebensdauer. Auch das Restaurant ist vollständig mit LED beleuchtet, alle Beleuchtungskörper lassen sich hier individuell dimmen. Der Altbau, der in Teilen modernisiert wurde, erhielt teils neue Leuchten, teils wurden bestehende „refreshed“. Für die Beleuchtung zeichnet Elan aus Köln verantwortlich. Mit dem Hoch- und Innenausbau beauftragte Garhammer fast ausnahmslos heimische Betriebe. Sicher ein Grund, warum die Waldkirchener „Verkehrschaos, Lärm und Schmutz“ so gut ertrugen, wofür sich Johannes Huber in seiner Rede bedankte. Obwohl es auch Aufregung gab: Ein Anwohner hatte gegen den Bau geklagt, da das Gebäude „zu massiv und erdrückend“ sei. Dem wollte das Gericht aber nicht folgen.

Garhammer, Waldkirchen

Michael Werner, Chefredakteur des Branchenblatts „Textilwirtschaft“ und Referent der Eröffnungs-Veranstaltung, hält das Modehaus Garhammer für eines der schönsten und „sinnlichsten“ in Deutschland. Man habe auf Mauerwerk, Erlebnis und Emotion gesetzt, während andere in Klicks investieren. „Doch Menschen wollen Menschen treffen, das wird sich auch in Zukunft nicht ändern“, so Werner. Aus Sicht von Dieter Blocher ist das Modehaus Garhammer, in dem es im Übrigen nur wenig digitale Elemente gibt, „ein Plädoyer für den stationären Handel“. Der Architekt freut sich bereits „auf die nächsten Baumaßnahmen“.

Fotos (5): Blocher Blocher Partners/Fabian Hild

Weitere Informationen: www.garhammer.de

Tommy Hilfiger: Preppy Style

Das neue Düsseldorfer Flagship im typischen Tommy Hilfiger-Look
Das neue Düsseldorfer Flagship im typischen Tommy Hilfiger-Look

Der Düsseldorfer Flagshipstore von Tommy Hilfiger wurde erweitert, umgebaut, digital ausgestattet und im August 2013 eröffnet. Die Fläche hat sich annähernd verdoppelt auf 1.822 qm über drei Etagen.

Der neu entworfene Store spiegelt Tommy Hilfigers „Classic American Cool“-DNA wider. Auf 3 Verkaufsebenen werden die verschiedenen Programme von „Sport“ über „Tailored“ bis „Kids“ präsentiert. Das Global Flagship Concept wurde inhouse entwickelt, das Lichtdesign stammt von Ansorg. In den luftigen, offenen Räumlichkeiten mit hohen Decken mischen sich klassische und moderne Elemente zur typischen Tommy Hilfiger-Ästhetik. Ausgewählte Materialien wie Fischgrät-Parkett, glänzendweiße Vertäfelungen und Walnussholz-Inventar, ein Mix aus Vintage-Möbeln, Kunstwerken und Accessoires dienen den Kollektionen als Präsentations- und Projektionsfläche. Viele in den Store integrierte digitale Gadgets stellen die crossmediale Marketingstrategie der Marke unter Beweis. Eine „elegante und entspannte Ästhetik, die perfekt die Geschichte und den Geist unserer Marke verkörpert“, meint Tommy Hilfiger selbst. Weltweit gibt es in über 90 Ländern mehr als 1.200 Tommy Hilfiger-Stores, darunter sieben globale Flagships. Die Tommy Hilfiger Group gehört zu 100 Prozent zur PVH Corp.