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Theodor Schember
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Das Sortiment von Zweirad Stenger umfasst neben Zweirädern auch Zubehör und Sportschuhe. (Foto: Schemberg/Reinhard Rosendahl)
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Neueröffnung  |

Paradies für Biker

Es ist ein sonniger Tag. Bernd Stenger fühlt den kühlen Fahrtwind in seinem Gesicht. Er befindet sich auf einer Mountainbike-Tour durch den Hösbacher Wald. Als er plötzlich vor sich eine Wiesenfläche sieht, weiß der begeisterte Mountainbike-Fahrer sofort: Hier will ich meinen zweiten, schon seit längerem geplanten Fahrrad-Fachmarkt bauen. Er bremst abrupt ab, Steine und Äste fliegen weg vom Hinterrad. Genau so hätte es passieren können: „Diese fiktive Idee bildete die Vorlage für das Ladendesign der neuen Zentrale in Hösbach“, erklärt Benedikt Starke, Interieur Designer bei Theodor Schemberg Einrichtungen GmbH und verantwortlich für das Innendesign von Zweirad Stenger.

Die Dynamik des Radfahrens wollte Stenger gemeinsam mit seinem Ladenbaupartner in seinem rund 1.200 qm großen Markt auf zwei Etagen visualisieren. Stenger hatte vorher einen kleinen Fahrradladen in Hösbach betrieben und konnte dort seine Energie nie so richtig ausleben, wie er sagte. Zwei Jahre dauerte die Planungs- und Bauphase an. Die imposante Glasfassade gestaltete das Architektbüro Albert Franz aus dem nahegelegenen Laufach. Mit seinem neuen Markt gilt Stenger als größter europäischer Fachhändler der Marke „Specialized“.


„Industrie-Style“ bestimmt das Storedesign bei Stenger. Dazu Starke: „Der Industrie-Style soll angelehnt an eine alte Industriehalle zeigen: Hier wird an den Zweirädern gearbeitet und geschraubt.“ Eine Stahlbeton-Treppe mit Stufen aus Holz führt in die obere Etage. Backsteinmauer-Tapete, ein fabrikähnlicher Boden aus Magnesit, viel Metall – der Industrie-Look wird im Store konsequent umgesetzt. Einige Wände wurden bewusst in ihrem Bauzustand belassen, um das Storytelling des Markts visuell zu unterstützen. Schwarzstahl, Estrich und Holz dominieren die Materialwelt des Fahrradmarkts. „Um die wegfliegenden Äste zu symbolisieren und den Wohlfühlfaktor zu erhöhen, haben wir viel Holz eingesetzt“, sagt Starke. Elemente aus Holz wie die Decke aus gebürstetem Fichtenholz sorgen für Wärme im Storedesign.

Interieur, Farben und Dekorationen wechseln sich dynamisch im Store ab. Das Ladendesign im Industrie-Chic ist schlicht in Anthrazit und Holztönen gehalten, rote Töne und die Begrünung setzen Farbakzente. Großflächige Textildrucke mit Radfahrmotiven schaffen Atmosphäre. Eine rote Trennwand auf der linken Seite verbindet in Form eines geschwungenen „S“, das für Stenger steht, die zwei Etagen miteinander und sorgt für einen dynamischen Eindruck. Die rote Wand trennt zudem den Verkaufsbereich von der hauseigenen Werkstatt im Erdgeschoss. Vor der Trennwand steht ein markanter Kassentisch in schwarz. Stenger setzt auf ein energiesparendes LED-Lichtkonzept mit schwarzen Deckenstrahlern und Akzentleuchten.

Elektroräder im Wohlfühlambiente

Hochwertige Räder werden auf Podesten präsentiert. Die Ladenplaner entwickelten für jede Zweirad-Art einen speziellen Warenträger. Mountainbikes stehen zum Beispiel auf einem Podest aus Paletten, Rennräder auf Kunstgras. Räder, Helme, Handschuhe und weiteres Zubehör wird an holzverkleideten „Slat-Walls“ und Hängeregalen präsentiert. Ein Highlight im Markt ist der Abholbereich an der Rückwand im Untergeschoss, wo auf einem Podest das abzuholende Rad effektvoll beleuchtet präsentiert wird. Das Kernsortiment umfasst hauptsächlich Renn- und Triathlonräder. Im Erdgeschoss stehen zudem E-Bikes und Kinderräder, im Obergeschoss City-Räder und Mountainbikes zum Verkauf. Im Markt gibt es ferner einen Shop-in-Shop des E-Bike Herstellers „Riese + Müller“. Mit dem stark wachsenden E-Bike-Segment erzielt Stenger einen Umsatzanteil von 70 Prozent in seinem Markt.

Fahrrad-Paradies auf 1.240 qm Verkaufsfläche (Foto: Rosendahl)
Fahrrad-Paradies auf 1.240 qm Verkaufsfläche (Foto: Rosendahl)

Als Service-Einrichtung für seine Kunden installierte Stenger im Obergeschoss ein kleines Café . Das Holz für die Theke stammt von einer alten Scheune. Stenger: „Ich möchte, dass alle Fahrradbegeisterten hier zusammenkommen, vom Manager bis zum Student.“ Neben Kaffee und Softdrinks können Kunden frischgebackene Leckereien kaufen, die die Ehefrau von Herrn Stenger täglich frisch zubereitet.

Die Zukunft des Fahrradhandels sieht Stenger im stationären Handel. Zu speziell müsse ein Zweirad an den Kunden angepasst werden. Stenger: „Es gibt nur wenige Online-Bestellungen, die Kunden möchten lieber den Service vor Ort wahrnehmen und ein individuelles Rad zusammengestellt bekommen.“

Im Laufe des Jahres werden weitere Services das vorhandene Angebot ergänzen. Zum Beispiel ein 3D-Vermessungsraum, der den Kunden zu einem perfekt angepassten Fahrrad verhelfen soll. Geplant ist außerdem eine 24-Stunden-Box, in der Kunden ihr Fahrrad für die Reparatur o. ä. abgeben können. Ist das Fahrrad repariert, erhält der Kunde eine Benachrichtigung und kann das fertige Rad wieder abholen.

Fotos (6): Schemberg/Reinhard Rosendahl

Weitere Informationen: redaktion@remove-this.ehi.org