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Theodor Schember
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Hoffmann Ladenbau
Im „Backhaus“ gibt es nicht nur Brot, sondern auch frische warme Mittagsgerichte (Foto: EHI/Katharina Sieweke)
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Neueröffnung  |

Schmankerl im Gewerbepark

In einer ehemaligen Diskothek an der Hauptstraße des Gewerbeparks hat der E-Aktiv-Markt Buchbauer seine Pforten geöffnet. Die Standortwahl für einen Supermarkt mit gastronomischem Angebot überrascht, bedenkt man, dass Hunderdorf lediglich rund 3.300 Einwohner zählt. Zugute kommt dem Markt, dass der einzige Wettbewerberin der Gemeinde ein Lebensmittel-Discounter ist. Zulauf verspricht sich Buchbauer daher sowohl von der arbeitenden Bevölkerung des Gewerbeparks als auch von den Einwohnern des Dorfes, der benachbarten Ortschaften und den Durchreisenden von der nahegelegenen Autobahn.

Ein Highlight des Marktes ist das „Backhaus“, mit dem der Händler seine Kunden im Eingangsbereich empfängt. Hier erhalten Kunden nicht nur frische Backwaren, sondern zur Mittagszeit auch warme Speisen mit regionalem Fokus gemäß dem Motto des Marktes: „Heimat genießen“. Im Eigenbetrieb wird jeden Tag eine Auswahl verschiedener Gerichte zubereitet. Täglich wechselnde Mahlzeiten sollen verschiedene Geschmäcker ansprechen und Kunden zur Wiederkehr animieren. Darüber hinaus laden eine Salatbar und je ein Kaffee- und Getränkeautomat zur Selbstbedienung ein. Zum Verzehr dient ein Sitzareal mit Ausblickauf die grüne Wiese, das im Sommer durch Außenbänke erweitert wird. Auch das Design des Backhauses hat Heimat-Bezug: Die Holzfassade soll den Bayerischen Wald widerspiegeln, rustikale Stühle aus Buche an eine Almhütte erinnern.

An die rund 150 qm große gastronomische Zone schließt sich die Verkaufsfläche mit rund 1.450 qm an. Die Obst- und Gemüseabteilung grenzt an das Backhaus und wirkt attraktiv durch grüne Rückwände. Ein gestreiftes Stoffdach als Deckensegel, Kunstpflanzen und Flechtkörbe zur Warenpräsentation verleihen der Abteilung Markt-Flair. Da die Abteilungdirekt an das gastronomische Areal grenzt, gibt es dort neben Obst und Gemüse auch eine SB-Brotstation.

Regionalität im Fokus

Hinter dem Backhaus erschließen sich in vertikaler Abfolge alle weiteren Abteilungen, angefangen beim Trockensortiment bis hin zur Tiefkühlzone und Pluskühlung, die der durchgängigen Bedienungszone für Käse, Fleisch, Wurst und Fisch vorgelagert sind. Das Ende des Kundenlaufs bildet der Checkout, der parallel zur Obst- und Gemüseabteilung an der anderen Außenseite des Backhauses positioniert ist.

Ein Charakteristikum des Marktes ist die 11 m hohe, spitz zulaufende Decke, die den Store optisch vergrößert. 1,60 m hohe Mittelraumregale geben den Blick in den Markt frei und ermöglichen dadurch Orientierung. Die offene Technikdecke sowie die Feinsteinzeugfliesen in Holzoptik am Boden harmonieren in dezenten Grau- und Beigetönen miteinander, während kräftige Wandfarben und gerahmte, schnörkellose Versalbuchstaben die Sortimentsbereiche kennzeichnen, sie so voneinander abgrenzen und Kunden bei der Produktsuche unterstützen.

Holzhütten-Charme in der Weinabteilung
Holzhütten-Charme in der Weinabteilung

Fliesen bestimmen die Rückwand der Bedienungstheken. Einzelne Zonen werden optisch hervorgehoben. Ähnlich wie in der Obst- und Gemüseabteilung schweben Deckensegel in Form gestreifter Stoffdächer über den gekühlten Waren und dem Drogeriesortiment. Beleuchtete Glasböden sollen die Drogerieartikel ins rechte Licht rücken. Mit dunkleren Steinzeugfliesen heben sich die Drogerieabteilung und die Vinothek ab. In das Backhaus integriert, weckt auch die Weinabteilung Assoziationen an eine Holzhütte.

Eyecatcher des von Thomas Weitl, Leitung Expansion & Einkauf bei Edeka Buchbauer in Zusammenarbeit mit Klaus Goldau, Architekt und Geschäftsführer des Ladenplanungsbüros Redsquare entwickelten Ladendesigns ist ein großflächiges Motiv an der Kopfseite des Marktes, das einen stilisierten Nadelwald mit verschiedenen Tier-Silhouetten zeigt. Komplettiert wird das Motiv „Bayerischer Wald“ durch eine grafische Darstellung stilisierter Baumstämme, die die Rückwand der Frischwarenzone ziert.

Effizientes Energiekonzept

Nicht nur in der Ladengestaltung, auch im Sortiment setzt Edeka Buchbauer auf Lokales. Ein Schwerpunkt der rund 20.000 gelisteten Artikel sind regional erzeugte Produkte von heimischen Lieferanten. So führt der Händler auch die Edeka-Regionalmarke „Mein Bayern“. Neben Obst und Gemüse aus der Umgebung zählen beispielsweise auch Gewürzgurken zu den Profilierungswarengruppen. Das Sortiment des Marktes wird durch einen 450 qm großen separaten Getränkemarkt inklusive Kühlhaus und eine Station für Post und Zigaretten in Bedienung ergänzt.

Energieffizient soll der Markt sein.
Energieffizient soll der Markt sein.

Ein Planungsschwerpunkt des neuen Marktes war das neue Energiekonzept. „Wir konnten im neuen Markt den Energiewert um 30 Prozent gegenüber den Erwartungen bei Bestandsumbauten verbessern“, berichtet Thomas Weitl. Zur Kühlung und zum Heizen des Marktes setzt Buchbauer auf Geothermie. Als Hauptheizart kommt Betonkernaktivierung zum Einsatz. „In Verbindung mit der Wärmerückgewinnung aus der Kälteanlage und der Geothermie können wir komplett auf eine zusätzliche Heizanlage verzichten. In den heißen Sommermonaten können wir mit der Geothermie unser Kältemittel vorkühlen. Damit verbessern wir unsere Energieeffizienz“, so Weitl.

Der gesamte Markt ist mit LED-Beleuchtung ausgestattet, alle Kühlmöbel sind verglast. Zudem überdacht eine Photovoltaikanlage 150 der insgesamt 175 Parkplätze und ist damit nicht nur energetisch von hoher Bedeutung, sondern führt die Kunden auch trockenen Fußes zum Markt. „Von dem neuen Energiekonzept versprechen wir uns geringere Energiekosten, so dass wir verstärkt in andere Dinge wie das Personal investieren können“, meint Weitl.

Realisiert wurde der Markt von Umdasch Shopfitting. Für das Ladenbauunternehmen mit Sitz in Amstetten/Österreich war es die erste Zusammenarbeit mit der Edeka Südbayern. Die Bauzeit betrug anderthalb Jahre.

Fotos (10): EHI/Katharina Sieweke

Weitere Informationen: redaktion@remove-this.ehi.org

EHI-Initiative: Handelsgastronomie

EHI-Initiative: Handelsgastronomie

Konzepte, Kennzahlen, Trends und Perspektiven

Das EHI Retail Institute hat die „Initiative Handelsgastronomie“ ins Leben gerufen, um dem deutschsprachigen Handel umfassende Informationen und Netzwerkplattformen zum Thema bereitzustellen.

Gastronomieangebote im Handel und im Umfeld des Handels nehmen an Tempo auf. Viele Planungen und Umbauten im Lebensmitteleinzelhandel gehen zurzeit in Richtung Gastronomie, der Gastro-Flächenanteil in Shopping-Centern steigt, Tankstellen bieten Speisen zum sofortigen Verzehr an, Warenhäuser errichten umfeldbezogene Themenrestaurants, und es entstehen zunehmend Gastronomiekonzepte, die im Welcome- und Wohlfühlprozess des Kundens eine wichtige Rolle spielen. Das EHI wird diese Entwicklung begleiten.

Zum Start der Initiative wird die Print-Ausgabe 6_2017 (08.12.2017) der stores+shops ausführlich über Herausforderungen, Trends und Best-Practice-Beispiele in der Handelsgastronomie berichten. Im März 2018 folgt eine Studie, die neben der Beschreibung von Größe und Dynamik des Marktes auch eine Händlerbefragung beinhaltet, die Informationen über Konzepte, Nutzen, Investitionsplanungen und Erfolgsfaktoren auf neutraler Basis liefert. Im Juni 2018 findet eine Konferenz statt, die der Branche die Möglichkeit zu Information, Austausch und Vernetzung bietet.

Bereits sechs Partner und Dienstleister des Handels unterstützen die Initiative gemeinsam mit dem EHI: Aichinger, EuroShop/Messe Düsseldorf, Meiko, MKN, Nespresso und Unox. Wenn Sie zukünftig als Händler über das Thema und unsere Initiative informiert werden möchten, dann schicken Sie bitte eine E-Mail mit Ihren Kontaktdaten an kolb@remove-this.ehi.org.

Sie möchten Partner der Initiative werden oder haben konkrete Fragen? Weitere Informationen erhalten Sie bei Olaf Hohmann, Tel. 0221-57993-699, hohmann@remove-this.ehi.org.