Checkouts: Welche Technik passt? | stores+shops

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Self-Checkout-Terminal in der Metzgerei Ott in Garching: Die integrierte SB-Zone ermöglicht den Verkauf auch nach Ladenschluss.
Foto: Shop-IQ

Checkouts: Welche Technik passt?

Self-Scanning-Kassen sind die gängige Bezahltechnologie in 24/7-Stores. Direktvermarkter, Metzgereien und Hofläden setzen zunehmend auf App-basierte Bezahlformen und RFID-Lösungen. Letztlich entscheiden Wirtschaftlichkeit und Customer Experience über die Frage nach der passenden Checkout-Technik.

Autonome und teilautonome Stores, die ohne Personal rundum die Uhr betrieben werden können, haben zuletzt deutlichan Fahrt aufgenommen. Zum Stichtag 01.01.2026 zählte die Duale Hochschule Heilbronn (DHBW) bereits mehr als 860 Smart Store-Konzepte in Deutschland. Etwa die Hälfte davon hat sich im ländlichen Raum angesiedelt, wo sie Lücken in der Nahversorgung füllen. Die Bandbreite der verschiedenen 24/7-Formate ist groß. Sie reicht vom einfachen Mini-SB-Markt über Hybrid-Konzepte (mit personalbesetzten Öffnungszeiten) bis hin zum vollautonomen High-Tech-Store. Zu den 24/7-Konzepten zählen ferner auch die Automatenshops sowie Robotik-Lösungen, bei denen die Ware nach der Bestellung an einem Terminal automatisch kommissioniert und ausgegeben wird.

Gemeinsame Merkmale nahezu aller unbemannten 24/7-Konzepte sind die kleinen Flächen, die Kundenregistrierung mittels Bankkarte oder App am Eingang und der Verzicht auf bargeldlose Bezahlmöglichkeit. Unterschiede gibt es bei den Checkout-Technologien: Zum Einsatz kommen Walk-in/Walk-out-Technologien („Grab & Go“), Self-Scanning-Kassen, App-basierte Bezahlverfahren und RFID-Lösungen.

Grab & Go nach wie vor im Testmodus

Der vollautonome „Rewe ready“ Smart Store am Ladepark Kamener Kreuz nutzt KI-basierte Computer- Vision-Technologie

Der vollautonome „Rewe ready“ Smart Store am Ladepark Kamener Kreuz nutzt KI-basierte Computer- Vision-Technologie
Foto: Lekkerland/Manfred Daams

Die autonomen „Grab & Go“-Stores haben die technologisch fortschrittlichste Checkout-Variante: KI-Technologie, Computer Vision und Gewichtssensoren registrieren jede Artikelentnahme aus den Regalen und ordnen diese der einkaufenden Person zu. Am Ende der Shoppingtour verlässt der Kunde oder die Kundin ohne aktiven Bezahlvorgang den Store. Der Einkaufsbetrag wird automatisch per App ausgelöst und vom Kundenkonto abgebucht.

Stand Januar 2026 sind hierzulande 25 „Grab & Go“- Stores am Netz. Die meisten Anwendungen verzeichnet die Rewe Group. Während die sechs „Pick & Go“-Märkte der Rewe mit der Just-Walk-out-Technologie des israelischen Technologieanbieters Trigo funktionieren, setzt die Convenience-Tochter Lekkerland in ihren „Smart Box“-Vertriebsstätten auf die KI-basierte Computer Vision Technologie des kalifornischen Anbieters Aifi.

„Grab & Go“ befindet sich nach wie vor in der Testphase, ein Roll-out ist nicht in Sicht. Vollautomatisierte Läden bedeuten für die Betreiber enorme Investitionen. Erst wenn die Technik bezahlbar wird, könnten Grab & Go-Märkte an Bedeutung gewinnen.

Self-Checkout-Kassen dominieren

Die deutliche Mehrheit der 24/7-Smart Stores setzt auf Self-Scanning-Kassen als Checkout-Technologie. In den Mini-Märkten von Tante Enso und Tante M, mit zusammen rund 170 Läden die beiden größten Betreiber im 24/7-Segment,ist die SB-Kasse meist eine einfache Tischlösung mit Desktop-Touchscreen und Payment-Terminal. Bezahlt wird mit der aufladbaren Kundenkarte. Scannen lassen sich an der SB-Kasse nur die zentralseitig gepflegten Artikel aus dem Trockensortiment einschließlich Getränke. Regionale Produkte ohne Barcode oder Stückartikel aus dem Frischwarensortiment wie Obst und Gemüse oder Backwaren sind in der Kassensoftware hinterlegt und können von den Kund:innen auf dem Touch-Display ausgewählt werden.

Neues Self-Scanning- Terminal von Tante M im City-M Pilot-Store in Backnang

Neues Self-Scanning- Terminal von Tante M im City-M Pilot-Store in Backnang
Foto: Tante M

In den Tante M-Franchiseläden läuft seit kurzem der Roll-out der cloudbasierten POS-Software „Korona-Studio“ des Anbieters Combase AG mit der Kassen-Hardware von Partner Tech. Die Schnittstelle zu den Großhandelspartnern soll eine „vollständig digitale Prozess- und Bestellkette ermöglichen, die das Management eines Tante-M Standorts wesentlich erleichtert und die Effizienz sichert“, so der Smart-Store-Betreiber. Als Hub für den aktuellen Software- Transfer dient der neue „City-M“ in Backnang.

Teo, das 24/7-Minimarktkonzept von Smart Retail Solutions setzt in seinen rund 40 Smart Stores auf das Kassensystem von Snabble. Um Zugang zum Geschäft zu erhalten, muss vorher eine Verifizierung per App oder Bankkarte erfolgen. Die Bezahlung erfolgt am Terminal mit Karte.

Selbständige Lebensmittelhändler aus dem Edeka- und Rewe-Verbund, die 24/7-Stores betreiben, bedienen sich bei der Kassentechnologie meist aus dem Lösungsportfolio der zentralseitig gelisteten IT-Lieferanten. Die Hybrid-Stores von Edeka Jäger mit mehreren Filialen im Stuttgarter Raum, Edeka Paul mit zwei Dorfläden und Edeka Beckesepp in Waltershofen bei Freiburg zum Beispiel setzen auf die „Easy eXpress“- Serie von Diebold Nixdorf. In der Nahkauf-Box, einem 24/7-Format für selbständige Rewe-Kaufleute, kommen SB-Terminals des Herstellers 4POS zum Einsatz.

Auch das Self-Checkout-Terminal in der Rewe Nahkauf-Box akzeptiert ausschließlich Kartenzahlung

Auch das Self-Checkout-Terminal in der Rewe Nahkauf-Box akzeptiert ausschließlich Kartenzahlung
Foto: Rewe

Self-Checkout-Terminals halten vermehrt auch bei Metzgereien und landwirtschaftlichen Betrieben mit Direktvermarktung Einzug. Die Metzgerei Rupp in Aichach öffnet nach 18 Uhr eine im Geschäft integrierte SB-Zone und wird damit 24/7 verkaufsfähig. Die Kundschaft scannt oder bezahlt ihren Einkauf an einem SB-Terminal von Shop-IQ. Durch den SB-Verkauf nach Ladenschluss konnte der Metzger seinen Umsatz um zehn Prozent steigern.

Bezahlen mit der App

Immer mehr Anbieter in der Direktvermarktung wie Hofläden und Dorfläden bieten Scannen und Bezahlen per Smartphone-App an. Für die App-Lösung sprechen aus Sicht der Händler v. a. die niedrigen Investitionskosten. „Die Endnutzer bringen die Technologie für den Einkauf einfach mit“, sagt Myriam Haber, Geschäftsführerin der Lokbest GmbH aus Wertingen. Das Softwarehaus stellt Händlern ein Komplettpaket für den Betrieb von Smart Stores zur Verfügung, bestehend aus Zutrittskontrolle mit QR-Code-Reader, Schnittstelle für Altersvalidierung über Personalausweis, aktuellen Sortiments- und Bestandsübersichten und mehreren Bezahloptionen. Dafür zahlt der Händler eine Monatsgebühr plus Umsatzprovision. Kerstin Peters vom Biohof Peters am Steinhuder Meer bei Hannover sieht den Vorteil der App vor allem darin, dass sie den 24/7-Einkauf ermöglicht: „Wir sind nicht mehr auf feste Öffnungszeiten angewiesen, in denen ein Mitarbeiter hinter der Theke bedient hat.“ Der Biohof bietet Fleischerzeugnisse aus eigener Schlachtung und ein Lebensmittelsortiment vom Bio-Großhandel. Ein Jahr nach Einführung des Lokbest-Systems nutzen bereits 1.200 registrierte Personen die App, bei einem durchschnittlichen Einkaufsbetrag von 30,61 Euro.

Für die „Dorfladenbox“ (rund 40 Standorte in Deutschland und Österreich) stellt der gleichnamige Technologieanbieter den Händlern nicht nur die Software, sondern auch das Branding mit Verkaufscontainer zur Verfügung. Das Sortiment umfasst ausschließlich regionale Produkte von ausgewählten Produzenten aus der direkten Umgebung. Voraussetzung für den Einkauf ist die Dorfladenbox-App, die auch den Zutritt zum Store ermöglicht.

Self-Scanning-Kasse mit RFID-Technologie: Im Kassenschacht wird der Einkauf mittels RFID-Readern automatisch erfasst

Self-Scanning-Kasse mit RFID-Technologie: Im Kassenschacht wird der Einkauf mittels RFID-Readern automatisch erfasst
Foto: Smart Store 24

Bestands- und MHD-Kontrolle mit RFID

Die spezifischen Vorteile der RFID-Technologie nutzen v. a. Metzger, die zusätzlich zu ihrem Stammgeschäft einen oder mehrere Smart Stores betreiben – entweder in einem vorhandenen Geschäft als Hybrid-Lösung oder als Verkaufscontainer. Jeder Artikel im Sortiment wird mit einem RFID-Tag ausgestattet, auf dem Informationen gespeichert sind wie Gewicht, Preis und Haltbarkeit. Am Checkout legt der Kunde oder die Kundin den gesamten Einkauf in einen Kassenschacht. Dort werden die Produkte automatisch erfasst und der Einkaufsbetrag erscheint auf dem Bildschirm. Bezahlt wird mit der Bankkarte oder per App aus der Smartphone-Wallet.

Für den Metzger bedeutet die RFID-Technologie ein Minimum an Aufwand, da er jedes einzelne Produkt ohnehin in die Hand nehmen muss, um es SB-gerecht zu verpacken und auszuzeichnen. Darüber hinaus eröffnet ihm RFID den Vorteil der Bestands- und MHD-Kontrolle.

Als Anbieter von RFID-Lösungen für Metzgereien und Hofläden hat sich das IT-Unternehmen Smart Stores 24 einen Namen gemacht. Neben dem Kassensystem, das alternativ auch Barcodes scannen kann, stellt der Komplettanbieter aus Augsburg auch den Ladenbau bzw. Verkaufscontainer mit Kühleinrichtungen, Digital Signage und Kameraüberwachungstechnik bereit. Komplett ausgestattete Container liegen preislich in der Bandbreite 80.000 bis 100.000 Euro. Smart Stores 24 kann aktuell auf rund 100 Kundenreferenzen verweisen. „Bis Ende 2027 haben wir uns 700 Metzger vorgenommen“, gibt sich Geschäftsführer Michael Kimmich optimistisch.

 

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