Trend zu flexiblen Kassensystemen | stores+shops

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Modularität ist in der Praxis angekommen: Der Hybrid-Kassentisch „Vision“ von Itab wird inzwischen bei verschiedenen Händlern ausgerollt, darunter auch bei Edeka Prechtl in Bad Feilnbach
Foto: Itab

Trend zu flexiblen Kassensystemen

Die Anforderungen an Kassensysteme steigen: Modularität, Effizienz und Barrierefreiheit prägen die aktuellen Entwicklungen im Checkout-Bereich. Auf der EuroShop 2026 zeigen Anbieter, wie flexibel moderne Hardwarelösungen heute sein können.

Die Kassenhardware befindet sich im Umbruch. Was vor wenigen Jahren noch als statischer Kassenplatz konzipiert wurde, verwandelt sich zunehmend in flexible Systeme, die auf unterschiedliche Betriebssituationen reagieren können. Treiber dieser Entwicklung sind neben dem Fachkräftemangel auch gestiegene Anforderungen an Ergonomie und Barrierefreiheit. Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), das seit Juni 2025 in Deutschland gilt, sind Händler verpflichtet, neue Zahlungsterminals an Self-Checkouts barrierefrei zu gestalten. Doch viele Anbieter gehen über diese Mindestanforderung bereits deutlich hinaus.

Der „Age Checker“ prüft per KI-gestützter Gesichtsanalyse in weniger als einer Sekunde das Alter von Kund:innen

Der „Age Checker“ prüft per KI-gestützter Gesichtsanalyse in weniger als einer Sekunde das Alter von Kund:innen
Foto: Itab

Hybridsysteme

Ein zentraler Trend ist die Flexibilisierung von Kassenplätzen. Immer mehr Systeme lassen sich situativ an den Bedarf anpassen, etwa wenn Personal fehlt oder die Kundenfrequenz im Tagesverlauf schwankt. Ein Beispiel dafür ist die Hybridkasse „Vision“ von Itab, die seit ihrer Einführung im vergangenen Jahr kontinuierlich weiter ausgerollt wird, etwa bei Penny in Offenbach oder bei Edeka Prechtl in Bad Feilnbach. Der Kassentisch wechselt per Knopfdruck zwischen bedientem Checkout und Self-Checkout-Zone. Im SCO-Modus lässt sich der Kassentisch in der Höhe anpassen, sodass er den Vorgaben des European Accessibility Act (EAA) entspricht und mit einem Rollstuhl unterfahrbar ist.

„Self-Checkout-Lösungen haben sich vom reinen Kundenkomfort zu einem strategischen Instrument entwickelt. Sie sind eine direkte Antwort auf den Fachkräftemangel“, sagt Klaus Schmid, Geschäftsführer von Itab Germany. Ergänzend dazu hat Itab den „Age Checker“ eingeführt: ein KI-gestütztes System zur Altersverifikation, das in weniger als einer Sekunde prüft, ob Kund:innen für den Kauf altersbeschränkter Produkte legitimiert sind. Laut Hersteller lassen sich dadurch bis zu 80 Prozent der manuellen Eingriffe durch Personal reduzieren.

Self-Checkout-Lösungen haben sich vom reinen Kundenkomfort zu einem strategischen Instrument entwickelt.

Klaus Schmid

Geschäftsführer, Itab Germany

Bausteine und Erweiterungen

Modularität gehört zu den prägenden Entwicklungen im Hardwarebereich. Anbieter setzen auf Plattformen, die sich individuell konfigurieren lassen: eine Antwort auf unterschiedliche Raumsituationen, Kassenprozesse und technische Anforderungen. Shopreme, ein Joint Venture von Umdasch The Store Makers, präsentiert zur EuroShop die Plattform 3.1 für Self-Checkout- und Exit-Terminals. Die Matrix- und Vector-Systeme lassen sich mit verschiedenen Add-ons erweitern, von unterschiedlichen Scanner-Waagen-Kombinationen bis hin zu Windows-fähigen Tablets.

Die gesetzlichen Anforderungen an Barrierefreiheit lassen sich auch bei bestehenden Systemen umsetzen

Die gesetzlichen Anforderungen an Barrierefreiheit lassen sich auch bei bestehenden Systemen umsetzen.
Foto: Diebold Nixdorf

Das Payment-Terminal ist in normgerechter Bedienhöhe positioniert und mit verstellbarem Neigungswinkel ausgestattet. Mit dem optionalen „Add-on Barrierefreiheit+“ geht das Unternehmen über die gesetzlichen Vorgaben hinaus: Das Terminal beinhaltet ein taktiles und akustisches Steuerkreuz, unterfahrbare Ablageflächen sowie einen optionalen Handscanner für Menschen mit motorischen Einschränkungen. Softwareseitig sind Screenreader, Audio-Ausgabe und High-Contrast-Mode integriert.

Auch Pan Oston und die Tochtergesellschaft 4POS verfolgen diesen Ansatz. Zur EuroShop 2026 stellt das Unternehmen eine erweiterte Version seiner „Prime Line“ POS-Systeme vor, die nach eigenen Angaben zu den ersten vollständig modularen POS-Lösungen auf dem Markt gehört. Parallel dazu wird ein neues modulares SCO-Konzept präsentiert, das beide Produktlinien integriert. „Ohne Modularität und Flexibilität verschenkt man automatisch viele andere Vorteile, die eine Lösung bieten könnten“, sagt Michael Gale, Marketing Manager bei Pan Oston. Der Anbieter betont, dass Möbel eine längere Lebensdauer haben als Kassenhardware einschließlich Peripherie. Flexible Lösungen seien daher notwendig, um zukunftssicher zu bleiben.

Barrierefreiheit nachrüsten

Die gesetzlichen Anforderungen an Barrierefreiheit lassen sich auch bei bestehenden Systemen umsetzen. Diebold Nixdorf bietet mit dem „Vynamic Smart Control Easy Nav“ ein Peripheriegerät an, das Self-Checkout-Systeme nachträglich um barrierefreie Funktionen erweitern kann. Es richtet sich an Menschen mit Mobilitäts-, Seh- oder kognitiven Einschränkungen und lässt sich in neue Systeme auch direkt integrieren.

Barrierefreiheit-Add-On: Das „Easy Nav“ von Diebold Nixdorf lässt sich in bestehende Self-Checkout-Systeme nachrüsten

Barrierefreiheit-Add-On: Das „Easy Nav“ von Diebold Nixdorf lässt sich in bestehende Self-Checkout-Systeme nachrüsten
Foto: Diebold Nixdorf

„Da wir ähnliche Anforderungen bereits aus Ländern wie den USA kennen, waren wir hardwareseitig bereits gut aufgestellt“, sagt Nino Hörttrich, Head of Global Marketing Retail bei Diebold Nixdorf. Softwarebasierte Funktionen wie Kontrastfarben, induktive Hörschleifen oder Screen Mirroring per Smartphone unterstützen zusätzlich bei der Anwendung. Ergonomie sei dabei kein Trend, sondern ein Muss, betont auch Pan Oston. In einigen europäischen Ländern sei sie bereits gesetzlich vorgeschrieben.

Test unter Realbedingungen

Wie verschiedene Self-Checkout-Systeme physisch in der Praxis zusammenspielen, testet die Georg Jos. Kaes GmbH seit Anfang 2026 in einer V-Markt-Filiale in München. Gemeinsam mit Wanzl, DRS und Shopreme wurde die Kassenzone vollständig neugestaltet. Kund:innen stehen stationäre Self-Checkout- Terminals, Handscanner und der intelligente Einkaufswagen „Fastlaner“ von Wanzl zur Verfügung, der erstmals im Livebetrieb eingesetzt wird.

Die Self-Checkout-Zone wurde mit dem Kassentisch „Genesis“ und der Smart-Exit-Technologie von Wanzl ausgestattet, die einen vollautomatisierten Checkout ohne Kassenbon ermöglicht. Das Pilotprojekt läuft bis April 2026 und soll Erkenntnisse darüber liefern, welche SCO-Variante Kund:innen bevorzugen und wie sich Diebstahlquoten, Verweildauer und Umsatzverteilungen unterscheiden.

„Dieses Projekt ist ein wichtiger Meilenstein für uns auf dem Weg zur digitalen Kassenzone der Zukunft“, sagt Dominik Endres, Leitung IT bei der Georg Jos. Kaes. Die aktuellen Entwicklungen zeigen: Kassenhardware wird zunehmend anpassungsfähiger. Ob hybride Kassentische, modulare Plattformen oder KI-gestützte Altersverifikation – die Anbieter reagieren auf veränderte Anforderungen im Handel. Barrierefreiheit ist dabei längst mehr als eine gesetzliche Verpflichtung, sondern wird zu einem integralen Bestandteil moderner Checkout- Konzepte.

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