Corona-Virus: Hilfe für Offline-Shops | stores+shops

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IT-Unternehmen und Marktplätze starten in ganz Deutschland Initiativen und Projekte, um Unternehmen den Einstieg ins E-Commerce zu erleichtern.
Foto: Cybrain/stock.adobe.com

Corona-Virus: Hilfe für Offline-Shops

In der momentanen Phase sind vor allem kleinere stationäre Händler ohne Online-Kanal auf verlorenem Posten. Das Online-Geschäft könnte diesen Händlern helfen, Verluste aus dem stationären Geschäft abzufedern. Bundesweite Initiativen und Zusammenschlüsse wollen lokale Händler bei dieser Herausforderung unterstützen.

Für Händler, die sich bis heute nicht mit einem Online-Auftritt oder -Shop befasst haben und denen das nötige Know-How und die Reichweite im Web fehlt, entstehen derzeit deutschlandweit zahlreiche Initiativen, Plattformen und Projekte. Das Ziel: Die Krise gemeinsam bewältigen. „Es ist wichtig, betroffene Unternehmen in eine etablierte Gemeinschaft aus Online-Händlern zu integrieren und mit erfahrenen Partnern aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammenzubringen”, sagt Stefan Hamann, Gründer und Vorstand des Shopsystem-Herstellers Shopware AG.

Kostenlose Shopsysteme

Ein eigener Webshop ist ein möglicher Vertriebskanal für stationäre Händler, die ihr physisches Ladengeschäft schließen mussten. Shopsystem-Anbieter wie Shopware AG haben für betroffene Händler Lösungspakete mit Digitalisierungsangeboten aufgesetzt. Shopware stellt z. B. kleinen und mittelständischen Unternehmen im stationären Handel für drei Monate ein kostenloses Shopsystem zur Verfügung. Eine zentrale Website dient als Anlaufpunkt, um den Umstieg auf E-Commerce zu erleichtern. Dazu Shopware-Gründer Hamann: „E-Commerce-Lösungen unterstützen die Händler dabei, ihren Verkauf ins Internet zu verlagern und sich ein zweites, aber digitales Standbein für den Warenverkauf aufzubauen.“

Im Rahmen eines Hackathons entwickelt der Hersteller mit seiner Entwickler-Community zudem eine Marktplatz-Lösung für Städte und Gemeinden. Shopware ist auch Partner der Initiative „Händler helfen Händlern”, in dessen Rahmen der Hackathon organisiert wird. Die Initiative will über eine Gruppe auf der Karriereplattform Linkedin Online- und stationäre Händler miteinander vernetzen. Gründer der Initiative sind Rose Bikes, Babyone und Changelog.blog.

„Nur wenn wir jetzt gemeinsam handeln, sind wir in der Lage, die Krise zu überwinden. Dazu braucht es Kreativität und Wissenstransfer der Unternehmer, egal aus welchem Segment sie kommen – ob stationär oder online, Mittelstand oder Konzern, Traditionsunternehmen oder Start-Up“, erklärt Marcus Diekmann, CEO von Rose Bikes.

Reichweite nutzen

Bestehende Plattformen und Marktplätze bieten solidarisch Hilfe für betroffene Unternehmen an und versuchen, ihnen alternativ zu einem eigenständigen Online-Shop den Einstieg in den Online-Vertrieb zu erleichtern. Online-Marktplätze wie Ebay oder Rakuten Deutschland starten z. B. Hilfsprogramme, in denen sie kleinen und lokalen Händlern Gebühren erlassen.

„Um die Vielfalt im deutschen Einzelhandel zu schützen, braucht es jetzt die Solidarität von Plattformen und Marktplätzen“, sagt Katharina Huke, Chief Commercial Officer bei der Vergleichsplattform Idealo. Betroffene Unternehmen sollen von der Reichweite dieser bereits im Online-Handel etablierten Marktplätze profitieren.

Das Hilfsprogramm von Idealo richtet sich an Händler, die mindestens einen stationären Verkaufsladen haben und deren Handelsgeschäft aufgrund des Coronavirus derzeit geschlossen bleiben muss. Betroffene Händler können ihre Angebote bis einschließlich 30.06.2020 kostenlos auf der Webseite listen.

Regionale Initiativen

Die Plattform „Lokalsupport” gibt einen Überblick über Initiativen in einzelnen Städten. Hier bietet zum Beispiel „Veedelsretter” der Kölner Digitalagentur Railslove Unternehmen und Selbständigen aus dem Kölner Raum die Möglichkeit, sich kostenlos zu registrieren und Gutscheine anzubieten. Die gekauften Gutscheine können Kunden einlösen, wenn das stationäre Ladengeschäft wieder geöffnet hat. Rund 300 lokale Geschäfte nehmen bereits teil.

Die Stadt Lohr am Main, die Werbegemeinschaft Lohr und Meine Dorfzeile, eine Verkaufsplattform für regionale Produkte im Landkreis Bad Kissingen, riefen kurzfristig den Online-Shop „MainLokalShop” ins Leben. Dort können Lohrer Kunden Waren wie Lebensmittel, Mode und Kosmetikartikel und Dienstleistungen von lokalen Händlern online bestellen, bezahlen und sich kontaktlos liefern lassen.

Das Kölner Start-up Loloco, das vom NRW Landesministerium für Wirtschaft und Digitalisierung gefördert wird, hat die Online-Charity-Aktion „Ein Herz für Händler“ ins Leben gerufen. Im gleichnamigen Online-Shop bietet das Start-up Bekleidung wie T-Shirts und Hoodies zum Kauf an. Alle Erträge, die aus dem Verkauf entstehen, werden als Spende an die Unternehmen weitergegeben. Dabei bestimmen die Käuferinnen und Käufer selbst, wie viel sie bezahlen und wen sie mit ihrem Einkauf unterstützen möchten, indem sie entweder bereits registrierte Händler auswählen oder selbst Unternehmen vorschlagen. Ladenbesitzer können sich auf der Website registrieren. Alle Spenden, die von den Online-Käufern nicht direkt einem Geschäft zugedacht werden, verteilt der Loloco-Rettungsschirm anteilig an alle teilnehmenden Händler. Zusätzlich informiert die Initiative die registrierten Händler in einem Blog über finanzielle Soforthilfen von Bund und Ländern und gibt Tipps zur Nutzung digitaler Werkzeuge wie Social Media.

Das EHI ist Teil des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Handel

Das Kompetenzzentrum Handel unterstützt die Digitalisierung des Handels mit Expertenwissen, Demonstrationszentren, Best-Practice-Beispielen sowie Netzwerken, die dem Erfahrungsaustausch dienen. Es richtet sich vor allem an kleine und mittelständige Händler.

Derzeit konzentriert sich das Kompetenzzentrum auf Angebote, die betroffenen Händlern in der Corona-Krise helfen sollen. Neben Webinaren bietet das Zentrum Informationen zu neuen Verkaufskanälen und listet Erfolgsgeschichten auf. Alle Angebote sind kostenfrei.

Zum Kompetenzzentrum Handel gehören neben dem EHI Retail Institute (Köln), der Handelsverband Deutschland – HDE (Berlin) als Konsortialführer, die ibi research an der Universität Regensburg sowie das IFH Köln. Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Handel ist ein Teil von Mittelstand-Digital, einer Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

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