Interview zur EuroShop: Klare Roadmap für KI definieren | stores+shops

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Foto: Messe Düsseldorf/CTillmann

Interview zur EuroShop: Klare Roadmap für KI definieren

Ulrich Spaan, Geschäftsführer des EHI und Leiter des Geschäftsbereichs Messen, spricht über den Wandel der EuroShop – und warum Fachmessen gerade in Zeiten des Umbruchs eine Schlüsselrolle für die Zukunft des Handels spielen.

60 Jahre EuroShop: Inwiefern hat die Weltleitmesse den Handel beeinflusst?

Die EuroShop entstand aus dem Anspruch, Handelsunternehmen den Zugang zur modernen Handelswelt zu erleichtern. Einen zentralen Ort, an dem Lösungen für den Handel gebündelt präsentiert wurden, gab es in Europa zu diesem Zeitpunkt nicht.Entsprechend groß war die Resonanz: Die Messe fand anfangs im zweijährigen Turnus statt und entwickelte sich rasch zum internationalen Trendbarometer der Branche. Während in den frühen Jahren vor allem Ladenbau und Verkaufsförderung dominierten, rückten mit zunehmender Professionalisierung des Handels Technologiethemen immer stärker in den Fokus. Bis heute wirkt die EuroShop als wichtiger Impulsgeber – und beeinflusst maßgeblich, wohin Händler ihre Investitionen lenken.

Als Initiator der Weltleitmesse war das EHI von Beginn an eng mit der Messe verknüpft: Welche Handelsinnovationen wurden auf der EuroShop früh gefeiert, haben sich aber nie durchgesetzt – und warum?

Immer wieder gab es Innovationen, die große mediale Aufmerksamkeit erhielten, sich am Markt letztlich jedoch nicht etablieren konnten. Dazu zählte etwa ein Tunnel für Einkaufswagen, der Waren automatisch erfassen sollte – eine frühe Vorstufe heutiger RFID-Lösungen. Auch selbstständig durch den Laden steuernde Einkaufswagen sorgten für Interesse. Rückblickend scheiterten viele dieser Innovationen weniger an fehlender Relevanz als an ihrer Zeit. Die technologische Reife oder die Akzeptanz bei Kundinnen und Kunden fehlten noch. Migros beispielsweise präsentierte bereits früh einen Vorläufer der Self-Checkouts, die Bedienung war damals jedoch noch zu komplex, um sich flächendeckend durchzusetzen.

Das EHI begleitet den sprichwörtlichen Wandel im Handel seit 75 Jahren – und verändert sich selbst. Seit Januar sind Sie neuer Geschäftsführer des EHI: Wie verändern sich aus Ihrer Sicht die Rollen von Institut und Fachmesse in einem immer dynamischeren Handelsumfeld?

Fachmessen behalten ihre Relevanz, weil sie leisten, was digitale Formate allein nicht ersetzen können: Sie bringen Anbieter, Lösungen und Entscheider zusammen und schaffen Orientierung. Gleichzeitig verändert sich ihre Funktion. Die EuroShop und andere Leitmessen entwickeln sich immer stärker zu Community-Plattformen, in denen Austausch, Vernetzung und Diskussion im Vordergrund stehen. Reine Produktpräsentationen treten zunehmend in den Hintergrund. Eine vergleichbare Entwicklung zeigt sich im stationären Handel selbst, wo Stores immer häufiger als Erlebnisräume gedacht werden. Forschungsinstitute stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Sie müssen schneller auf Veränderungen reagieren, ihre Themen kontinuierlich schärfen und sich als zentrale Wissens- und Netzwerk-Hubs positionieren – physisch wie digital. Dabei gewinnen technologische Kompetenzen weiter an Bedeutung, insbesondere der Einsatz von KI, um Forschung effizienter zu gestalten und der Branche einen besseren Zugang zu relevanten Daten zu ermöglichen.

Welche zentralen Entscheidungen sollten Handelsunternehmen heute treffen, um in einigen Jahren noch relevant zu sein?

Der deutsche Handel zählte international nicht immer zu den Vorreitern. Inzwischen sind jedoch viele Unternehmen strategisch sehr gut digital aufgestellt und haben ihre Organisation entsprechend weiterentwickelt. Entscheidend bleibt jedoch, technologische Entwicklungen nicht zu unterschätzen – insbesondere beim Thema KI. Händler sind gut beraten, frühzeitig eine klare Roadmap zu definieren, sowohl für interne Prozesse als auch für den Kundendialog. Wer den technologischen Wandel und das veränderte Einkaufsverhalten nachrückender Generationen frühzeitig im Blick behält, erhöht die Chancen, langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die EuroShop 2026 findet vom 22. bis zum 26. Februar in der Messe Düsseldorf statt.

Weitere Informationen und die Möglichkeit, noch kurzfristig Tickets zu erwerben: hier.

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