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Foto: Fotolia / Syda Productions

Was bewegt Android Pay in Europa?

Google hat „Android Pay“ in Großbritannien gestartet. Acht Banken und elf Handelsketten haben – unterstützt durch Mastercard – am Launch teilgenommen. Wie wird „Android Pay“ im Vergleich zu „Apple Pay“ und „Samsung Pay“ ankommen und was bedeutet die Einführung für den deutschen Markt? Dazu ein Kommentar aus Sicht von Six Payment Services.

Google wagt den Schritt über den großen Teich und hat am 18. Mai 2016 „Android Pay“ in Großbritannien gestartet. Damit ist es das erste europäische Land, in dem die mobile Zahlungslösung verfügbar ist. So kommt die dritte mobile Zahlungslösung eines globalen IT-Konzerns nach Europa. Weltweit betrachtet ist Großbritannien das zweite Land neben den USA, in dem der Bezahldienst „Android Pay“ einsetzbar ist. Das Vereinigte Königreich ist für US-Firmen oft naheliegender Einstiegspunkt in den europäischen Markt: Ebenso wurde „Apple Pay“ im Juli 2015 dort eingeführt, Samsungs Bezahldienst soll folgen.

Android Pay in den USA

Laut Google registrieren sich monatlich über 6 Millionen Menschen für „Android Pay“. Das scheinen auf den ersten Blick starke Zahlen zu sein, doch die Registrierungen sagen nichts über die tatsächliche Nutzerzahl aus. Google ist eine Partnerschaft mit dem Bonussystem „Plenti“ eingegangen – der US-Schwester von Payback –, um mehr User für die Bezahllösung zu gewinnen. Die Kombination aus Mobile Payment und Bonusprogramm stellt einen wichtigen Anreiz für Verbraucher dar und soll noch mehr Menschen zum Wechsel zu „Android Pay“ bewegen. Ein Grund, warum Google vor der Einführung von „Android Pay“ in UK auch auf starke Partnerschaften setzte. Schließlich hat Konkurrent Apple bereits einen zeitlichen Vorsprung.

Apple Pay in den USA und Großbritannien

Apples App dürfte die ausgereifteste Lösung auf dem Payment-Markt in England sein – nicht zuletzt, weil „Apple Pay“ dort am längsten auf dem Markt ist. Trotz seines hohen Bekanntheitsgrades bei den iPhone-Nutzern (64 Prozent), haben nur 20 Prozent den Dienst ausprobiert und nur 3 Prozent verwenden „Apple Pay“ regelmäßig. Unter der Berücksichtigung von Marktanteil und -durchdringung von Apple in den USA verwenden weniger als ein Prozent aller iPhone 6-Enduser „Apple Pay“ regelmäßig. Ein Prozent mag gering erscheinen, bedeutet aber immerhin ein gewisses Momentum – allerdings ist es noch ein langer Weg, bis Mobile Payment zum Massenphänomen werden kann.

Samsung will Bezahlplattform in UK einführen

Die Einführung von „Android Pay“ in Großbritannien könnte Samsung-Nutzer irritieren, da diese seit dem Galaxy S6 mit „Samsung Pay“ bereits eine eigene vorinstallierte Wallet besitzen. Die Lösung ist derzeit in den USA, Südkorea und China einsetzbar und wird bald in Singapur, Großbritannien und Spanien eingeführt. Für das zweite Halbjahr 2016 habe Samsung, so kündigte Nathalie Oestmann, Head of Samsung Pay Europe, an, die Einführung von „Samsung Pay“ in weiteren europäischen Ländern auf der Agenda, ohne diese konkret zu benennen. Um gegen Apple und Google konkurrenzfähig zu bleiben, hatte Samsung Anfang 2015 „LoopPay“ übernommen und deren Magstripe-Secure-Transmission(MST)-Lösung in die neue Gerätegeneration integriert. Dadurch lassen sich Zahlungen auch an herkömmlichen POS-Terminals mit Magnetstreifenleser sicher durchführen.  

Doch beim Thema Mobile Payment geht es nicht nur um die drei großen Player. Ein Blick in die Schweiz: Banken wappnen sich mit „Paymit“ gegen internationale Player. Das Finanzinstitut UBS und die Zürcher Kantonalbank haben das neue Peer-to-Peer-Bezahlsystem mit Six in der Schweiz eingeführt. Mit der App können Nutzer Geld in Echtzeit senden oder anfordern. Weitere Banken (Banque Cantonale de Genève, Banque Cantonale Vaudoise, Luzerner Kantonalbank und Raiffeisen) haben sich der Partnerschaft angeschlossen, was die rasche Verbreitung der App unterstützt. Aktuell wird „Paymit“ auch für das Bezahlen im Handel ausgerollt. Damit bietet es eine Alternative zu Apple, Google & Co. – zumindest in der Schweiz. Dies hilft nationalen Banken und Finanzinstituten, ihre Beziehung zum Endkunden zu verteidigen und gegenüber den neuen Technologieanbietern konkurrenzfähig zu bleiben.

Fazit

Trendforscher sind überzeugt, dass sich Mobile Payment durchsetzen wird. Google scheint sich jedoch in einer sehr engen Nische in Europa zu bewegen. Immerhin spricht „Android Pay“ nur Nutzer in ausgewählten Ländern an, die weder „Apple Pay“ noch „Samsung Pay“ nutzen. Die Einführung einer neuen mobilen Bezahlplattform wird weder im englisch- noch im deutschsprachigen Raum reichen, um das Zahlverhalten von Kunden nachhaltig zu verändern. Erst die Kombination aus Mobile Payment mit weiteren Dienstleistungen – beispielsweise Mobile Ticketing und Treueprämien – wird zu einem wahrnehmbaren Nutzen führen. Erst dann werden nicht nur Techies und Innovatoren, sondern auch durchschnittliche Nutzer einen solchen Service regelmäßig nutzen. Ein Pluspunkt für „Android Pay“ in Großbritannien ist die Kooperation mit „Transport for London“. So können Nutzer in Bus und Bahn bargeldlos via Smartphone zahlen. Eins ist bei Google allerdings sicher: Während wir auf die Entwicklung von „Android Pay“ in Großbritannien blicken, heckt Google bereits Pläne für weitere vielversprechende digitale Märkte aus.

Foto: Fotolia / Syda Productions

Autor Sascha Breite ist als Head Future Payments bei Six Payment Services tätig.

Weitere Informationen: www.six-payment-services.com 

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