Light & Building: Beleuchtungstrends im Retail | stores+shops

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1.927 Aussteller aus 49 Ländern präsentierten in Frankfurt am Main ein breites Spektrum technologisch leistungsfähiger Lösungen
Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Pietro Sutera

Light & Building: Beleuchtungstrends im Retail

Im stationären Handel wächst Beleuchtung mehr und mehr mit KI, Verhaltensdaten und Mediensteuerung zu einem Gestaltungssystem zusammen. Modulare, energieeffiziente Infrastrukturen bilden dafür die Grundlage. Das zeigte die Messe Light + Building vom 8.-13. März in Frankfurt am Main.

Eines der Highlight-Konzepte mit Retail-Bezug präsentierte der österreichische Leuchtenhersteller Zumtobel gemeinsam mit 4Dmagic und der Markenagentur Kochstrasse unter dem Titel „New Retail”. Ausgangspunkt ist die neurowissenschaftliche These, dass rund 95 Prozent aller Kaufentscheidungen unbewusst getroffen werden. Darauf aufbauend kombiniert das Konzept Licht, digitale Inhalte und Raumstimmung zu einem System, das Kundinnen und Kunden auf emotionaler Ebene adressieren soll. Grundlage der technischen Umsetzung ist das Lichtmanagementsystem Litecom von Zumtobel, das über Sensoren und Kameras anonymisiert Kontextdaten erfasst – etwa Tageszeit, Besucherfrequenz oder grobe Kundengruppen.

Die Zumtobel Group präsentierte neue Systemlösungen in Gemeinschaft u. a. mit Thorn und Tridonic

Die Zumtobel Group präsentierte neue Systemlösungen in Gemeinschaft u. a. mit Thorn und Tridonic
Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Pietro Sutera

Eine KI-Komponente analysiert diese Daten in Echtzeit und steuert daraufhin Licht, Displays und Medieninhalte. Die Verarbeitung erfolgt nach Herstellerangaben DSGVO- und EU-AI-Act-konform, ohne personenbezogenes Tracking. Für den Handel bedeutet das Konzept: Licht- und Content-Steuerung lassen sich zentralisiert verwalten, auf Kampagnen, Warenwirtschaftsdaten oder Retail-Media-Inhalte synchronisieren und über offene APIs in bestehende ERP- und IoT-Systeme integrieren. Als Ergebnis nennt Zumtobel reduzierte Kampagnenlogistik sowie Effizienzgewinne bei Energie, Wartung und Flächenproduktivität.

Strahler, Linien, Flächenleuchten

Flankiert wurde das „New Retail”-Konzept durch neue Leuchtenfamilien, die die beschriebenen Ansätze auf Produktebene umsetzen, so etwa ein Strahlersystem mit Tunable-White-Funktion, DALI-2-Ansteuerung und einer breiten Auswahl optischer Systeme. Dabei geht es um akzentuierte Wareninszenierung – von der Aktionsfläche bis zu High-End-Präsentationen mit hoher Farbwiedergabe und Lichtdynamik. Eingebunden in die Litecom-Steuerung und kombiniert einsetzbar sind außerdem Grundbeleuchtung und eine textile Deckenflächenleuchte, die großflächige, atmosphärische Lichtwirkungen ermöglicht.

Skalierbarkeit von Filiale bis Flagship

Der deutsche Leuchtenhersteller Trilux präsentierte auf der Messe ein Anwendungsportfolio für Industrie, Office, Retail und Outdoor. Für den Handel stand das modulare Lichtliniensystem „E-Line Pro“ im Mittelpunkt: Es lässt sich laut dem Unternehmen mit verschiedenen Optiken, Leistungsstufen und Funktionsmodulen – darunter integrierbare Spots und Sensoren – bestücken und damit skalierbar in unterschiedlichsten Retail-Formaten einsetzen, vom Lebensmitteldiscounter bis zum Fashion-Flagship. Im Zusammenspiel mit Lichtmanagementsoftware lässt sich die Lösung laut Trilux in übergeordnete Gebäude- und Betriebssysteme einbinden und soll anhand standardisierter Plattformen einen optimierten Betrieb ermöglichen und gleichzeitig Raum für sortiments- oder markenspezifische Lichtstimmungen lassen.

Biologischer Lichtrhythmus

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Signify kehrte nach seiner Abwesenheit bei der letzten Ausgabe 2024 mit einem großen Messeauftritt zurück
Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Jochen Günther

Der niederländische Hersteller Signify zeigte mit der IoT-Softwareplattform Interact und das Lichtsteuerungssystem Dynalite Lösungen für den Retail-Bereich – letzteres firmiert seit Anfang 2026 nicht mehr unter dem Philips-, sondern unter dem Signify-Markendach. Beide Systeme ermöglichen die zentrale Steuerung und Überwachung von Beleuchtungsinstallationen in Filialnetzwerken, mit Funktionen für Energiemanagement, Fernwartung und szenenbasierte Lichtprogrammierung. Daneben präsentierte Signify eine Produktlinie, mit der sich individuelle Leuchtenformen und -oberflächen für Markenwelten realisieren lassen, sowie „NatureConnect“, ein auf Human-Centric-Lighting ausgerichtetes System, das Lichtspektrum und -intensität an biologische Tagesrhythmen anpasst – ein Ansatz, der zunehmend auch in Verkaufsflächen mit längeren Aufenthaltszeiten Anwendung finden kann.

Dreidimensionale Systeme

Der österreichische LED-Leuchtenhersteller Xal zeigte Leuchten vor allem als räumliches Gestaltungsmittel. Neue Systeme erlauben den Aufbau dreidimensionaler Lichtstrukturen, die als geometrische Raster oder skulpturale Mittelraumelemente in Stores eingesetzt werden können. Sie sollen dort Zonen schaffen, Blickachsen lenken und eine Lichtarchitektur erzeugen, die über die rein funktionale Beleuchtung hinausgeht. Besonders adressiert werden dabei Flagshipstores und erlebnisorientierte Konzepte im Fashion- und Lifestylebereich, bei denen Licht als Markenelement eingesetzt wird. Ergänzend zeigte Xal kombinierte Licht- und Akustikelemente – ein Ansatz, der in hoch frequentierten Stores sowohl die Aufenthaltsqualität als auch die Markenwahrnehmung beeinflussen soll.

Energieeffizienz und Modularität

Das österreichische Unternehmen Molto Luce fokussierte sich auf die Segmente Supermarkt, Boutique und Fachmarkt. Das Produktportfolio aus Strahlern, Lichtlinien und Downlights ist als Baukastensystem konzipiert: Einzelkomponenten lassen sich durch Wechselmodule an neue Sortimente, geänderte Layouts oder aktualisierte Retail-Konzepte anpassen, ohne vollständige Installationen austauschen zu müssen. Der Ansatz zielt auf eine zentrale Anforderung des Handels: steigende Energiekosten, ESG-Vorgaben und den kontinuierlichen Bedarf an Flächenerneuerungen wirtschaftlich in Einklang zu bringen. Modulare Infrastruktur und hohe Energieeffizienz werden immer mehr als Investitionsargument für Handelsunternehmen gebracht – sowohl für die standardisierte Filiale als auch für den individualisierten Concept Store.

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