Die Roboter übernehmen das Greifen, Scannen und Einsortieren von Artikeln. Dank „Computer Vision“ lernt das System ständig dazu und passt sich dem wechselnden Produktsortiment an. Dies soll eine hohe Genauigkeit und kurze Durchlaufzeiten im komplexen Logistikprozess sichern. Ein Ziel der Kooperation mit dem Tech-Unternehmen Nomagic ist es, die Handhabung von Schuhkartons zu automatisieren. Die Herausforderung besteht häufig darin, dass lose Deckel beim Anheben durch Roboter verrutschen. Die Richard-Roboter nutzen dafür eine spezielle Synergie aus Software und Hardware. Der neue „Shoebox Picker“ kombiniert KI-gestützte Bilderkennung mit speziellen Greifern, die den Karton von zwei Seiten fixieren. Die Technologie erkennt die Form und Position jedes Kartons in Echtzeit und passt den Griff entsprechend individuell an.
„Angesichts unserer Größenordnung brauchen wir eine intelligente Automatisierung, die unsere Prozesse unterstützt. Indem wir einfache, repetitive Abläufe an KI-gesteuerte Roboter übertragen, erreichen wir die operative Exzellenz, die unsere Partner erwarten, und schaffen gleichzeitig Raum für die Weiterentwicklung unserer Mitarbeitenden“, sagt Marcus Daute, Vice President Logistics Network bei Zalando. Mitarbeitende sollen sich zukünftig auf komplexere Aufgaben konzentrieren können, beispielsweise Qualitätskontrollen und anspruchsvolle Prozesse in Logistikzentren. Auch Schulungen sind geplant, damit Mitarbeitende mit den Robotern arbeiten und für deren Wartung verantwortlich sein können.
Zalando versteht „Richard“ als wertvolle Ergänzung des eigenen Netzwerks. Der Roboter lässt sich nahtlos in die bestehenden Empfangsstationen integrieren, die angepasst wurden, um die Geräte unterzubringen und die Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften einzuhalten. Nachdem im Pilotprojekt bereits Spitzenwerte von 100.000 Picks pro Tag erreicht wurden, erfolgt nun die Skalierung. Die ersten Systeme sind bereits an den Standorten Lahr, Mönchengladbach und Verona (Italien) im Einsatz. Weitere Einheiten folgen in den Logistikzentren in Rotterdam, Stockholm und Paris sowie am neuen Standort Gießen, der im Laufe des Jahres den Betrieb aufnimmt.