Leergutautomaten: Schneller, smarter, sauberer | stores+shops

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Pfandabgabe einfach gemacht: Der „Quantum” von Envipco nimmt ganze Säcke mit gemischtem Leergut an und verarbeitet bis zu 100 Teile pro Minute.
Foto: Messe Düsseldorf/CTillmann

Leergutautomaten: Schneller, smarter, sauberer

Die Pfandrücknahme entwickelt sich vom Pflichtprozess zum Effizienzfaktor im Markt. Neue Systeme ermöglichen es, große Mengen an Flaschen und Dosen in einem Schritt zurückzugeben, automatisieren Sortier- und Kompaktierungsprozesse im Hintergrund und reduzieren so Wartezeiten sowie manuelle Arbeit für das Personal.

Moderne Pfandautomaten setzen nicht mehr auf die schrittweise Annahme einzelner Gebinde, sondern auf gebündelte Prozesse, höhere Durchsatzraten und eine stärkere Automatisierung im Hintergrund. Ziel ist es, Stoßzeiten besser abzufangen, Abläufe im Markt zu entlasten und die Logistik im Backroom effizienter zu organisieren. Einblicke in aktuelle Entwicklungen wurden u. a. auf der EuroShop 2026 sichtbar. Je nach Konzept stehen Geschwindigkeit, Flächeneffizienz oder vollständige Automatisierung im Vordergrund.

Multi-Feed im Fokus

Tomra hat mit dem „R2“ einen Multi-Feed-Automaten entwickelt, der Flaschen und Dosen gesammelt annimmt, inklusive Glasflaschen ohne Vorsortierung. Kunden geben ihr Leergut gebündelt ab, das System übernimmt Zählung, Sortierung und Bonerstellung. Die wandmontierte Bauweise spart Fläche, der Wartungszugang erfolgt von der Rückseite und stört den Betrieb nicht. Edeka-Händler Pascal Gerdes war einer der ersten, der den „R2“ in seinem Trinkgut-Markt in Moers getestet hat. Im ersten Monat nutzten laut eigener Aussage knapp 2.000 Kund:innen das System, der Durchsatz liegt bei rund 4.000 Gebinden pro Tag. Der bisher größte Einzelvorgang umfasste 471 Gebinde. „Die Mitarbeiter sind dankbar, dass es jetzt schneller geht“, sagt Gerdes. Kund:innen warteten mittlerweile lieber am „R2“, auch wenn das klassische System daneben frei sei.

Auch Rewe setzt auf die Technologie. In Oldenburg nimmt ein „R2“ bis zu 300 Gebinde in einem Vorgang an. Weitere Installationen gibt es bei Rewe Stockhausen in Unterfeldhaus sowie in mehreren Edeka-Filialen, darunter Edeka Nolte in Königstein. Dort kombiniert der Händler den „R2“ mit mehreren „MultiPac“- und „SoftDrop“-Systemen im Backroom, die für die automatische Sortierung und schonende Sammlung der Gebinde im Lagerbereich sorgen. „Wir wollen innovativ sein und unseren Kunden eine schnelle und einfache Leergutrückgabe garantieren“, sagt Marktleiter Andreas Hölz.

Platzsparende Kompaktierung

Der „RollPac“ von Tomra ist das erste vertikale Kompaktiersystem und bietet rund 30 Prozent mehr Sammelvolumen.

Der „RollPac“ von Tomra ist das erste vertikale Kompaktiersystem und bietet rund 30 Prozent mehr Sammelvolumen.
Foto: Tomra/Jannik Hammes

Im Hintergrund gewinnt die Kompaktierung an Bedeutung. Tomra stellte mit dem „RollPac“ ein vertikales Einweg-Rücknahmesystem vor, das für handelsübliche Rollcontainer ausgelegt ist. Durch die Bauweise wird weniger Stellfläche benötigt, gleichzeitig steigt das Sammelvolumen nach Herstellerangaben um rund 30 Prozent. Behälterwechsel sind seltener nötig und lassen sich innerhalb weniger Minuten durchführen. Das Umlagern voller Säcke entfällt. Das System ist mit Front-Automaten wie dem „T9“ und „R2“ kombinierbar und flexibel im Lager positionierbar. Rewe testete den „RollPac“ bereits 2024 in der Filiale Köln-Dellbrück.

Roboter sortiert im Backroom

Einen anderen Ansatz verfolgt Sielaff mit dem Flaschentischroboter „RoSi“. Das System integriert sich in bestehende Rücknahmetechnik und übernimmt die automatische Sortierung von Einzelflaschen in Getränkekästen. Über Fördertechnik gelangen die Gebinde zum Roboter, der bis zu 18 verschiedene Typen erkennt und einsortiert. Weitere Gebinde werden im Rollcontainer „SiDrop“ gesammelt. Halbvolle Kästen lassen sich so vermeiden. Das System richtet sich vor allem an größere Händler, die ihre Leergutlogistik weitgehend automatisieren möchten.

Der Flaschentischroboter „RoSi“ von Sielaff sortiert bis zu 18 verschiedene Gebinde automatisch in die passenden Getränkekästen.

Der Flaschentischroboter „RoSi“ von Sielaff sortiert bis zu 18 verschiedene Gebinde automatisch in die passenden Getränkekästen.
Foto: Messe Düsseldorf/CTillmann

Industrielle Geschwindigkeit

Envipco präsentierte mit dem „Quantum“ einen Hochleistungsautomaten für Standorte mit großem Rücklauf. Kund:innen geben gemischtes Leergut gesammelt in einen Trichter, das System übernimmt Sortierung und Verdichtung. Mit bis zu 100 Teilen pro Minute arbeitet die Anlage deutlich schneller als klassische Automaten. Aluminium und PET werden parallel verarbeitet. Das System kann sowohl im Innen- als auch im Außenbereich eingesetzt werden und zielt darauf ab, auch bei hohem Andrang einen kontinuierlichen Ablauf sicherzustellen.

Automatisierung nimmt zu

Die Entwicklungen zeigen, dass die Leergutrücknahme zunehmend automatisiert und für Händler zum Differenzierungsmerkmal wird. Schnelle und unkomplizierte Lösungen ziehen gezielt Kund:innen an. Leergut wird so vom notwendigen Service zu einem Faktor, der die Standortattraktivität messbar beeinflussen kann.

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