Trendreport: Stores mit Mehrwert | stores+shops

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Digitale Tools zur Unterstützung des Kauferlebnisses im BJUT Flagship von Dr. Max in Prag
Foto: REXY Group

Trendreport: Stores mit Mehrwert

Mit dem Wandel von Konsum- und Einkaufsverhalten der Verbraucher:innen ändern sich auch die Anforderungen an den stationären Handel. Die Rolle des physischen Raums wandelt sich in vielen Handelsbranchen von einer reinen Verkaufsfläche zum Erlebnisort. Die Grenzen zwischen Verkaufen und Unterhaltung verschwinden zusehends.

Perfekte Inszenierung an der Schnittstelle von Marke, Produkt und Kunde im Crocs Icon Store, New York

Perfekte Inszenierung an der Schnittstelle von Marke, Produkt und Kunde im Crocs Icon Store, New York
Foto: Brian T. Silak (on behalf of Crocs)

Immer mehr Läden bieten Flächen für Interaktion, Services und Kooperationen mit neuen Partnern. Auf den ersten Blick scheinen damit wertvolle Quadratmeter geopfert zu werden für Lounge-Zonen, Gastronomie, Workshops, Service-, Kultur- und Sportflächen bis hin zu besonderen Community Spaces: Als Treffpunkt für die lokale Gemeinschaft mit Angeboten, die sich an den gemeinsamen Interessen der jeweiligen Zielgruppe ausrichten. Doch schaut man genauer hin, schafft man auf diesem Wege ein Einkaufserlebnis, das mehr ist als Verkauf und genau dort ansetzt, wo der Onlinehandel nicht mitspielen kann. Zwar kann und will nicht jeder Händler zum Experience Retailer werden, doch können auch schon einzelne Facetten wie besondere Highlight-Flächen und immer wieder neue Themen und Marken (z. B. über Pop-up-Flächen) dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Statt sich allein auf Schnelldreher und gut kalkulierte Sortimente aus dem Warenwirtschaftssystem zu verlassen, schaffen kuratierte Angebote über bisherige Branchen- bzw. Sortimentsgrenzen hinweg Abwechslung und Orientierung für die Kunden: innen – auch in Abgrenzung zu Wettbewerbern, die das gleiche oder ein ähnliches Sortiment bieten.

Technologie als Designelement

Eine wichtige Unterstützung erhalten moderne Store-Konzepte durch neue Technologien und digitale Tools, wenn diese zur Beschleunigung von Prozessen und einer Verbesserung der Servicequalität eingesetzt werden und damit einen echten Mehrwert für die Kunden:innen bieten. Dazu gehören heute u. a. KI-basierte Anwendungen für optimierte Sortimente und ihre Präsentation einschließlich einer Vermeidung von Out-of-Stocks, Click + Collect-Services und Self-Checkout- Kassen. Als elementare Bestandteile des Storedesigns werden Self-Checkouts zunehmend selbst zum Designelement. Im Fashion- oder Sporthandel zum Beispiel sind SB-Kassen als kompakte Insellösungen angelegt statt wie bislang in der hinteren Ecke des Stores versteckt zu werden.

Das Storedesign arbeitet an der Schnittstelle von Marke, Produkt und Verbraucher – es schafft räumliche Identität und bietet einen Rahmen für die Interaktion der Verbraucher: innen mit dem Produkt. Im Hinblick auf eine möglichst dynamische Flächenbewirtschaftung sollten Flächen für Events, Aktionen oder besondere (Produkt-)Präsentationen daher schon von Anfang an als ein fester Bestandteil des Store-Konzepts eingeplant werden. Damit werden hochflexible Einrichtungsprogramme und modulare Systeme, die eine schnelle Anpassung an sich wandelnde Sortimente, Aktionen und Saisons ermöglichen und sich breit über unterschiedliche Abteilungen einsetzen lassen, immer wichtiger.

Nachhaltiger Ladenbau

Zudem gewinnt die weitere Verwendung von Ladeneinrichtungen nach Umbauten wie auch bei der Weiterentwicklung von Store-Konzepten an Bedeutung. Dies mindert den Kostendruck, zahlt aber auch auf einen nachhaltigen Ladenbau ein. Fragestellungen der Nachhaltigkeit haben inzwischen Eingang in die Planungskultur und Materialauswahl gefunden. Neben Holz – schon lange ein Symbol nachhaltigen Bauens und Einrichtens – gehen viele Konzepte noch weiter: Recycelte Baustoffe, Second- Life-Materialien, lokale Ressourcen und nachwachsende Rohstoffe prägen die neue Designsprache. Selbst Kunststoff erfährt ein Revival – als wiederverwertetes Element, zum Beispiel aus Verpackungsabfällen oder Textilresten. Auf der Kundenseite bietet der Handel immer häufiger Secondhand-, Leih- oder Reparaturservices an.

Die Läden von heute unterliegen jedoch nicht nur bei der Gestaltung und Nutzung ihrer Flächen einer neuen Dynamik, sondern ebenso bei der Entwicklung unterschiedlicher Formate, mit denen Händler heute am Markt unterwegs sind. Mit kleineren spezialisierten Flächen rückt der Handel zunehmend näher an seine Kunden:innen und deren besondere Bedarfssituation an urbanen Standorten. Hilfreich war hier, dass mit der Portfoliobereinigung vieler Handelsunternehmen, auch als Folge der Pandemie, in zentralen Lagen plötzlich attraktive Standorte für diese neuen Angebote zu bekommen waren. Auch architektonisch rücken die neuen Läden näher an die lokale Community – mit der Öffnung von Fassaden, bodentiefen Fenstern, die mit Sitzecken als Logenplätze für den Blick nach draußen gestaltet werden, und breiten, einladenden Eingangsbereichen. Im Ladeninnern sorgen oft normale Alltagsobjekte mit lokalen Bezügen zum Standort oder der Historie des Gebäudes, in dem sich ein Geschäft befindet, für zusätzlichen Lokalkolorit und eine Anbindung an die Nachbarschaft.

Mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung von Konzepten und Design hat der stationäre Handel trotz zahlreicher Krisen und Herausforderungen in den letzten Jahren immer wieder aufs Neue seine Kreativität und Innovationsfähigkeit bewiesen. Gemeinsam mit neuen Nutzungskonzepten rund um Kultur, Unterhaltung und Genuss bleibt er auch weiter ein aktiver und überaus lebendiger Teil erfolgreicher Stadt- und Quartierslagen und damit Anlaufpunkt für ein abwechslungsreiches Shopping.

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