Edeka Eggert: Hybridmarkt mit SCO-Kassen | stores+shops

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Deckenmontierte Monitore über der SCO-Zone zeigen die Videoüberwachung des Bereichs in Echtzeit
Foto: AnyStore

Edeka Eggert: Hybridmarkt mit SCO-Kassen

Kaufmann Kim-David Eggert hat seinen Edeka-Markt in Sörup im Kreis Schleswig-Flensburg mit sechs Self-Checkout-Terminals ausgestattet und nutzt das System ab Mai für einen Abendbetrieb bis 22 Uhr ohne Kassenpersonal.

Edeka Eggert

Bahnhofstraße 40
24966 Sörup
Deutschland 

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Edeka Eggert

Bahnhofstraße 40
24966 Sörup
Deutschland

Vor vier Jahren kam Kim-David Eggert von Edeka Niemerszein in Hamburg nach Sörup und übernahm den dortigen Markt, der am selben Ort wie der Vorgängerbetrieb mit einer vergrößerten Verkaufsfläche von 1900 qm neu gebaut worden war. Er beließ es damals zunächst bei den vorhandenen konventionellen Sitzkassen von Itab und verzichtete bewusst auf eine Self-Checkout-Lösung, um keine Spekulationen über Stellenabbau zu provozieren. Sechs Sitzkassen und eine Lottokasse bildeten die Kassenzone; davon erwiesen sich vier als wirtschaftlich tragfähig. Der ursprünglich geplante Edeka-eigene Scan-&-Go-Service ließ sich nicht umsetzen: Das System erhielt im Januar 2022 einen bundesweiten Stopp.

Daten und Fakten

  • Verkaufsfläche: 2.700 qm, 120 Stellplätze
  • Mitarbeitende: 55
  • Kassenzone: 4 Sitzkassen, 1 Lottokasse, 6 SCO-Terminals
  • Kund:innen/Woche: 8.500–9.000
  • Sortiment: ca. 30.000 Artikel
  • Durchschnittsbon gesamt: 29,69 Euro | SCO: 23,44 Euro
  • SCO-Nutzungsquote: 21 Prozent (Tendenz steigend)
  • Hybridbetrieb ab 05/26: täglich 20–22 Uhr
  • Technologiepartner: AnyStore GmbH, Pasching bei Linz

Belastungstest im Ostergeschäft

Für die Umrüstung entschied sich Eggert für ein System von Anystore aus dem österreichischen Pasching bei Linz. Zwei Tandemkassen-Positionen wurden durch sechs SCO-Terminals ersetzt. Die Breite des Durchgangs beträgt dort 3,70 m – genug Platz, um auch mit einem der im Markt genutzten 240-Liter-Einkaufswagen bequem durch- und aneinander vorbeizukommen. Die Kassenzone umfasst heute vier Sitzkassen, eine Lottokasse und sechs SCO-Terminals. Die Inbetriebnahme erfolgte bewusst kurz vor Ostern, um die Terminals unter Hochlastbedingungen zu testen. Eggerts Fazit: Fast 20 Prozent des Gesamtumsatzes liefen in den Ostertagen über die SCO-Kassen.

„Obwohl wir auf Self-Checkout-Kassen umgestellt haben und dafür zwei Sitzkassen weichen mussten, konnten wir das gesamte Ostergeschäft ohne lange Schlangen an den Kassen abwickeln. Insgesamt lief alles deutlich stressfreier ab, als wir im Vorfeld befürchtet hatten. Die Kunden haben das selbsterklärende System sehr gut angenommen und waren teilweise überrascht, wie einfach und schnell der Einkauf damit funktioniert“, sagt Kim-David Eggert.

Mit dem Angebot haben wir in der Region ein Alleinstellungsmerkmal.

Kim-David Eggert

Edeka-Kaufmann

Aktuell wickeln 21 Prozent der Kund:innen ihren Einkauf an den SCO-Terminals ab, Tendenz steigend. Der Markt zählt wöchentlich 8.500 bis 9.000 Kund:innen bei einem Sortiment von rund 30.000 Artikeln. Der Durchschnittsbon im Gesamtmarkt liegt laut Eggert bei 29,69 Euro, an den SCO-Kassen bei 23,44 Euro.

Am Zutrittsterminal am Eingang können sich Kund:innen per Karte oder App registrieren

Am Zutrittsterminal am Eingang können sich Kund:innen per Karte oder App registrieren
Foto: AnyStore

„Mit den Self-Checkout-Kassen machen wir unseren Markt flexibler und bieten unseren Kunden einen echten zusätzlichen Service. Durch das installierte Hybrid-System können wir den Markt zusätzlich auch von 20 bis 22 Uhr mit minimalem Personalaufwand öffnen – ein Angebot, das in unserer Region derzeit ein echtes Alleinstellungsmerkmal ist. Gleichzeitig schaffen wir tagsüber mehr Kapazitäten für unsere Mitarbeitenden auf der Fläche. Sie können näher am Kunden sein, sind häufiger als Ansprechpartner präsent und haben mehr Zeit für eine gute Regalpflege. Gerade auf dem Dorf funktioniert so ein Konzept, weil Vertrauen da ist – und Diebstahl bei uns eine untergeordnete Rolle spielt“, so Eggert.

Diebstahlprävention

Ab Mai öffnet der Markt täglich von 20 bis 22 Uhr im Hybridbetrieb: Kund:innen erhalten Zutritt über EC- oder Kreditkarte, bezahlen ausschließlich an den SCO-Terminals und checken beim Verlassen mit demselben Zahlungsmittel aus. Dieses Prinzip soll den Ablauf nachvollziehbar halten und wirkt nach Aussage von Eggert auch präventiv gegenüber Diebstahl – durch den psychologischen Effekt der eindeutigen Zuordnung beim Ein- und Austritt. Eine zusätzliche Arbeitsstelle soll im Eingangsbereich eingerichtet werden, unter anderem für die Altersverifizierung. Der Markt beschäftigt derzeit insgesamt 55 Mitarbeitende. Langfristig plant Eggert, bei natürlicher Personalfluktuation an der Kassenzone einzusparen, ohne bestehende Stellen abzubauen. Tagsüber sollen die jetzt schon frei gewordenen Kapazitäten in Flächenbetreuung und Regalpflege fließen.

Für die ländliche Lage – der nächste Mitbewerber schließt vor 20 Uhr – ist der Abendbetrieb auch ein Frequenzargument: Kund:innen, die abends noch schnell Grillzubehör oder Ähnliches brauchen, haben in Sörup ab Mai einen Anlaufpunkt.

KI-Kamera kommt

Die sichtbaren Installationen an der Decke beinhalten Kameratechnik des SCO-Systems

Die sichtbaren Installationen an der Decke beinhalten Kameratechnik des SCO-Systems
Foto: Edeka Nord

Parallel zum laufenden SCO-Betrieb wird der Anystore „ScanGuard“ als Beta-Version installiert. Das System filmt aktuell den Scanbereich der Self-Checkout-Kassen und zeigt der Kundschaft dabei ein Live-Bild des eigenen Scanvorgangs am Terminal. Gesichter werden nach Herstellerangaben nicht erfasst; die Kamera ist ausschließlich auf den Warenfluss gerichtet. Das System soll die Grundlage für künftige Funktionen zur Betrugserkennung schaffen – darunter die Erkennung nicht gescannter Artikel oder von Barcode-Switching.

Dominik Leitner, CEO von Anystore: „Bei ScanGuard sind wir aktuell in den Test- und Verifizierungsschritten und es wird nicht mehr lange dauern, bis wir marktreif sind. Uns ist wichtig, das System nicht zu früh live zu nehmen – es lieber zwei Monate länger zu verifizieren als zu kurz -, sondern wirklich erst dann, wenn wir selbst zu 100 Prozent dahinterstehen. Gerade bei einer KI-Lösung in einem realen Marktumfeld geht es nicht nur darum, dass etwas grundsätzlich funktioniert, sondern dass es im Alltag auch wirklich stabil, sauber und verlässlich läuft. Wir prüfen das System sehr intensiv unter realen Bedingungen, gleichen Ergebnisse ab und bessern dort nach, wo es noch Optimierungsbedarf gibt.“

„Durch das installierte Kamerasystem haben wir zusätzlich die Möglichkeit, mithilfe von KI mögliche Diebstähle frühzeitig zu erkennen. Falls es doch einmal zu einem Diebstahl kommen sollte, können wir so schnell reagieren und den Vorgang nachvollziehen. Das sorgt für zusätzliche Sicherheit und unterstützt uns dabei, den Markt auch mit dem neuen Konzept zuverlässig zu betreiben“, ergänzt Kim-David Eggert.

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