Tante Enso: „Heimspiel" für Tegut-Filialen | stores+shops

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Das Tante-Enso-Konzept richtet sich an Gemeinden im ländlichen Raum, mit Genossenschaftsbeteiligung der Bevölkerung vor Ort
Foto: Tante Enso

Tante Enso: „Heimspiel“ für Tegut-Filialen

Der Bremer Mini-Supermarkt-Betreiber Tante Enso will bis zu 36 Tegut-Filialen von der Schweizer Genossenschaft Migros Zürich übernehmen. Die Standorte sollen schrittweise in das hybride Nahversorgungskonzept der 24/7-Stores überführt werden.

Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Freigabe durch das Bundeskartellamt. Bis dahin werden die betroffenen Märkte wie gewohnt weiterbetrieben. Als Auswahlkriterium nennt das Tante Enso die Größe der Gemeinden sowie die infrastrukturelle Lage der Standorte. Beides soll zum Versorgungsansatz des Unternehmens passen, der auf kleinere Orte im ländlichen Raum ausgerichtet ist.

Geführt wird Tante Enso von Thomas Gutberlet als Geschäftsführer und Gesellschafter, der die Märkte aus einer früheren Perspektive kennt: Er war zuvor Geschäftsführer von Tegut. „Gemeinsam mit den Bürger:innen wollen wir die Zukunft der betroffenen Märkte absichern. Diese Märkte sind seit vielen Jahren ein wichtiger Baustein der Infrastruktur vor Ort. Die Mitarbeiter:innen haben mit viel Engagement diese Märkte betrieben und bekommen durch Tante Enso eine Perspektive für ihre weitere Zukunft“, so Gutberlet.

Diese Märkte sind ein wichtiger Baustein der Infrastruktur vor Ort.

Thomas Gutberlet

Geschäftsführer, Tante Enso

Das Konzept

Die Tante-Enso-Märkte funktionieren als hybride Mini-Supermärkte: Sie sind rund um die Uhr über ein automatisiertes Zutrittssystem zugänglich, verfügen aber auch über persönliche Öffnungszeiten mit Team vor Ort. Das Sortiment umfasst REWE-Marken wie „ja!“, „Rewe Beste Wahl“ und „Rewe Bio“. Mitglieder der Genossenschaft „myEnso Teilhaber eG“ erhalten Preisnachlässe von bis zu 4 Prozent. Ergänzend sollen die Märkte Serviceangebote wie Kaffee-Ecken, Post-Services oder Apothekenbestellungen bereitstellen.

Für die vollständige Überführung eines Standorts in das Tante-Enso-Modell sind laut Unternehmen mindestens 35 Prozent der örtlichen Bevölkerung als Genossenschaftsmitglieder gefragt. Die dafür notwendigen Gespräche mit Gemeinden sowie Infoveranstaltungen und Bürgerversammlungen sollen in den kommenden Monaten stattfinden.

Teil des Gesamtpakets

Die geplante Übernahme ist Teil des laufenden Verkaufsprozesses für das deutsche Filialnetz von Tegut, der durch den vollständigen Rückzug der GMZ aus dem deutschen Markt ausgelöst wurde. Trotz Kosteneinsparungen, die die operativen Verluste im vergangenen Jahr um mehr als die Hälfte reduzierten, hatte sich das Marktumfeld der Migros zufolge weiter verschärft und eine Gesamtübernahme durch einen einzigen Erwerber erwies sich dabei offenbar als nicht umsetzbar.

Im März dieses Jahres hatte Edeka rund 200 der etwa 350 deutschen Tegut-Filialen übernommen, darunter das Logistikzentrum in Michelsrombach sowie die Smart Retail Solutions als Betreiberin der Teo-Standorte. Im April folgte eine Einigung mit der Rewe Group über bis zu 40 weitere Märkte, die als Rewe- oder Penny-Standorte weitergeführt werden sollen.

Mit den nun geplanten 36 Standorten für Tante Enso nähert sich der Verkaufsprozess seinem Abschluss. Tante Enso betreibt nach eigenen Angaben inzwischen knapp 90 Mini-Supermärkte bundesweit und zählt fast 70.000 Teilhaber:innen.

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