Hornbach will die sechs übernommenen Standorte nach der Transaktion zu Hornbach Bau- und Gartenmärkten mit voller Projektausrichtung umgestalten. Es handelt sich hierbei um Ahrensfelde, Berlin-Köpenick, Dortmund-Kley, Essen-Borbeck, Freiberg und St. Augustin. Die Übernahme soll Anfang Dezember 2026 erfolgen. Die Wiedereröffnung ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen.
Hornbach-Vorstandsvorsitzender Erich Harsch: „Wir sind fortlaufend auf der Suche nach neuen Standorten. Angesichts der Entwicklungen in der DIY-Branche in Deutschland haben sich kurzfristig Chancen ergeben, dass wir auch hierzulande unser Marktnetz verdichten und weiter Marktanteile gewinnen können.“ Die Transaktionen stehen noch unter dem Vorbehalt der Prüfung durch das Bundeskartellamt und der gerichtlichen Bestätigung des Insolvenzplans.
Erich Harsch: „Gleichzeitig halten wir an unseren Plänen zur Expansion in Europa weiter fest. In Graz-Liebenau haben wir am 11. September unseren 16. Bau- und Gartenmarkt in Österreich eröffnet. Ein neuer Fachmarkt für Bodenbeläge eröffnet noch in diesem Jahr in den Niederlanden. Und in Serbien laufen die Arbeiten für den Bau und die Eröffnung mehrerer neuer Märkte.“
Wir können hierzulande unser Marktnetz verdichten und weiter Marktanteile gewinnen.
Erich Harsch
Keine Gesamtlösung
Hellweg und BayWa Bau & Garten hatten Mitte Juni 2026 beim Amtsgericht Essen Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Verfahren wurde am 27. August 2026 eröffnet. Das ursprüngliche Filialnetz umfasste 114 Standorte, davon 68 Hellweg-Märkte und 46 von BayWa Bau & Garten mit insgesamt rund 4.200 Mitarbeitenden. Hinzu kamen etwa 340 Beschäftigte in den Unternehmenszentralen in Dortmund und Garching. Für 35 Standorte wurden Investoren gefunden. Eine Gesamtlösung für das Filialnetz war nach Angaben der Sanierungsgeschäftsführung jedoch nicht möglich. Die Märkte sollen deshalb von verschiedenen Betreibern und unter unterschiedlichen Marken weitergeführt werden. Die Unternehmenszentralen in Dortmund und Garching werden im Zuge dieser Aufteilung geschlossen.
Als Rahmenbedingungen für die Sanierung nannte die Geschäftsführung ein seit Jahren herausforderndes Marktumfeld. Die Branche habe zuletzt nur geringe Wachstumsimpulse verzeichnet. Verschärft worden sei die Situation durch Lieferkettenengpässe, geopolitische Unsicherheiten, eine allgemeine Konsumzurückhaltung, steigende Mieten und inflationsbedingte Kostensteigerungen. Die Eigenverwaltung sollte zunächst eine Sanierung der beiden Unternehmen ermöglichen. Im weiteren Verfahren wurde jedoch deutlich, dass Hellweg und BayWa Bau & Garten nicht als jeweils geschlossenes Unternehmen fortgeführt werden können. Für Standorte ohne Übernahmelösung wurden Kündigungen ausgesprochen. Nicht von Investoren übernommene Märkte sollen bis Ende November 2026 geschlossen werden. Bis dahin soll der Geschäftsbetrieb im Rahmen des Abverkaufs weiterlaufen.
Bauhaus mischt mit
Neben Hornbach beteiligt sich auch Bauhaus an der Übernahme von bis zu sieben Märkten, darunter sechs Hellweg-Standorte und ein Markt von BayWa Bau & Garten. Rund 400 Mitarbeitenden und Auszubildenden der übernommenen Standorte soll eine Weiterbeschäftigung angeboten werden. Lesen Sie dazu mehr in unserem Artikel „Bauhaus vor Übernahme mehrerer Hellweg- und BayWa-Standorte“.
Hornbach bei handelsdaten.de
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