Zehenspiel: Onlineshop-Relaunch ohne Sichtbarkeitsverlust | stores+shops

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Trotz des Shoprelaunches blieb die Zahl der bei Google sichtbaren Keywords bei Zehenspiel stabil
Foto: Zehenspiel GmbH

Zehenspiel: Onlineshop-Relaunch ohne Sichtbarkeitsverlust

Die Überarbeitung eines Onlineshops kann Risiken bergen, unter anderem was die Sichtbarkeit bei Google betrifft. Worauf Händler achten sollten, damit SEO, Google Ads und Tracking auch während eines Relaunches zusammenspielen, zeigt das Beispiel des Barfußschuhhändlers Zehenspiel.

Die Zehenspiel GmbH verkauft Barfußschuhe für Erwachsene und Kinder über den eigenen Onlineshop und mehrere Ladengeschäfte. Mit Unterstützung einer SEM-Agentur wollte das Unternehmen SEO und Google Ads weiterentwickeln mit dem Ziel, online und lokal zu wachsen, bestehende Marketingmaßnahmen besser auszuwerten und mit dem vorhandenen Budget mehr Umsatz zu erzielen. Mitten in diesem Prozess stand ein umfangreicher Shoprelaunch in einem neuen System an. Damit kam folgende Herausforderung auf den Händler zu: Die bereits aufgebaute Sichtbarkeit bei Google sollte beim Systemwechsel möglichst erhalten bleiben.

Die Zehenspiel GmbH verkauft Barfußschuhe für Erwachsene und Kinder über den eigenen Onlineshop und mehrere Ladengeschäfte

Die Zehenspiel GmbH verkauft Barfußschuhe für Erwachsene und Kinder über den eigenen Onlineshop und mehrere Ladengeschäfte

Maßnahmen bündeln

Bei Zehenspiel wurden SEO und Google Ads nicht als voneinander getrennte Maßnahmen betrachtet. Blogartikel zu Suchbegriffen, die Kundinnen und Kunden tatsächlich verwenden, bauten die organische Sichtbarkeit für Produktthemen wie Sandalen oder Hausschuhe auf. Dieselben Suchbegriffe flossen parallel in die Google Ads Kampagnen ein. Für Händler hat diese Verzahnung einen Vorteil: Suchbegriffsberichte aus Google Ads können Hinweise darauf liefern, welche Fragen und Produktthemen auch für die organische Suchmaschinenoptimierung wie den Blog und die Website relevant sind. So lassen sich Erkenntnisse aus bezahlten Kampagnen für den redaktionellen Content nutzen, während beide Kanäle dieselbe Suchintention bedienen.

Abgesichertes Tracking

Ein Shoprelaunch verändert häufig auch die technische Struktur einer Seite, inklusive Trackingcodes und Produkt-Feed. Bei Zehenspiel wurden deshalb das E-Commerce-Conversiontracking und das Merchantcenter vor dem Go-Live eingerichtet, verbessert und geprüft. Für Händler sollte dieser Schritt bereits vor dem Systemwechsel auf der Checkliste stehen. Ohne dieses Vorgehen fehlt nach einem Relaunch die Grundlage für Entscheidungen über Kampagnenbudgets, falls die Datenbasis unterbrochen ist.

Kampagnen steuern

Die Shopping-Kampagnen von Zehenspiel wurden direkt an den Produktkatalog des Onlineshops angebunden, saisonale Suchkampagnen griffen einzelne Produktgruppen wie Sandalen, Hausschuhe oder Gummistiefel gezielt auf. Ergänzt wurde die Strategie um Performance-, Remarketing- und Branding-Kampagnen sowie lokale Kampagnen für die Ladengeschäfte. Für Händler bietet die Aufteilung nach Saison und Produktgruppe die Möglichkeit, Budgets gezielter zu steuern. Statt eine Kampagne dauerhaft über das gesamte Sortiment laufen zu lassen, können Investitionen dorthin verschoben werden, wo aktuell Nachfrage besteht.

Auswertung

Bei Zehenspiel wurden SEO und Google Ads nicht als voneinander getrennte Maßnahmen betrachtet

Bei Zehenspiel wurden SEO und Google Ads nicht als voneinander getrennte Maßnahmen betrachtet

Die Kosten pro Conversion sanken bei Zehenspiel um 33,5 %, der ROAS bei Google Ads verbesserte sich auf 213 %. Dahinter steht keine einzelne Maßnahme, sondern die laufende Auswertung einzelner Kampagnen. Statt ausschließlich das Gesamtbudget zu betrachten, sollten Händler deshalb prüfen, welche Kampagnen, Produktgruppen und Suchanfragen tatsächlich wirtschaftlich arbeiten. Bei Zehenspiel wurden Kampagnenteile mit hohen Kosten pro Conversion pausiert oder angepasst, anstatt pauschal das Gesamtbudget zu reduzieren.

SEO mitdenken

Trotz des Shoprelaunches blieb die Zahl der bei Google sichtbaren Keywords bei Zehenspiel stabil. Entscheidend dafür war, die SEO-relevanten Strukturen nicht erst nach dem Systemwechsel zu berücksichtigen. Vor dem Go-Live wurden Weiterleitungen für alle bestehenden URLs angelegt sowie Meta-Daten und interne Verlinkung aus dem alten System übernommen. In den ersten Wochen nach dem Livegang wurde außerdem die Google Search Console engmaschig auf Crawling-Fehler geprüft. Für Händler bedeutet das: SEO sollte fester Bestandteil der Relaunch-Planung sein und nicht erst dann berücksichtigt werden, wenn die neue Website bereits live ist.

Messbare Ergebnisse

Im Vergleich zum jeweiligen Vorjahreszeitraum erzielte Zehenspiel 31,7 % mehr erfassten Umsatz über den Onlineshop, 18,5 % mehr Nutzer im Shop, 76,1 % mehr wiederkehrende Nutzer. Gleichzeitig sanken die Kosten pro Conversion um 33,5 %. Bei Google Ads wurde ein ROAS von 213 % erreicht. Die organische Sichtbarkeit blieb trotz des Systemwechsels stabil. Bei der Einordnung der Umsatzentwicklung ist zu berücksichtigen, dass im Zuge der Maßnahmen auch das Tracking korrigiert wurde und Umsätze dadurch vollständiger zugeordnet werden konnten.

Gastautorin Katharina Vogt ist Gründerin und Geschäftsführerin der Vogt Digital GmbH und betreut mit ihrem Team mittelständische Unternehmen aus Logistik, E-Commerce und Tourismus im Bereich SEO und Google Ads.

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