Neben Mode zählt Garhammer persönliche Beratung und Gastlichkeit zu seinen Qualitäten – genau diese bilden den Ausgangspunkt für die umfassende Neugestaltung durch das Architekturbüro Blocher Partners. Auf vier Geschossen haben die Innenarchitekten die rund 9.000 qm Verkaufsfläche fast komplett neugestaltet und weiterentwickelt, dabei aber die Identität des Modehauses bewahrt.
So sollten u. a. Sortimentsstrukturen optimiert und eine Verwaltung im zweiten OG integriert werden. Im Mittelpunkt steht jedoch die Servicekultur: großzügige Umkleidekabinen, zentrale Servicestationen, Aufenthaltsbereiche und gastronomische Angebote. Die Hauptkassen sind einem hochwertigen Hotelempfang nachempfunden und bringen die Rolle des Gastgebers zum Ausdruck. Im 1. Obergeschoss kommen eine konvexe, geriffelte Rückwand aus heller Eiche mit einem reduzierten Tresen aus Mineralwerkstoff zum Einsatz, im Erdgeschoss rundet ein Pendant aus dunklerem Nussbaumholz den letzten Kontaktpunkt des Besuchs ab.
Die Neugestaltung ordnet zugleich die Wege durch das komplexe Bestandsgebäude neu. Übergänge zwischen Alt- und Neubau werden gestärkt, Blickachsen geöffnet und Abteilungen logisch miteinander verknüpft. Mehrere 98 Zoll-Screens und digitale Grafiken entlang zentraler Laufwege ergänzen die Orientierung und Markenkommunikation.
Ungewöhnliche Materialien
Herrenmode bestimmt das Erdgeschoss, die Damenabteilung befindet sich im ersten Obergeschoss und Anlassmode im zweiten. Experimentell zeigt sich das Erdgeschoss: Grüntöne, dunkleres Nussbaumholz, Edelstahl und dreidimensional strukturierte Furniere bestimmen die Herrenbereiche. Halbtransparente Warenwände aus umfunktionierten Elektrokabeltrassen treffen auf Hanffaserplatten im Jeansbereich und einen zweigeschossigen Kabinenturm. Auch eine farbenfroh gestaltete Kindermodeabteilung und eine Gastronomiefläche zählen zu den Besonderheiten des Erdgeschosses.
Mit geweißter Eiche, hellen Beigetönen und Naturstein bildet die Damenabteilung im ersten Obergeschoss einen Kontrast zum Erdgeschoss. Großformatige Wandwinkel aus Naturstein gliedern die Premiumflächen. Wenngleich ein großer Teil des Bestands gezielt weiterentwickelt wurde, zum Beispiel der Holzboden in der Wäscheabteilung, erschaffen eine veränderte Laufwegeführung, Natursteinfliesen und Parkett in anderen Bereichen einen neuen Look.
Blickfang im zweiten Obergeschoss ist eine strahlenförmige Lichtdecke, die von vier gerundeten Metallic-Wänden in Szene gesetzt wird. Für Akzente sorgen Wandscheiben in Marmoroptik und Oberflächen mit einem Glanz. Den Hintergrund hingegen bilden sanfte Beigetöne. Eine Terrasse mit Loungecharakter inklusive Bartresen lädt zum Verweilen ein – auch für größere Kundengruppen.
Die neue Mitte findet sich zwischen Alt- und Neubau in Form eines organisch geformten Knotenpunkts, der Ebenen, Räume und Wege miteinander verbindet und die Orientierung im Modehaus fördert. Seine semi-spiegelnde Fliesenoberfläche fängt Licht und Bewegung ein und bildet gemeinsam mit den Kassenbereichen im Erd- und ersten Obergeschoss einen Anziehungspunkt.
Realisiert wurde der Umbau bei laufendem Betrieb in 25 Bauabschnitten unter Einbeziehung regionaler Unternehmen. Die langjährige Identität des Hauses blieb dabei Ausgangspunkt – ergänzt um neue räumliche Angebote, Materialien und Funktionen, die Garhammer als Destination weiterentwickeln.

