Bodenbeläge: Dezente Neutralität | stores+shops

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Designbelag in heller Eichenoptik. Neu an dem Dekor ist die tiefe Profilfase, die die deutlich erkennbaren Fugen bewirkt.
Foto: Project Floors

Bodenbeläge: Dezente Neutralität

Designtrends haben bei elastischen Bodenbelägen verhältnismäßig lange Bestand. Doch sie entwickeln sich permanent weiter, erneuern sich, erhalten frische Impulse, und auch neue Themen kommen auf. Auf der Zielgeraden zur Messe EuroShop stellen wir die wichtigsten Trends vor.

Bio-Boden in Holzoptik im Landhausdielen- Look bei Sport Langen in Haselünne

Bio-Boden in Holzoptik im Landhausdielen- Look bei Sport Langen in Haselünne .
Foto: Windmöller/Wineo

Wenn man die relevanten Themen im Bereich der elastischen Bodenbeläge Revue passieren lässt, ist das Thema Nachhaltigkeit sicherlich an erster Stelle zu nennen. Diskutiert wird es schon länger und zunehmend intensiv. „Letztendlich spielte es im Tagesgeschäft bis jetzt aber selten eine Rolle“, sagt Jens Puda von Forbo. Das scheint sich nun zu ändern. „Viele Unternehmen haben den Nachhaltigkeitsgedanken inzwischen fest in ihrer Firmenphilosophie verankert“, beobachtet Puda. Daher wird zunehmend nicht nur das Material hinterfragt, es ist auch relevant, ob das Produkt in einen geschlossenen Wirtschaftskreislauf eingebettet ist, ob herstellerseitige Entsorgungskonzepte angeboten werden und wie die Auswirkungen auf Umwelt und Klima konkret aussehen. In der Folge steige die Nachfrage nach PVC-freien, möglichst aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigten Produkten spürbar, so Puda – „je authentischer und natürlicher, desto besser“.

Die natürlichen Vorbildern nachempfundenen Dekore haben den Zenit ihrer Popularität erreicht. Dabei spielt die Eiche nach wie vor eine zentrale Rolle, sagt Annika Windmöller, Gesellschafterin und Leiterin der Unternehmenskommunikation der Windmöller-Firmengruppe. Die Maserungen werden – zulasten der rustikalen Optiken – zunehmend feiner und edler. Häufig werden helle Farbigkeiten favorisiert. „Hier zeigt sich der nach wie vor ungebrochene skandinavische Einfluss“, so Windmöller.

„Der Trend für Hölzer geht wieder stark zu den natürlichen Holztönen“, beobachtet Désirée Fehlhauer, Market Manager LVT & Hardflooring bei Tarkett. „Aber auch dunklere Hölzer wie etwa Nussbaum gewinnen wieder an Bedeutung.“

Holz- und Betonoptiken

Ähnlich gefragt wie die Holzoptiken sind Betonoptiken. „Mit ihrer dezenten Neutralität sind sie in nahezu jedem Shopkonzept eine überzeugende Lösung“, sagt Stephan Wolff, Geschäftsführer von Objectflor. Besonders interessant sind hier die dem Original entsprechenden Beige- und Grautöne, so

Bei den Unis bildet sich Grau als wichtigste Farbe heraus. Hier ein Naturkautschuk-Boden mit Granit-Einschlüssen bei L+T in Osnabrück

Bei den Unis bildet sich Grau als wichtigste Farbe heraus. Hier ein Naturkautschuk-Boden mit Granit-Einschlüssen bei L+T in Osnabrück.
Foto: Nora Systems

Désirée Fehlhauer von Tarkett, „häufig werden aber auch Beton-Dekore mit einem leicht metallischen Schimmer gesucht.“ Tatsache ist jedenfalls, dass „der Look des Industriedesigns und das Farbthema Grau als grundlegender Gestaltungston die Landschaft moderner Bodenflächen prägen“, so Annika Windmöller.

Sowohl bei Holz- als auch bei Betondekor ist letztendlich die möglichst naturgetreue Umsetzung entscheidend. Annika Windmöller: „Ich muss das, was ich sehe, fühle oder höre, ‚glauben‘ können.“ In diesem Sinne werden die Kollektionen kontinuierlich erneuert und optimiert. „Die Oberflächen sind so gut und authentisch wie nie zuvor“, sagt Svenja Bends von Project Floors, auch dank der Synchronprägungen bei Holzoptiken.

Alternative zu den Topsellern Holz und Beton sind vor allem Stein-Dekore. „Wir stellen fest, dass die Nachfrage nach Marmor und Terrazzo steigt“, beobachtet Désirée Fehlhauer. Auch Schiefer und Travertin sind ein Thema. Metallisches wie Kupferoptik fungiert als Akzent. Dezent umgesetzt und nur als subtiler Schimmer wahrnehmbar, ist es aber auch für größere Flächen geeignet. Ein ganz anderes, eigenständiges Thema sind Unis. Doch starke Farbigkeiten darf man nicht erwarten, auch hier dominiert farbliche Neutralität. „Wir beobachten, dass der Bodenbelag zunehmend in den Hintergrund tritt und als wesentlicher Teil des Gesamtkonzepts für Ruhe und Entspannung sorgt“, sagt Stephan Wolff.

Trend-Telegramm

  • Produkte ohne PVC und aus nachwachsenden Rohstoffen
  • Maximal naturgetreue Optiken 
  • 1. Holz-, 2. Beton-, 3. Stein-Dekore
  • Grautöne als universelle Basis
  • Individuelle Lösungen für Formate, Farben, Motive 
  • Looselay und Rigid Core

Farbe nur als Akzent

Das ist im europäischen Ausland anders. „Speziell die Laufwege werden insbesondere in Frankreich und Großbritannien, aber auch in Osteuropa oft sehr kreativ gestaltet, etwa mit Mosaiken oder Farbverläufen“, berichtet Jens Puda. In Deutschland hingegen ordne sich der Boden optisch eher unter, „er muss dezenter und damit langlebiger sein.“ Entsprechend hoch im Kurs stehen daher wie beim Thema Beton Grautöne, „Buntes dient vorwiegend als Farbakzent“, sagt Simon Knauf, Head of Regional Marketing DACH beim Kautschukboden-Hersteller Nora Systems. Allerdings seien zunehmend wärmere Nuancen gefragt, „insbesondere Greige und Pastelltöne sind im Kommen“, so Knauf.

Es wird immer wichtiger, dass verschiedene Dekore und unterschiedliche Beläge problemlos, zum Beispiel ohne Höhenunterschied, miteinander kombinierbar sind

Es wird immer wichtiger, dass verschiedene Dekore und unterschiedliche Beläge problemlos, zum Beispiel ohne Höhenunterschied, miteinander kombinierbar sind.
Foto: Tarkett

Bei den Verlegemustern stehen weiterhin Fischgrät und Chevron stark im Fokus, „diese hochwertige Verlegung wertet jeden Raum auf“, sagt Stephan Wolff. Grundsätzlich ist aber die Frage der Formate, Plankengrößen und Verlegemuster abhängig vom jeweiligen Konzept. „Auf der einen Seite wird mit möglichst großformatigen Fliesen und breiten Planken gearbeitet“, so Désirée Fehlhauer, „andererseits wird die eher kleinformatige Fischgrätverlegung immer beliebter.“ Simon Knauf beobachtet, dass „Modularität bei den Kunden hohe Priorität hat, da es zunehmend um die Gestaltung flexibler Raumkonzepte geht.“ Wichtig ist daher eine problemlose Kombinierbarkeit unterschiedlicher Formate. Schließlich gehe es auch bei der Bodengestaltung immer mehr um Individualität.

Formate und Verlegemuster sind nicht die einzigen Tools für einen individuellen Ansatz. Insbesondere der Digitaldruck eröffnet hier ganz neue Möglichkeiten – nicht nur, weil selbst Linoleum dank Digitaldrucktechnik mittlerweile auch in Holz- und Stein-Optiken erhältlich ist, sondern vor allem, weil dadurch tatsächlich einzigartige Gestaltungsideen umgesetzt werden können. „Ob fotorealistische Bildreproduktionen, konkrete Logo- oder CD-Farbumsetzungen oder auch ganz individuelle Designlösungen – mithilfe der Digitaldrucktechnik sind der Kreativität keine Grenzen mehr gesetzt“, so Annika Windmöller. Zudem „ermöglicht Digitaldruck eine höhere Flexibilisierung in der Produktion und einfache Reproduzierbarkeit individueller Musterungen“, weist Jens Puda auf weitere Vorteile hin.

Individuelle Lösungen

Im Zuge individueller Lösungen kommen auch Beläge im Teppich-Format verstärkt zum Einsatz, ebenfalls häufig mit individuellem Druck, integriertem Logo oder auffälligen Designs. „Die Nachfrage nach individuellen Vinyl-Teppichen ist gestiegen“, stellt Timo Michalik von Fotoboden fest – „sei es für den Dekorationsbereich, in den Schaufenstern oder auf der Fläche, ob mit Standardmotiven oder vollständig individualisiert.“

Beim Thema Individualität kommt es jedoch nicht nur auf die Optik an, sondern auch auf spezielle Technologien und auf Schnelligkeit. Daher sind Looselay-Produkte stark im Kommen. „Speziell im Foodbereich geht es häufig darum, möglichst über Nacht alte Fliesen zu überdecken“, berichtet Jens Puda. „Vor diesem Hintergrund entwickeln sich Looselay-Produkte derzeit als Trend.“

Auch das Thema „Rigid Core“ kommt in diesem Zusammenhang zur Sprache, da diese auf starren Trägerplatten mit Klick-Verbindung schwimmend zu verlegenden Produkte auch auf unebenen Böden angewendet werden können. Wenn das betreffende Produkt mit einem Akustikschaumrücken ausgestattet ist, „wird die Schallübertragung erheblich reduziert, ohne dass eine separate Unterlage erforderlich ist“, so Stephan Wolff.

Letztendlich aber geht es bei allen neuen Entwicklungen immer auch um eine optimal in ein Gesamtkonzept integrierbare Lösung. Denn über allem steht die übergeordnete Idee, das Haus, die Marke.

Weitere Informationen: redaktion@ehi.org