Zara: Cinema Paradiso | stores+shops

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Das große Eingangsatrium mit zweizügiger Treppe, Marmorboden und Deckenleuchter aus Murano-Glas.
Foto: Inditex

Zara: Cinema Paradiso

Der spanische Fast-Fashion-Riese Zara hat in Mailand seinen Flagship-Store wiedereröffnet. Im Mittelpunkt steht die glanzvolle Architektur des ehemaligen Kinopalasts. Zudem verkörpert der Store den neuen Online-Offline-Ansatz. Das Unternehmen möchte bis 2020 global auf allen Märkten online vertreten sein.

Im September wiedereröffnete der spanische Fast-Fashion-Händler Zara seinen charismatischen Flagship-Store am Corso Vittorio Emanuele in Mailand. Im selben Monat kündigte der Vorsitzende und CEO von Inditex, Pablo Isla an, dass alle Konzernmarken unter dem Dach von Inditex bis 2020 für alle Kunden weltweit online verfügbar sein sollen.

Zara verwirklichte das Projekt unter Leitung des in A Coruña ansässigen Planungsbüros Elsa Urquijo Architects, einem langjährigen Partner aus der „Heimatstadt“ des Unternehmens Zara im Nordosten Spaniens.

Der Store ist ein Paradebeispiel für unser Modell der Kombination von stationären Stores mit dem Online-Handel.

Pablo Isla

Vorsitzender und CEO, Inditex

Das Konzept sollte den Geist des Kinos widerspiegeln, das sich von 1941 bis 1999 in dem Gebäude in Mailand befand. Die eindrucksvolle Architektur wurde beibehalten und mit technologischen Innovationen ausgestattet.

Herzstück der gesamten Architektur ist das Atrium im Eingangsbereich mit seiner zweizügigen, hufeisenförmigen Treppe, dem Mosaik an den Wänden und dem zentralen Kronleuchter aus Murano-Glas.

Omnichannel

Die Renovierung der 3.500 qm großen Fläche dauerte vier Monate. Für die Zeit der Umbauarbeiten wurde im April ein Pop-up-Store für die Kunden eröffnet.

„Es ist für uns ein einzigartiger Store. Er präsentiert außergewöhnliches architektonisches Design in einer singulären Umgebung und bietet gleichzeitig neueste Technologie, die sich sowohl auf die Erfüllung neuer Kundenbedürfnisse als auch auf die weitere Entwicklung unseres Engagements für Nachhaltigkeit konzentriert. Er soll ein Paradebeispiel sein für unser Modell der Kombination von stationären Stores mit dem Online-Handel“, sagte CEO Pablo Isla bei der Eröffnung. 

Der repräsentative Store ist „gespickt“ mit digitaler Technik.

Der repräsentative Store ist „gespickt“ mit digitaler Technik.
Foto: Inditex

Isla: „Wir wollen unsere Kollektionen allen Kunden unabhängig von ihrem Standort anbieten, auch in den Märkten, in denen wir derzeit noch nicht mit einem physischen Geschäft vertreten sind.“ Mailand ist jedoch nicht der erste Store, der das neue Online-Konzept umsetzt – es wurde dieses Jahr bereits im Westfield in London und im spanischen Bilbao eingeführt, aber der neue Mailänder Store ist der größte und auffälligste.

Die Umsetzung des Mailänder Store-Konzepts wollte den ursprünglichen Geist des Gebäudes aus dem Jahr 1941 mit seiner Architektur wieder zum Leben erwecken. Der Store präsentiert die Damen- und Kinderkollektionen auf vier Etagen und umfasst einen neuen Omnichannel-Bereich für den Kauf und die Abholung von Online-Bestellungen. Die Herrenabteilung ist auf einer 800 qm großen Fläche im Nebengebäude untergebracht, das 2017 komplett umgebaut wurde.

Starke Architektur

Die massiven Original-Bühnen des früheren Kinos wurden in Erdtönen gehalten und an die heutigen architektonischen Gegebenheiten des Gebäudes angepasst. Damit können die Kollektions-Präsentationen auf jeder Etage in vier oder fünf unabhängige Bereiche eingeteilt werden.

Eingangsbereich im glitzernden Pailletten-Look des Schowbiz.

Eingangsbereich im glitzernden Pailletten-Look des Schowbiz.
Foto: Inditex

Liebe zum Detail zeigt sich in der Wahl der Materialien: Die Wände mit Stuck sind in Ockerfarben gehalten, die zu der übrigen Einrichtung passen. Diese Töne orientieren sich an der charakteristischen Farbpalette des ursprünglichen Mamor-Pflasters des Kinos aus den Marmorsorten Breccia Aurora und Rosso Verona.

Wie von Isla erwähnt sind zahlreiche digitale Technologien in den Store integriert. Der neue Omnichannel-Bereich soll ein bequemes und angenehmes integriertes Einkaufserlebnis bieten – auf der Website zara.com können Kunden die neuesten Styles der Marke auswählen und bestellen. Darüber hinaus verfügt der Store über einen „Automated Collection Point“ – hier können die Kunden durch Eingabe eines QR-Codes oder einer Pin, die sie per E-Mail mit der Bestellbestätigung erhalten, rund um die Uhr ihre Bestellungen abholen.

In Sekundenschnelle kann der Automated Collection Point, der 900 Pakete gleichzeitig verwalten kann, den ausgewählten Auftrag lokalisieren und der Kundin „aushändigen“. Interaktive Spiegel Der Store verfügt auch über interaktive Spiegel, die mit RFID -Technik ausgestattet und in der Lage sind, Kleidungsstücke zu identifizieren, die die Kunden interessieren könnten.

Ganz großes Kino auch auf den Verkaufsetagen im Zara Store in Mailand.

Ganz großes Kino auch auf den Verkaufsetagen im Zara Store in Mailand.
Foto: Inditex

Damit können den Kunden eine Reihe von Outfits und Accessoires angeboten werden, die von einem speziellen Team aus Stylisten und Designern der Marke ausgewählt wurden.

Der spanische Technologieanbieter Trison ist für die technologische Integration im neuen Mailänder Store verantwortlich. Dazu zählt auch ein Akustik-Konzept. In die gesamten Decken wurden nicht sichtbar Lautsprecher eingebaut, deren Sound so gleichmäßig verteilt ist und homogen klingt.

Informationen über die neuesten Kollektionen werden über die Bildschirme im Store eingespielt und permanent aktualisiert.

Zwei Bildschirme sind besonders auffällig: ein gebogener 9 x 9 m-Bildschirm, der sich über das Erdgeschoss und die erste Etage erstreckt und die Kunden durch seine konvexe Form in die Bilder quasi „eintauchen“ lässt sowie eine Kombination von 8 Bildschirmen, die sich zu einem 18m hohen Screen verbinden, der neben den Rolltreppen über alle Etagen des Stores reicht.

Alle Bildschirme sind mit 3,9-Pixel-LEDs ausgestattet.

Warenwirtschaftssystem

Isla betonte in seiner Eröffnungsrede, dass alle Marken des Konzerns bis 2020 in allen Ländern, in denen sie mit einem physischen Store vertreten sind, ein integriertes Warenwirtschaftssystem einführen werden. Dieses System soll es ermöglichen, Online-Kundenbestellungen über den Filialbestand zu decken.

Bislang wird dieses Warenwirtschaftssystem in Zara-Filialen in 25 Märkten, darunter Spanien, Frankreich, Italien, China, USA, Großbritannien und Mexiko eingesetzt. Inditex betreibt derzeit Geschäfte in 96 Märkten und ist in 49 Märkten online aktiv.

Das Warenwirtschaftssystem basiert auf RFIDID und wird bereits in den Filialen von Zara und der Accessoires-Marke Uterqüe weltweit eingesetzt.

Die Technologie wird derzeit auch bei den übrigen Marken eingeführt, sodass der gesamte Konzern wie von Isla angekündigt bis 2020 damit ausgestattet sein soll.

Im Einklang mit seinen Umwelt-Kriterien will Inditex bis 2020 auch alle Filialen im Rahmen seines Öko-Effizienzplans betreiben, der Energie- und Wassereinsparungen von 20 Prozent bzw. bis zu 5 Prozent gegenüber herkömmlichen Stores vorsieht.

Dies wurde laut Unternehmensangaben bereits in 8 Prozent der Inditex-Filialen umgesetzt, einschließlich aller Stores in China.

Key Facts: Zara, Mailand

  • Store: Corso Vittorio Emanuele, Mailand
  • Größe: 3.500 qm
  • Etagen: 4
  • Sortimente: Damen und Kinder
  • Architekten: Elsa Urquijo Architects, A Coruña, Spanien
  • AV- und Digitalausstattung: Trison, A Coruña, Spanien