Selfcheckouts, intelligente Waagen, Leergutrücknahmeautomaten ‑ moderne Supermärkte sind durch den Einsatz innovativer Technologien geprägt. Doch längst nicht bei allen Bereichen und Warengruppen ist der Technologieschub bisher angekommen. Ein nach wie vor großes Potential für die Anwendung innovativer Instore-Technologien versprechen die Frischwarengruppen.

Beispiel Molkereiprodukte: Obwohl dieser Bereich mit die höchste Umschlagsgeschwindigkeit und die meisten Produktinnovationen im Sortiment des Lebensmitteleinzelhandels aufweist, lässt die Präsentation von Joghurts, Quark oder Butter vielfach zu wünschen übrig. In den traditionellen, funktionell gestalteten Kühlregalen stehen Hunderte von Produkten in scheinbar endloser Reihe nebeneinander und lassen eine intuitive Kundenorientierung vermissen.

Die Metro Group Future Store Initiative hat nach Möglichkeiten geforscht, die Darstellung der Molkereiprodukte auf der Fläche zu optimieren. Übersichtlicher, attraktiver und emotionaler soll der Mopro-Auftritt werden. Gemeinsam mit den Industriepartnern Danone, Arla Foods, Ferrero und Unilever sowie der Online Software AG und Maixsys wurde ein neues Kühlregal entwickelt und im Real SB-Warenhaus in Tönisvorst umgesetzt.

Displays in Smartphone-Größe zeigen Preise, Logos und Bilder

Displays in Smartphone-Größe zeigen Preise, Logos und Bilder

Beim sogenannten „Shelf Vision“-Kühlregal fungieren „Topperdisplays“ als Leitsystem für die Orientierung innerhalb der Warengruppe. Produktinformationen, Produktneuheiten, Rezepte und Verbraucherthemen wie gesunde Ernährung oder Laktoseintoleranz kann der Kunde via Touchpanel abrufen. An den Regalfronten der Gondelköpfe zeigen Smartphone-große LCD-Displays Preise, Logos und bewegte Bilder wie beispielsweise Werbespots an. Pro laufendem Meter Regalfront finden 9 LCD-Displays Platz, was bei 2 Metern Gondelkopfbreite und vier Ebenen 72 Displays ergibt. Maximal 6 Filme gleichzeitig flimmern tonlos auf den Mini-Screens.

Nach Darstellung von Real-Projektleiter Wulff Lucas werden der Arbeitsaufwand für das Anbringen von Etiketten sowie der Kontrollaufwand am Regal erheblich reduziert. Die LCDs ermöglichen eine Aktualisierung der Artikelstammdaten über ein eigenes Content-Management-System. Die Resonanz nach vier Monaten Einsatz sei positiv, berichtet Katja Hohmann, Bereichsleiterin Frische bei Real: „Unsere Kunden empfinden die neue Präsentation als sehr ansprechend und freuen sich über die leichte Orientierung.“ Die Investitionen für „Shelf Vision“ bewegen sich laut Real im sechsstelligen Bereich. Die Anwendung soll zunächst nur im Real-Markt Tönisvorst getestet werden.

Weitere Informationen: www.real.de