Die Bau- und Gartenfachmärkte erwirtschafteten demnach einen Umsatz von insgesamt rund 22,1 Mrd. Euro (2019: 19,5 Mrd. Euro). Auch bei den Umsätzen in E-Commerce zeigte sich im Vergleich zum Vorjahr ein kräftiges Wachstum. Nach vorläufigen Zahlen bedeuten knapp 5 Mrd. Euro Online-Umsatz eine Steigerung von 26,5 Prozent zum Vorjahr. Dabei stieg insbesondere der E-Commerce-Umsatz mit Gartensortiment auf nun 1,4 Mrd. Euro, das entspricht einem Plus von 30,9 Prozent.

Atypischer Jahresverlauf

Geprägt von den Auswirkungen der Corona-Pandemie verlief die Umsatzentwicklung für die Baumarktbranche im vergangenen Jahr anders als in den Vorjahren. Das erste Quartal 2020 schlossen die DIY-Handelsunternehmen mit einem Umsatzplus von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ab. Das warme Frühlingswetter bescherte der Branche stark steigende Umsätze. Dennoch sorgten der Ausbruch der Pandemie und die im März kurzzeitig, behördlich angeordnete Schließung aller Baumärkte für eine kleine Delle im ansonsten starken Quartal. Auf Betreiben des BHB hin erkannten die Behörden die Systemrelevanz der Branche an und erteilten eine Öffnungsgenehmigung.

In den folgenden Monaten stiegen die Umsätze stark an. So zeigte sich im Mai 2020 ein Plus zum Vorjahresmonat von 31,5 Prozent. Eine Erklärung für dieses starke Wachstum liefern Mobilitätsbeschränkungen und der Lockdown in anderen Handelsbranchen, die der Nachfrage nach DIY-Produkten einen deutlichen Schub versetzten. Die Einschränkung von (Reise-)Mobilität, verbreitete Homeoffice-Regelungen und Kurzarbeit schafften Verbraucher:innen dazu Freiraum zum Sanieren, Renovieren, Modernisieren und Verschönern des eigenen Zuhauses.

In den folgenden Sommer- und Herbstmonaten setzte sich die positive Umsatzentwicklung weiter fort, ehe aufgrund der behördlich beschlossenen Ladenschließungen zum 16.Dezember, von denen nun auch die Bau- und Heimwerkermärkte in Gänze betroffen waren, die DIY-Branche erstmals wieder ein Minus im Vergleich zum Vorjahresmonat verbuchten (-3,3 Prozent).

Umsatzrückgang für 2021 erwartet

Nach Sortimenten betrachtet, verzeichneten die Bereiche „Anstrichmittel/Malerzubehör“ mit einem Umsatzwachstum von 27,4 Prozent, Produkte der „Gartenausstattung“ (+26,9 Prozent) sowie die Segmente „Holz“ und „Gartenmöbel“ (jeweils +24,8 Prozent) die deutlichsten Zuwächse. Diese Ergebnisse spiegeln laut dem BHB das Verhalten der Menschen im Lockdown wider, die 2020 ihr zu Hause als Rückzugsort ausgebaut, renoviert und saniert haben. Einzig die Warengruppe Automotive verzeichnete einen Rückgang im Vorjahresvergleich (-5,7 Prozent).

Für 2021 stellt der BHB aufgrund der nach wie vor unklaren Pandemielage keine quantifizierte Umsatzprognose. Der Verband rechnet jedoch mit einem Umsatzrückgang. Verschärfte Pandemiemaßnahmen wie der im Winter 2021 erneuerte Lockdown sorgten im Januar und Februar 2021 bereits für ein Minus von gut 50 Prozent.

Österreich und Schweiz mit deutlichem Plus

In Österreich und der Schweiz konnten die Baumärkte ihre Umsätze im Jahr 2020 deutlich steigern. Die Baumarktbranche in Österreich beschließt das vergangene Jahr mit einem Gesamtumsatz von 2,97 Mrd. Euro, das entspricht einem Plus von 10,9 Prozent im Vergleich zu 2019. In der Schweiz schlägt ein Umsatz von 3,71 Mrd. Schweizer Franken (umgerechnet rund 3,47 Mrd. Euro) zu Buche, was einem Umsatzwachstum von 10,2 Prozent entspricht.

Baumarktstruktur 2021

Zum 1. Januar 2021 zählte die Gesellschaft für Markt- und Betriebsanalyse (Gemaba) bundesweit 2.095 Baumärkte mit einer Gesamtverkaufsfläche von 13,24 Mio. qm. Das sind 11 Märkte weniger als noch zum Jahresanfang 2020. Der typische deutsche Baumarkt verfügt damit aktuell über eine durchschnittliche gewichtete VF von rund 6.320 qm. Zahlenmäßig und strukturell gab es im Corona-Jahr 2020 nur unwesentliche Veränderungen, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemaba.

DIY-Branche: Kennzahlen

Statistiken zur Umsatzentwicklung der Bau- und Heimwerkermärkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie weitere Informationen und Fakten finden Sie im EHI-Statistik-Portal Handelsdaten.