Sortimentsanalyse: Top-Renditebringer der Supermärkte | stores+shops

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Obst- und Gemüseabteilungen haben einen hohen Ertragsanteil.
Foto: Hispanologistic/istockphoto.com

Sortimentsanalyse: Top-Renditebringer der Supermärkte

Das EHI hat im Auftrag des VDZ Verband Deutscher Zeitschriftenverleger eine Sortimentsanalyse in Supermärkten durchgeführt. Das Ergebnis: Gut zwei Drittel der untersuchten 20 Warengruppen erzielen positive Deckungsbeiträge – Obst/Gemüse und die Bedientheke ebenso wie Zeitungen und Zeitschriften.

Strukturdaten der untersuchten Märkte

Strukturdaten der untersuchten Märkte
Foto: EHI

Das EHI Retail Institute untersucht regelmäßig die Leistungen von unterschiedlichen Teilsortimenten im Lebensmitteleinzelhandel. Im Sommer 2021 hat das EHI für den VDZ 20 Warengruppen in Supermärkten aus den Regionen Nordrhein-Westfalen und Berlin erhoben sowie ausgewertet. Die Betriebe gehören verschiedenen Edeka und Rewe-Organisationen an, ihre Märkte weisen überdurchschnittliche Flächenproduktivitäten auf.

Die genaue Vorgehensweise: Mitglieder des EHI-Teams haben Verkaufsflächen erfasst sowie Umsätze, Erträge und Kosten erhoben.

Key Facts

  • Die Obst- und Gemüseabteilung sowie die Bedienungstheken erzielen zusammengenommen auf 20 Prozent der Verkaufsfläche 35 Prozent des Ertrags
  • Die Flächenproduktivität der Warengruppe Zeitungen/Zeitschriften liegt mit durchschnittlich 8.700 Euro Umsatz pro Quadratmeter deutlich über dem Durchschnittswert des Gesamtmarkts (7.000 Euro/qm)
  • Die Handelsspanne der Märkte beträgt im Durchschnitt 25,3 Prozent
  • Abzüglich der Kosten erwirtschaften die Händler einen betriebswirtschaftlichen Erfolg von 2,8 Prozent vom Umsatz

Aushängeschild Obst & Gemüse

Flächen-, Umsatz- und Ertragsanteile im Supermarkt

Flächen-, Umsatz- und Ertragsanteile im Supermarkt
Foto: EHI

Betritt der Kunde oder die Kundin einen Markt, so wird er beziehungsweise sie oftmals zunächst durch die Obst- und Gemüseabteilung geführt. Für viele Händler ist diese eines der „Aushängeschilder“, mit denen sie sich durch ein vielfältiges Sortiment von ihren Mitbewerbern abheben können. Ebenso trägt die Bedientheke (Fleisch, Wurst, Käse) einen großen Anteil zum Erfolg eines Supermarkts bei.

In Zahlen ausgedrückt erzielen die O+G-Abteilung sowie die Bedienungstheke auf 20 Prozent der Fläche 26 Prozent des Umsatzes und 35 Prozent des Ertrags. Die Bandbreiten innerhalb der untersuchten Märkte sind dabei beträchtlich. Die Flächenanteile von O+G liegen zwischen sieben und 20 Prozent (Ø 11,7 %), die Umsatzanteile bewegen sich zwischen zehn bis 19 Prozent (Ø 13,4 %).

Die Werte der Bedienungstheke liegen etwas darunter. Die Flächenanteile bewegen sich hier zwischen 5,3 Prozent und 9,1 Prozent (Ø 7,0 %) des Gesamtmarkts, während die Umsatzanteile zwischen neun und 15,1 Prozent schwanken (Ø 10,6 %).

Produktive Presse

Zu den „größeren“ Food-Abteilungen im Supermarkt zählen darüber hinaus Molkereiprodukte, Getränke, Tiefkühlkost sowie das Trockensortiment. Neben Food führt der Supermarkt Artikel diverser Nonfoodsegmente. Nonfood I (Drogerie) und Nonfood II (Presse, Textilien/ Strumpfwaren, Kleinelektro wie Batterien u. ä.) erwirtschaften auf 14 Prozent der Fläche zehn Prozent Umsatz- und acht Prozent Ertragsanteil.

Warengruppenranking

Warengruppenranking
Foto: EHI

Zu den „großen“ Sortimenten im Bereich Nonfood II zählen Zeitungen/ Zeitschriften. Das Pressesortiment erzielt auf einem Achtel der Fläche ein Fünftel des Umsatzes und ein Sechstel des Ertrags der Nonfood-II-Abteilung.

Durch die besondere Anordnung der Regale gelingt es, das Pressesortiment auf relativ kleiner Fläche unterzubringen. Somit wird eine hohe Flächenproduktivität bei Zeitungen/ Zeitschriften (8.700 Euro/qm) erreicht. Sie liegt über dem Wert des Gesamtmarkts (7.000 Euro/qm).

Pro Quadratmeter erwirtschaften die Märkte 8.700 Euro mit Presseprodukten.

Gerd Dellbrügge

Projektleiter, EHI Retail Institute

Löwenanteil Personalkosten

Bislang wurden Flächen, Umsätze und Erträge einzelner Segmente betrachtet. Entscheidend für den Erfolg eines Markts ist jedoch das, was nach Abzug der Kosten von Ertrag bzw. Spanne übrig bleibt. Hierzu hat das EHI den Mitarbeitenden-Aufwand erfragt, die Flächen mit einem Raumkostensatz bewertet sowie Inventurdifferenzen inklusive Abschriften und übrigen Kosten (Werbekosten, Verwaltungskosten u. ä.) in Abzug gebracht.

Betriebswirtschaftlicher Erfolg

Betriebswirtschaftlicher Erfolg

Rund 60 Prozent der Kosten bei den untersuchten Märkten entfallen auf das Personal, 13 Prozent sind Mietkosten, jeweils fünf Prozent nehmen Energiekosten sowie Inventurdifferenzen/Abschriften ein. 16 Prozent sind übrige Kosten.

Das Ergebnis ist der betriebswirtschaftliche Erfolg eines Markts vor Steuern. In den Erträgen/Spannen sind keine Jahresrückvergütungen sowie sonstige Vergünstigungen enthalten. Die Märkte weisen eine durchschnittliche Gesamt-Spanne von 25,3 Prozent aus. Abzüglich der Kosten in Höhe von 22,5 Prozent erwirtschaften sie einen betriebswirtschaftlichen Gewinn von 2,8 Prozent. Die einzelnen Segmente tragen ganz unterschiedlich zum Erfolg bei. Gut zwei Drittel der untersuchten 20 Warengruppen erzielen positive Deckungsbeiträge und knapp ein Drittel schließt mit einem Minus ab.

Spielraum für Rendite

Von den „großen“ Abteilungen schneiden die Obst- und Gemüseabteilung sowie die Bedienungstheke mit einem deutlich positiven Ergebnis ab. Auch das Pressesortiment trägt mit einer positiven Rendite zum Erfolg des Markts bei. Der Supermarkt bietet den Kundinnen und Kunden ein vielfältiges Angebot aus unterschiedlichen Segmenten. Die Obst- und Gemüseabteilung sowie die Bedienungstheke erfordern einen hohen Personalaufwand.

Andererseits hat der Händler die Möglichkeit, sich deutlich von anderen Vertriebsformen bzw. den Mitbewerbern abzugrenzen. Die „richtige“ Zusammenstellung der Sortimente und die Belegung der Flächen bieten genügend Spielraum, um damit Umsatz und Rendite zu erzielen.

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