Torsten Janke, Geschäftsführer des Unternehmens Albrecht, machte es im März bei der Eröffnung des sogenannten Aldi Campus in Essen-Kray deutlich: „Wir möchten uns mit dem Campus noch stärker als attraktiver Arbeitgeber positionieren. In der heutigen Zeit und im Werben um die besten Talente ist es unabdingbar, Mitarbeitern ein hochmodernes und einladendes Arbeitsumfeld anzubieten.“ Tatsächlich bestimmen junge, gut ausgebildete Arbeitskräfte die Spielregeln am Arbeitsplatz gerade neu: Sie erwarten mehr Mitsprache, mehr Flexibilität in der Arbeitsorganisation, eine gesunde Arbeitsplatzumgebung, die inspiriert, Kreativität und Produktivität fördert. New Work ist zum Synonym für innovative Ansätze einer sinnstiftenden Arbeitsplatzgestaltung und -organisation geworden – mit der sich aus Unternehmenssicht im Idealfall junge Talente und fähige Mitarbeitende gewinnen und binden lassen.

Die Plaza: hier schlägt das Herz des neuen Aldi-Campus in Essen.

Die Plaza: hier schlägt das Herz des neuen Aldi-Campus in Essen.
Foto: Aldi Nord

Open Spaces, Working-Cafés, Kommunikations-Hubs ersetzen zunehmend die klassische Büro-Architektur. Das Büro wird in bestimmten klassischen Unternehmensbereichen nicht obsolet – doch im Fokus stehen mit veränderten Arbeitsaufgaben und -formen jetzt offene, lebendige Campus-Szenerien, so wie der brandneue riesige Gebäudekomplex von Aldi Nord mit seiner gläsernen Architektur und einer großzügigen Plaza im Herzen des Campus. Außenarbeitsbereiche und Terrassen in grüner parkähnlicher Umgebung mit Ruhezonen gehören ebenso zur neuen Aldi-Welt wie Hörsaal, Fitnesspavillon, Mitarbeiter-Restaurant und eine Kita mit 80 Plätzen – für den Nachwuchs des eigenen Teams und auch für Kinder aus der Nachbarschaft.

Co-Working-Place

Arbeit im Homeoffice ist zum integralen Bestandteil des Arbeitsalltags geworden. Ruhe und konzentriertes Abtauchen in die Arbeit finden (weitgehend) zuhause statt, dies korreliert spätestens seit der Pandemie auch mit den Arbeitsvorstellungen vieler Berufstätiger. Der Campus als Gegenstück zum Homeworking bietet den Raum für die Präsenz-Arbeit, für Team-Meetings, Co-Working, Workshops oder Schulungen. Er wird zur Begegnungsstätte der Mitarbeitenden – und steht für eine ganz andere, entspanntere Arbeitsatmosphäre, in der sich Neues, Kreatives und Innovatives entwickelt. Es herrscht Aufbruchstimmung beim Thema Büro: Viele Unternehmenszentralen unterschiedlichster Handelbranchen setzen aktuell derartige New-Work-Konzepte mit großem Engagement um.

Zum neuen Raumkonzept der dm Teilkonzern-Zentrale in Salzburg gehören großzügige Lounges.

Zum neuen Raumkonzept der dm Teilkonzern-Zentrale in Salzburg gehören großzügige Lounges.
Foto: dm/Kroh & Partner/Visualisierung

„Immer mehr Mitarbeiter arbeiten immer weniger an ihren Schreibtischen, sondern in Arbeitsgruppen, befinden sich in digitalen Meetings oder im Homeoffice: Das Open-Space-Konzept kommt dieser Dynamik mit größtmöglicher Flexibilität sehr entgegen“, erklärt beispielsweise Kerstin Ebenführer, Leiterin Ressort Mitarbeiter und Mitglied der dm-Geschäftsleitung, die Anpassungsprozesse. Die neu entstehende dm Teilkonzern-Zentrale in Salzburg trägt diesen Entwicklungen mit einem modularen Raumkonzept Rechnung, das agiles und offenes, flexibles Arbeiten in wechselnden Teamzusammenstellungen erlaubt.

Exakt dieses Ziel treibt auch Babyone-Geschäftsführerin Anna Weber in Münster um: Variable und modulare Multispace-Bereiche mit offenen Besprechungsbereichen und großen Whiteboards, um gemeinsam kreativ zu arbeiten, sollen in der Zentrale zum Herzstück der Neugestaltung werden. Im Gebäude wurde viel Glas verbaut, da Transparenz und “offene Türen” ein Teil der eigenen Kultur seien. Die Zentrale liegt in einem Park, dadurch gäbe es auch viele Möglichkeiten, die Außenflächen für die Arbeit zu nutzen, unterstreicht Weber.

Viel Bewegungsfreiheit

Decathlon Deutschland-Chef André Weinert will das Core-Business des vertikalen Sportartikelartikelherstellers und -filialisten, also den Sport, mit der Arbeitswelt verschmelzen. Er setzt mit dem Umbau „auf eine neue Arbeits- und Unternehmenskultur, in der das Miteinander, der Dialog und gemeinsame sportliche Aktivitäten fest verankert sind“.  Derzeit sind für die zentralen Services und Business Units mit dem Headoffice Plochingen insgesamt vier Campus-Standorte in ganz Deutschland im Aufbau. Die alle Mitarbeitenden verbindende Leidenschaft für den Sport spiegelt sich in vielen Gestaltungselementen und in CI-gerechter Farbgebung wider, die im Gesamteindruck oft an einen Sportplatz oder eine Turnhalle denken lassen – statt an die klassischen Büroräume. Das Open-Space-Konzept im Headoffice Plochingen bietet dem Team auf großzügiger Fläche viel Bewegungsfreiheit und Raum für Konzentration, Kooperation, Kreativität, Problemlösung, Meeting und Event: Die „Flex Area“ kann dank des flexiblen Office-Mobiliars, auf Rollen und stapelbar, jederzeit bedarfsgerecht verwandelt werden.

Mit Hund am Arbeitsplatz

Der Fressnapf-Campus bietet Lounges für Begegnung und Kommunikation zwischen den Abteilungen.

Der Fressnapf-Campus bietet Lounges für Begegnung und Kommunikation zwischen den Abteilungen.
Foto: Fressnapf

Tierliebe und Naturnähe sind das verbindende Momentum für die Mitarbeitenden der Fressnapf Pet Company. Über ein Dutzend verschiedene Raummodule sind im Rahmen des Campus-Umbaus nach dem neuen „Future Work Konzept“ in der Krefelder Zentrale an den Start gegangen. Flexibel gruppierbare Sitzmöglichkeiten, Präsentationstafeln, ein lockeres, lebhaftes Farbdesign für entspanntes, inspirierendes Arbeiten sind Insignien der neuen Arbeitswelt. Lounges und Working-Cafés sollen die Begegnung und den informellen Austausch von Mitarbeitenden – auch aus ganz verschiedenen Arbeitsbereichen – fördern. Daneben gibt es weiterhin geschütztere, geschlossenere Arbeitsumgebungen: „Eingehauste“ Schreibtische,  eine gedämpfte Akustik und ruhige Farbgebung bilden das passende Umfeld für das Bedürfnis nach Ruhe und Konzentration.

Eine kulturelle Besonderheit: Zur Fressnapf-DNA gehört schon seit langem der Hund als treuer Begleiter am Arbeitsplatz. Auch darauf ist das Future-Work-Konzept dezidiert abgestimmt, unter anderem durch naturnahe Farben und Designs, durch eine Anpassung von Sichtachsen an die Körpergröße von Hunden, durch „tierische“ Accessoires.

Weitere Informationen und Einblicke erhalten Sie in der kommenden stores+shops-Printausgabe, die im Juni erscheint.