Galeria Markthalle

Zeil 116-126
60313 Frankfurt

Wiedereröffnung: 27.10.2021

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Galeria Markthalle

Zeil 116-126
60313 Frankfurt

Wiedereröffnung: 27.10.2021

Lockdown, Insolvenzantrag und Schließung von 40 Filialen – der Start des vor knapp zwei Jahren fusionierten Konzerns Galeria Karstadt Kaufhof verlief mehr als holprig. Jetzt will der Warenhauskonzern, der ab sofort nur noch die Bezeichnung Galeria trägt, mit einem neuen Konzept durchstarten.

Blick von der Dachterrasse mit Blick auf die Frankfurter Skyline.

Blick von der Dachterrasse mit Blick auf die Frankfurter Skyline.
Foto: Galeria

Am 27.10.2021 eröffneten in Frankfurt am Main, Kassel und Kleve drei Pilot-Filialen, die repräsentativ für den Dreiklang in der künftigen Positionierung der verbliebenen 131 Galeria-Standorte stehen werden. Die zeitgleiche Öffnung der drei Filialen sei ein Meilenstein in der Neuausrichtung des Warenhauskonzerns, sagte Galeria CEO Miguel Müllenbach anlässlich der Wiedereröffnung der Frankfurter Filiale an der Zeil.

Das kleinste Format, das sog. lokale Forum, steht für die Häuser mit einer Verkaufsfläche von circa 6.000 bis 10.000 qm Verkaufsfläche, mit einem kuratierten Sortiment, das auf die Gegebenheiten des jeweiligen Standorts einzahlt. Aktuelles Beispiel ist das zeitgleich mit Frankfurt wiedereröffnete Haus in Kleve am Niederrhein, das mit seinem Sortiment unter anderem die Kaufwünsche der Kund:innen aus dem benachbarten Niederlanden adressiert.

Die zweite Kategorie besetzen die regionalen Magneten. Das 16.000 qm große Haus in Kassel ist ein Beispiel für die Verzahnung des Sortiments mit externen Dienstleistungen, die in der Summe den Standort Warenhaus attraktiver machen sollen. Mit Sneaker-Reinigung, Fotoshop und einem Service-Bereich für Bürgerdienste der Stadt Kassel. „Wir wollen das vernetzte Herz der Innenstadt werden“, beschreibt Müllenbach den Kern des Dienstleistungskonzepts.

In das dritte Cluster der „Weltstadtfilialen“ werden die Häuser mit 30.000 und mehr Quadratmetern Verkaufsfläche zusammengefasst. Der Komplettumbau dieser Metropolfilialen ist für Galeria nicht zuletzt unter Prestige-Aspekten ein Projekt mit großer Tragweite. Laut Müllenbach sollen nach dem Abschluss der Umbaumaßnahmen 10 bis 14 Häuser auf die Kategorie der Weltstadtfilialen fallen.

Mit den 50 regionale Magneten machen die beiden Kategorien dann genau die Hälfte des Filial-Portfolios aus, den Rest stellen die lokalen Foren. „Wir werden in den nächsten fünf bis sechs Jahren jede Filiale angefasst haben“, gibt Müllenbach die Richtung vor. Komplettumbauten sind für 50 bis 60 Filialen geplant. Die Investition von rund 25 Mio. Euro für den Umbau der Galeria-Filiale an der Zeil konnte Galeria-Finanzchef Guido Mager noch aus dem Etat des Geschäftsjahrs 2020/2021 bezahlen. Für den Umbau von weiteren 50 bis 60 Häusern steht für die nächsten sechs Jahre steht ein Investitionsvolumen von 600 Mio. Euro bereit.

Sushis vom TV-Koch

Das Frankfurter Haus an der Hauptwache bietet aufgrund seiner Größe ganz andere Möglichkeiten des Sortimentsmanagements wie die zeitgleich eröffneten Filialen in Kassel und Kleve. Sportabteilung, Haushaltswaren und Heimtextilien wurden deutlich erweitert und mit Luxusmarken angereichert. Im Fashion-Angebot setzen nun Marken wie Boss, Maerz oder Marco Polo Akzente.

Daneben bleibt immer noch Platz für neue Sortimentsformate wie die sog. Airetage im 6. Stock. Hier finden kaufkräftige Besucher:innen aus Russland, Asien oder den asiatischen Staaten einen bunten Sortimentsmix aus Premiumprodukten zum steuerfreien Einkauf auf 1.500 qm Fläche. Ein Meeting Point, der im Design einem Reisbündel ähnelt und ein Sitz-Podest mit den Konturen eines Schiffes setzen gestalterische Akzente. Die „Airetage“ und die darüber befindliche 7. Ebene wurde vor Beginn des Umbaus 2020 vom Nachbargebäude übernommen. Hier befindet sich das Premiumrestaurant mit Rooftop-Bar und tollem Ausblick auf die Frankfurter Skyline.

Peter Obeldobel, CEO der beiden eigenständigen Gesellschaften Galeria Food und Galeria Restaurant, rechnet mit täglich 1.500 bis 2.000 Gästen im Dachgeschoss-Restaurant. Der Gast kann wählen zwischen Full-Service und Tellergerichten, die er aus 20 verschiedenen Komponenten in Selbstbedienung zusammenstellen kann, zum Preis ab 20 Euro aufwärts. Ein Highlight sind die Sushi-Kreationen von TV-Koch Steffen Henssler. Das Konzept soll in den nächsten 15 Monaten an fünf oder sechs weiteren Galeria-Standorten ausgerollt werden.

Wir wollen das vernetzte Herz der Innenstadt werden.

Miguel Müllenbach

CEO, Galeria

Entdecken und genießen

Die „Markthalle“ im Untergeschoss artikuliert mit ihrem neuen Claim „Das Beste für Daheim“ den Anspruch, Premiumanbieter mit Alleinstellungsmerkmal zu sein. Die rund 2.300 qm große Fläche generiert den Hauptkundenstrom aus der S-Bahn-Station an der Hauptwache. Diese Anbindung sei für Galeria ein „Riesen-Asset“, freut sich Filialleiter Frank Bertsch. War der Eingang vorher eher unauffällig gestaltet, locken nun eine Marktbäckerei, die für den Sonntagsverkauf abgetrennt werden kann, und die Obst- und Gemüseabteilung als Frische-Entree die Passanten in den Vollsortiments-Supermarkt.

Ein paar Eckdaten: rund 50.000 verschiedene Artikel, 700 Käsesorten, präsentiert in einer Bedienungsinsel, 1.000 Weinsorten, 500 Whisky- und Ginsorten. Das Lebensmitteltrockensortiment, angeliefert vom Systempartner Rewe, liegt preislich auf dem Niveau eines typischen Supermarktes. Für die Gewinnmarge sind die weniger preissensiblen Produkte aus den Premiumsegmenten zuständig – und die kulinarische Vielfalt der gastronomischen Einrichtungen. In der „Frischeküche“ können sich die Gäste Produkte aus der Theke aussuchen und von den Köchen zubereiten lassen. „Sushi-Club“ und Champanger-Bar runden das gastronomische Angebot nach oben ab.

Die ersten Umsetzungen der Dreiklang-Strategie von Galeria klingen in der Summe nach einem engagierten und mutigen Anfang. Ob Weltstadt-Filiale, regionaler Magnet oder lokales Forum – alle drei Formate versprechen, eine Bereicherung für die Innenstädte zu werden.