EuroShop 2020: Die Kasse als Kundenservice-Tool | stores+shops

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Aures präsentierte sein Portfolio auf der EuroShop.
Foto: Messe Düsseldorf/ctillmann

EuroShop 2020: Die Kasse als Kundenservice-Tool

Handelsunternehmen bauen an zukunftsfähigen IT-Architekturen für den POS. Bei der Integration neuer digitaler Kundendienste spielen auch SB-Systeme für den Checkout eine immer größere Rolle. Die EuroShop 2020 präsentierte dazu die passenden Lösungen.

POS-Hardware

Experten des Großhändlers für POS-Systeme und POS-Peripherie Quad haben über längere Zeiträume hinweg beobachtet, wie sich die Gewichtungen bei der Entscheidung für neue Kassensysteme verschieben: von Technik und Preis in Richtung Optik und Corporate Identity. „Früher hatten die IT‘ler, heute haben meist die Marketing-Leute das letzte Wort“, konstatiert Andreas Wey, Geschäftsführer des Großhändlers für POS-Systeme und POS-Peripherie.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Kassensysteme sind technisch weitgehend ausgereift. Die Geräte sind sehr robust, ihre durchschnittliche Lebensdauer ist auf 7 Jahre gestiegen. Die Rechnerleistungen werden, dem jeweiligen Produktzyklus folgend, regelmäßig aktualisiert und genügen höchsten Ansprüchen – etwa beim Handling von Videos für den Digital Signage-Auftritt am POS. Technik, Anschluss-Optionen und andere Fähigkeiten innerhalb der System-Klassen unterscheiden sich nur noch in Nuancen und auch die Preise für vergleichbare Lösungen gleichen sich im harten Wettbewerb der Hardware-Hersteller immer stärker an.

Also treten optische Kriterien in den Vordergrund. „Kassen müssen Modernität und Individualität signalisieren, und sie müssen insbesondere die Corporate Identity des Händlers unterstützen“, so Wey. Von Hardware-Spezialisten wie Aures oder Posiflex bis zu Allround-Dienstleistern wie NCR oder Toshiba: Die EuroShop 2020 präsentierte die ganze Vielfalt an POS-Systemen, deren modularer Aufbau und Variationsoptionen es dem einzelnen Händler erlauben, sich eine in Form und Farbe individuell maßgeschneiderte Lösung zusammenzustellen.

POS-Software

Laut EHI-Untersuchung beabsichtigen 64 Prozent der großen Handelsunternehmen, in ihre POS-Infrastruktur, in ihr Warenwirtschaftssystem (53 Prozent) und in ihre Hard- und Software an der Kasse (36 Prozent) zu investieren. Es geht darum, Prozesse zu vereinheitlichen und zu beschleunigen, insbesondere aber die Basis für den Auf- und Ausbau innovativer Kundenservices wie mobile Anwendungen, neue Payment-Funktionen oder Omnichannel-Dienste zu setzen. Alte IT-Landschaften sind dazu häufig nicht mehr in der Lage.

„Wir benötigten keine neue Kassensoftware, sondern ein Store-System“, sagte zum Beispiel Arnold Bathmann, IT-Leiter in der Bünting-Gruppe. Der norddeutsche Händler mit Zentrale in Leer hat seine POS-Strukturen grundlegend restrukturiert und für seine Famila-, Combi- und Jibi-Märkte eine Suite-Lösung von Diebold Nixdorf installiert. Damit lässt sich der umfangreiche Anforderungskatalog des Händlers umsetzen – von der Order-Stock-Optimierung über das Aktions- und Rabatt-Handling bis zum Customer Relationship Management.

Epson hat auf der EuroSHOP eine Plug-and-play-Lösung vorgestellt, die alle Vorgaben der Kassensicherungsverordnung erfüllt. Dazu gehört auch der neue Bondrucker TM-m30F, in den das TSE-Modul schon integriert ist.

Epson hat auf der EuroSHOP eine Plug-and-play-Lösung vorgestellt, die alle Vorgaben der Kassensicherungsverordnung erfüllt. Dazu gehört auch der neue Bondrucker TM-m30F, in den das TSE-Modul schon integriert ist.
Foto: Epson

Ob Diebold Nixdorf, NCR, Toshiba oder andere: Die großen Software-Anbieter zeigten auf der Messe ihre Plattform-Lösungen, auf denen unterschiedliche Dienste integriert werden und die als offene Systeme auch neue, vielleicht erst in Jahren relevante Funktionen einbinden können. Die von NCR als „Software Defined Store“ benannte Architektur zentralisiert und virtualisiert Anwendungen und Betriebssysteme einer Filiale, so dass alle Systeme als ein Touchpoint zentral gesteuert und aktualisiert werden können. Beim Neuaufbau solcher IT-Strukturen kommen häufig auch Hersteller-unabhängige Dienstleister wie Gebit Solutions zum Zuge. Das Unternehmen demonstrierte auf der EuroShop, wie große IT-Projekte und die Einbindung neuer Service-Prozesse auch unabhängig umgesetzt werden können.

Apropos Einbindung: Die Aufrüstung der Kassensoftware nach dem „Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen“ war auf vielen Messeständen ein wichtiges Thema. Als einer von wenigen Anbietern konnte Epson auf der Messe eine TSE-zertifizierte Lösung vorstellen. Neben einer zertifizierten USB TSE für den direkten Einsatz an der Kasse oder dem TSE Server bietet der Dienstleister auch zwei Druckermodelle, die mit einer zertifizierten TSE ausgestattet sind bzw. nachgerüstet werden können.

SB-Kassen

Bild Nixdorf, anbei In Solingen erprobt Fashion-Händler C & A den Einsatz von SB-Kassen. Erfasst wird über EAN-Codes, die Lösung stammt von Diebold Nixdorf.

Bild Nixdorf, anbei In Solingen erprobt Fashion-Händler C & A den Einsatz von SB-Kassen. Erfasst wird über EAN-Codes, die Lösung stammt von Diebold Nixdorf.
Foto: C&A

Die RFID-Technologie ermöglicht den Einsatz der SB-Kassen auch jenseits des FMCG-Handels. Der Sport-Händler Decathlon zum Beispiel setzt auf SB-Systeme von Diebold Nixdorf, die die RFID-Tags des Warenkorbs über eine in den Kassentisch integrierte Erkennungszone in einem einzigen Vorgang erfassen. Anschließend kann der Kunde die Tags an einer ebenfalls in den Tisch integrierten Vorrichtung selbständig entfernen. Auch Fashion-Händler C&A erprobt die SB-Technik in seinem Haus in Solingen, wobei zunächst mit EAN-Code-Erfassung gearbeitet wird.

Hauptanwendungsbereich für SB-Systeme allerdings bleibt der FMCG-Handel. Insgesamt sind dort in 903 Märkten rund 4.760 stationäre SB-Terminals installiert (Stand Herbst 2019). Mobile Scanning wird in 96 Märkten angeboten. Die Hersteller erwarten wachsende Anwenderzahlen. Ein Neueinsteiger ist die Bünting-Gruppe. Ihre gerade renovierten IT-Strukturen erlauben es, auch SB-Stationen zu integrieren. In einem Combi-Markt in Wilhelmshaven läuft seit Februar der erste Pilot mit SB-Schnellkassen, Märkte in Oldenburg und in Norden sollen in Kürze folgen. In Wilhelmshaven wurden die SB-Stationen schon nach wenigen Tagen von rund 15 Prozent der Kunden genutzt. „Sehr gut für die Startphase“, urteilt IT-Chef Arnold Bathmann.

Um Kosten für die Bargeld-Abwicklung an SB-Kassen zu verringern, hat NCR ein Bargeld-Modul entwickelt, das zwei SB-Stationen parallel versorgen kann.

Um Kosten für die Bargeld-Abwicklung an SB-Kassen zu verringern, hat NCR ein Bargeld-Modul entwickelt, das zwei SB-Stationen parallel versorgen kann.
Foto: NCR

An den Terminals ist ausschließlich Kartenzahlung möglich. „Bargeld-Module sind teuer und sehr aufwändig in Handling und Wartung“, sagt Bathmann. Da Bargeld jedoch speziell im FMCG-Handel noch über Jahre hinweg eine große Rolle spielen wird, versuchen Hersteller, diese Investitionshürde tiefer zu legen.

So stellte NCR auf der Messe neue Lösungen vor, bei der zwei SB-Kassen von lediglich einem zentralen Bargeld-Modul versorgt werden. Parallel dazu wird daran gearbeitet, die Performance der Geräte zu optimieren. Die Software-Plattformen der Bargeld-Spezialisten Glory und Gunebo zum Beispiel integrieren alle Bargeld-Prozesse und versprechen dadurch geringere Betriebskosten bei erhöhter Systemverfügbarkeit.

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