Dezentrale Wind- und Solaranlagen | stores+shops

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Kleinwindkraftanlage auf dem Tengelmann Klimamarkt, Mülheim an der Ruhr

Dezentrale Wind- und Solaranlagen

Sowohl die Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien wie Wind- und Sonnenkraft als auch die dezentrale, also lokale Erzeugung von Energie sind zwei wichtige Bausteine jedes energetischen Zukunftskonzepts. Wie ist heute der Status quo für Kleinwindanlagen, und welches weitere Potenzial bietet die Photovoltaik?

Die Zukunft des Einzelhandels wird von steigenden Energiekosten und einem erhöhten Bewusstsein für Nachhaltigkeit beeinflusst. Viele Einzelhandelsunternehmen sind auf der Suche nach Einsatzmöglichkeiten für Wind- und Sonnenenergie oder Geothermie.  

Private und gewerbliche Verbraucher nutzen verstärkt kleine Windkraftanlagen zur Deckung eines Teils ihres Energiebedarfs. Indes können die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit diesem Trend nicht mithalten. Eine der größten Hürden für die Verbreitung kleiner Windanlagen ist das in Deutschland in jedem Bundesland unterschiedlich geregelte Bauordnungsrecht. Auch jeder Landkreis und jede Kommune legt die Vorgaben bisweilen etwas anders aus. Aufgrund dieser fehlenden Genehmigungspraxis werden bestehende Regelungen, die sich eigentlich auf Großwindanlagen beziehen, oft undifferenziert auf kleinere Anlagen angewandt, was eher Hürden aufbaut als zu Lösungen führt.

In jeder Filiale können rund 25 Prozent Energiekosten eingespart werden.

Pablo Theux

Geschäftsführer, KMLS GmbH

Ein weiteres Problem stellt die fehlende Definition einer Kleinwindanlage dar. Eine abschließende Klärung, was eine Kleinwindanlage überhaupt ist und welche Höhe und Rotormaße sie haben darf, ist noch nicht erfolgt. Nach Auffassung des Bundesverbandes Kleinwindanlagen sind nur Anlagen bis zu 200 qm Windangriffsfläche als kleine Windanlagen zu betrachten. Neben den möglichen Genehmigungsproblemen ist auch die Wirtschaftlichkeit mit einem großen Fragezeichen behaftet.  

Pro Kilowatt (kW) Nennleistung kosten Kleinwindanlagen heute zwischen 3.000 und 5.000 Euro. Bei einem möglichen Jahresertrag von im Schnitt zwischen 1.000 und 2.000 Kilowattstunden (kWh) pro kW Nennleistung und einem Strompreis von ca. 0,20 Euro pro kWh ergeben sich Amortisationszeiträume von 15-25 Jahren. Aufgrund zukünftig zu erwartender Massenproduktion rechnet der Bundesverband Kleinwindanlagen allerdings mit Preisrückgängen innerhalb der nächsten 10 Jahre, was die Amortisierungszeiträume bis zum Jahr 2020 auf 5-10 Jahre senken wird.

Wind: Schnellere Amortisation

Anlagen ab ca. 5 kW Nennleistung sind wirtschaftlich lohnenswert, wenn der Anteil des selbst verbrauchten Stroms möglichst hoch ist, zum Beispiel in landwirtschaftlichen Betrieben oder beim Einsatz für Kühlhäuser.  

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sieht keine gesonderte Vergütung für in Kleinwindanlagen erzeugten Strom vor. Die kleinen Anlagen werden bislang noch genauso vergütet wie die Großwindanlagen: In den ersten 5 Jahren beträgt die Vergütung 9,2 Cent/kWh und in den Jahren 6-20 5,02 Cent/kWh. Die Bundesverbände der Windbranche erarbeiten jedoch zur 05_2011 zeit gemeinsam mit der Bundesregierung ein Konzept, um Kleinwindanlagen als dezentrale Versorger gesondert und zu besseren Vergütungen bei der nächsten Reform des EEG in das Gesetz aufzunehmen.  

Photovoltaikanlagen sind im Einzelhandel die am weitesten verbreitete Technologie, wenn es um die Nutzung von erneuerbaren Energien geht. So haben laut der aktuellen EHI-Studie „Energiemanagement im Einzelhandel 2010“ bereits 57 Prozent der Food- und 34 Prozent der Nonfood-Händler Photovoltaikanlagen installiert. Dabei handelt es sich vornehmlich um Anlagen, die auf Dächern von Verkaufsstätten, Lägern oder Verwaltungsgebäuden installiert sind.  

Ein weiteres interessantes Photovoltaik-Einsatzgebiet für den Einzelhandel ist die Nutzung von Photovoltaikmodulen zur Überdachung von Parkplätzen, sogenannte Solar-Carports. Mehr als 90 Prozent aller Parkflächen von Einkaufzentren, Supermärkten und sonstigen Verkaufsstätten sind bis jetzt nicht überdacht. Für die Händler stellt das ein enormes Potenzial dar zur nachhaltigen Stromerzeugung, zur Minderung von CO2-Emissionen und nicht zu vergessen auch für den Imagegewinn. Denn, wie aktuelle Studien zeigen, sind Umweltbewusstsein und soziales Engagement eines Unternehmens sehr wichtig für die Kunden, die zum Beispiel vermehrt auch darauf achten, wie mit den Mitarbeitern und Lieferanten umgegangen wird, welche Umweltschutzmaßnahmen getroffen werden und wie nachhaltig das Unternehmen insgesamt handelt.  

Sich einen grünen Anstrich zu geben ist allerdings nicht ausreichend, die Kunden wollen Glaubwürdigkeit und eine stetige Weiterentwicklung. Umweltorientiertes Handeln auch als Differenzierungsinstrument zum Mitbewerber wird immer mehr an Bedeutung gewinnen, allein schon deshalb, weil man durch Aktivitäten von Mitbewerbern unter Handlungsdruck gesetzt wird. Aus diesem Grund ist es für Einzelhandelsunternehmen wichtig, sich in Zukunft als nachhaltig agierendes, Ressourcen schonendes Unternehmen zu positionieren.

Sonne: Parkplätze überdachen

Neben solcherart Vorteilen bieten Solar-Carports auch weitere ganz praktische Annehmlichkeiten. Überdachte Parkplätze bedeuten, dass Kunden und Mitarbeiter bei Regen und Schnee geschützt zu ihren Autos gelangen können bzw. dass die Autos im Sommer nicht mehr von der Sonne aufgeheizt werden. Dadurch steigt die Kundenzufriedenheit und potenziell auch die Kundenfrequenz und der Umsatz des Händlers, da Kunden nun auch bei schlechtem Wetter größere Einkäufe tätigen können, ohne der Witterung ausgesetzt zu sein. Weiterhin entfällt auch der nicht unerhebliche finanzielle und personelle Aufwand, der benötigt wird, um den Parkplatz im Winter von Eis und Schnee frei zu halten. Bei Außenveranstaltungen wie Flohmärkten oder Aktionstagen besteht für den Händler mehr Planungssicherheit, da man witterungsunabhängig ist.  

Durch die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantierte Vergütung für die Einspeisung des aus Photovoltaik-Anlagen erzeugten Stroms refinanzieren sich solche Anlagen von selbst. 20 Jahre lang nach Inbetriebnahme der Anlage erhält der Händler für die Einspeisung des Strom nach dem aktuellen EEG 21,11 Cent/kWh.  

Mit Blick in die Zukunft lassen sich die Solar-Carports auch für weitere dezentrale und ganzheitliche Energiekonzepte nutzen. Es können Stromtankstellen für Elektrofahrzeuge auf den Parkplätzen installiert werden, die mit dem Strom aus der Photovoltaikanlage „betankt“ werden. So kann in Zukunft die individuelle Mobilität mit einer klimafreundlichen und intelligenten Energieversorgung ermöglicht werden. Stromtankstellen sind bei einigen Einzelhändlern bereits im Einsatz. Die Rewe zum Beispiel hat in 10 Berliner Märkten und dem Green Building Stromladestationen für Elektroautos installiert, die mit Grünstrom gespeist werden. Im Zuge einer dezentralen Energieversorgung ist es allerdings wichtig, dass Energie vermehrt dort erzeugt wird, wo sie gebraucht wird. Aufgrund der steigenden Benzinpreise kann davon ausgegangen werden, dass das Interesse an Elektrofahrzeugen und im Zusammenhang damit auch nach bequemen Lademöglichkeiten zunehmen wird.  

Einer der Vorreiter in diesem Bereich ist der Edeka-Markt Didis aus Gochsheim. Der Parkplatz des Marktes wurde auf 2.000 qm mit Dünnschichtmodulen überdacht. Jährlich werden mit der Anlage über 200.000 kWh Strom erzeugt, genug, um 60 Vier-Personen-Haushalte zu versorgen. Zudem werden jährlich 140 Tonnen CO2 eingespart. Dank eines offenen Designs, bei dem auf Stützen im Parkbereich verzichtet werden konnte, gehen keine Stellplätze verloren, die Kunden können bequem ein- und aussteigen und witterungsunabhängig zum Eingang des Marktes gelangen.  

Was das Potenzial dezentral erzeugter, erneuerbarer Energien angeht, hat die Zukunft gerade erst begonnen.

Foto: Tengelmann

Energiemanagement via Internet

Moderne Energiemanagement-Systeme ermöglichen den Zugriff per PC über das Internet auf die Verursacher von Energiekosten, die damit standortunabhängig und zentral gesteuert werden können. Einer der Anbieter ist die KMLS GmbH, Hamburg, mit ihrem System „Bluebox“. Fragen an KMLS-Geschäftsführer Pablo Theux.

Wie aufgeschlossen steht der Handel dem Thema Energiemanagement gegenüber?

Der Handel stellt sich schon seit einigen Jahren dieser Aufgabe. Aber es gibt vielerorts noch reichlich Einsparpotenzial.

Lässt sich das beziffern?

Nach unserer Erfahrung kann der Handel rund 25 Prozent der Energiekosten in jeder Filiale einsparen.

Wo und wie setzt man idealerweise an?

Die größte Ersparnis erzielt man durch den Einsatz von Energiemanagement-Systemen. Diese steuern und minimieren den Stromverbrauch einzelner Abnehmer. Selbst große, weltweite Filialnetze können auf diese Weise via Internet ferngesteuert und fernüberwacht werden. Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt ist die Beleuchtung. Denn der Einsatz moderner, energiesparender Technologie muss nicht teurer sein als der Ist-Zustand. Im Gegenteil: Man erzielt weitere Ersparnisse.

Gibt es Kostenfallen, die der Handel möglicherweise übersieht?

Oft kühlt die Klimaanlage gegen die Heizung, und der Türluftschleier arbeitet autark vor sich hin. Zudem wird an Energieeffizienz eher bei Neubauten gedacht, und bestehende Filialen werden vernachlässigt.

Die Dienstleistungen Ihrer Branche betreffen auch den Energieeinkauf. Was passiert dabei?

Der Strom- und Gasbedarf der Kunden wird gebündelt und dann anonymisiert und standardisiert ausgeschrieben. Wir arbeiten derzeit mit mehr als 200 Energieversorgungsunternehmen zusammen und können auf diese Weise Einkaufsvorteile erzielen.

Sie haben das System „Bluebox“ entwickelt. Was kann diese Technologie?

„Bluebox“ ist ausschließlich auf die Bedürfnisse des Handels ausgerichtet, auf Energiekosten und optimale Raumbedingungen am Point of Sale. In dem System sind bestimmte Szenarien hinterlegt wie Anlieferzeiten, Öffnungszeiten, Reinigungs- und Putzzeiten etc. Diesen werden bestimmte Lösungen in puncto Beleuchtung und Helligkeit, Klimatisierung und Temperatur sowie dazugehörende Verbrauchsstellen zugeordnet. Mittlerweile können über diese Plattform auch die Bereiche Warensicherung, Kamerasysteme, Alarmanlagen, Video- und Sound eingebunden und gesteuert werden.

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