Ebay: Secondhand und das Kontaktverbot | stores+shops

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Deutsche Ebay-Zentrale in Dreilinden
Foto: ebay Germany

Ebay: Secondhand und das Kontaktverbot

Spontan könnte man vermuten, dass direkte Transaktionen zwischen Endkunden auf Online-Plattformen in Corona-Zeiten gegen Null gehen. Das sei aber nicht so gewesen, berichtet Paul Heimann, Chef von Ebay-Kleinanzeigen. Im Gegenteil: Die Zeit der inneren und äußeren Einkehr habe zu einem Anstieg im Secondhand-Geschäft geführt.

Im April verzeichnet der Service „eBay Kleinanzeigen“ ein Allzeithoch: 40 Mio. Angebote waren gleichzeitig im Netz zu finden. „Deutschland sortiert aus“, titelt die Pressemitteilung des Plattformanbieters. Und tatsächlich haben viele Haushalte den Heimzwang dazu genutzt, ihre Keller zu entrümpeln.

Aber findet sich dazu auch eine passende Nachfrage? Im Vergleich zum gleichen Quartal des Vorjahres hat der Traffic auf der Website um 40 Prozent zugenommen. 180 Mio. Visits zählte die Plattform in der ersten Woche nach Ostern. Traditionell sind Sonn- und Feiertage starke Tage bei den Kleinanzeigen. Besonders viel Zuwachs sah die Abteilung „Haus und Garten“.

Wir haben bei Paul Heimann, dem deutschen Geschäftsführer von Ebay Kleinanzeigen nachgefragt, was sich sonst noch verändert hat in den letzten Wochen.

Sieht Ebay Kleinanzeigen ein verändertes Nutzerverhalten in Folge von  Corona?

Viele nutzen das unfreiwillige Plus an Freizeit offensichtlich auch, um sich von ungenutzten Dingen zu trennen. Die Zahl der neuen Anzeigen hat sich seit Beginn der Corona-Maßnahmen im Vorjahresvergleich teilweise verdreifacht. Besonders gefragt sind neben saisonal relevanten Artikeln wie Fahrrädern und Gartenzubehör auch Gesellschafts- und Videospiele. Auch Bücher und Filme erfreuen sich großer Beliebtheit.

Haben Sie dieses Verhalten mit konkreten Maßnahmen begleitet, indem Sie zum Beispiel etwas an den Seiten, der Navigation oder dem Wording geändert haben?

Ein Prinzip von Ebay-Kleinanzeigen ist die Einfachheit. Kurzfristige Taktiken passen nicht zu diesem Grundsatz. Dennoch galt es, sich auf die neue Situation einzustellen. So haben wir zum Beispiel die Suche nach versandfähigen Artikeln erleichtert. Unseren Grundsatz, wonach Anbieter zwingend auch eine Abholung ermöglichen müssen, haben wir bis auf Weiteres ausgesetzt. Außerdem haben wir zeitweise den Handel mit bestimmten Produkten, darunter Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel, eingeschränkt.

Wie hat sich der Werbeumsatz in diesem Zeitraum entwickelt?

Auch wir haben die Auswirkungen der allgemeinen Unsicherheit unter den Werbetreibenden gespürt. Wir konnten den Rückgang im Anzeigengeschäft jedoch rasch auffangen. Und der Werbemarkt stabilisiert sich.

Glauben Sie daran, dass das Thema Secondhand unter dem Trend Nachhaltigkeit an Bedeutung in den Köpfen der Menschen gewinnen wird?

Secondhand zu kaufen ist sicher mehr als nur ein kurzlebiger Trend. Wir sind überzeugt, dass das Thema weiter an Bedeutung gewinnen wird. Nutzer, die gebrauchte Dinge kaufen oder verkaufen, sichern sich dadurch nicht nur finanzielle Vorteile – sie verlängern auch die Lebenszeit von Produkten. Damit leisten sie einen aktiven Beitrag für mehr Nachhaltigkeit.

Welches vorläufige Fazit ziehen Sie aus den letzten zweieinhalb Monaten als Arbeitgeber und Marke?

Wir haben ein Stück unserer Unternehmenskultur digitalisieren müssen – wir arbeiten in vielen Bereichen in cross-funktionalen Teams zusammen. Der persönliche Austausch ist deshalb besonders wichtig. Videokonferenzen können spontanen Austausch nicht ersetzen. Es hat sich auch in Krisenzeiten gezeigt, dass Ebay-Kleinanzeigen für viele Menschen relevant sind.

Das Interview führte Frank Puscher.

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