Das zuvor schon in den USA und den Niederlanden veranstaltete Format richtet sich unter anderem an Vertreter:innen aus der Branche. An vier Stationen und in einem Panel-Talk mit Expert:innen sollten die Teilnehmenden nachvollziehen können, welche Faktoren aus Sicht des Händlers die Qualität und mögliche Kreislauffähigkeit von Kleidung beeinflussen. An einer Tast-Station lagen etwa Jeans zu Preiseinschätzungen bereit, eine weitere Station griff die „Repair-Workshops“ auf, die Primark in seinen Stores anbietet. Dort konnten Techniken zur Ausbesserung und Veränderung von Kleidung ausprobiert werden. Weitere Stationen befassten sich mit der Auswahl von Rohstoffen und dem Design von Kleidungsstücken.
„Beim Quality Lab möchten wir anhand von konkreten Beispielen und Produkten Qualität und Haltbarkeit erlebbar machen. Dabei zeigt sich, dass der Preis allein hierfür kein Indikator ist. Entscheidend ist, wie sich ein Produkt im Alltag bewährt. Auch die richtige Pflege und einfache Reparaturen können dazu beitragen, dass Kleidung länger getragen werden kann“, sagt Karolina Klingenberg, Sprecherin Primark Deutschland und Österreich.

Im Rahmen
der Veranstaltung sollten die Faktoren, die für die Zirkularität von Kleidung entscheidend
sind, beleuchtet werden
Foto: Primark
Einfluss auf Produktentwicklung
Primark verweist dabei auf den unternehmensinternen Prüfrahmen „Durability Framework“, der gemeinsam mit dem Waste and Resources Action Programme (WRAP) entwickelt wurde. Ein wachsender Anteil der Kollektionen soll damit systematisch getestet werden und die Ergebnisse sollen in die Produktentwicklung einfließen.
Thomas Ahlers, Senior Manager Stakeholder Engagement Ethical Trade bei Primark: „Zirkularität beginnt nicht erst beim Recycling. Entscheidende Weichen werden schon beim Design und damit der Entwicklung eines Kleidungsstücks gestellt, etwa bei der Auswahl und Zusammensetzung der Materialien. Wichtig ist, dass wir von Anfang an mitdenken, wie ein Kleidungsstück nach dem Produktlebenszyklus weiter- oder wiederverwendet werden kann. In diesem Sinne müssen wir uns als Unternehmen stetig weiterentwickeln.”
Valéa Vadaleau, Head of Business Development der Aid by Trade Foundation sagt zur Rolle von Rohstoffen und Design am Beispiel des Baumwollstandards „Cotton made in Africa“: „Die Rohstoffwahl ist sehr wichtig, da sie einen wesentlichen Teil des ökologischen und sozialen Fußabdrucks von Unternehmen prägt. Sie reicht für echte Kreislauffähigkeit allein jedoch nicht aus: Auch das Design spielt eine wesentliche Rolle für die Zirkularität eines Kleidungsstücks. Der größte Hebel liegt deshalb für mich ganz am Anfang – in der Verbindung von verantwortungsvoller Rohstoffwahl und konsequentem Design. Entscheidend ist nicht nur, woraus ein Kleidungsstück besteht, sondern auch, wie lange es im Kreislauf bleibt und was daraus werden kann, wenn es nicht mehr getragen wird.“

