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So sieht City-Logistik heute aus

Kurierdienst 2.0

In der BentoBox können beliebige Sendungen, die von Kurierdiensten zugestellt oder abgeholt werden, an zentraler Stelle abgegeben oder abgeholt werden. Die modulmäßig aufgebauten Rollcontainer können entweder schon im Depot befüllt werden, oder, wie in Berlin, von Fahrradkurieren vor Ort bedient werden.

Ein Bento ist eine in Japan verbreitete Darreichungsform eines Gerichts, bei dem die verschiedenen Komponenten des Gerichts in Fächern eines Kästchens voneinander separiert dargereicht werden. So sind die zur Aufnahme einzelner Sendungen vorgesehenen Fächer der BentoBox nicht wie bei der DHL-Packstation direkt im Gehäuse des Systems eingebaut, sondern separiert in beweglichen Rollcontainern untergebracht. Diese Rollcontainer können einzeln entnommen und transportiert werden. Zur Bedienung der BentoBox dient beim derzeit eingesetzten Prototyp ein Terminal mit Touchscreen. Benutzer identifizieren sich hier mit Benutzername und Kennwort und erhalten anschließend Zugriff auf die für sie freigeschalteten Sendungsfächer oder auf ganze Rollcontainer.

So sieht City-Logistik heute aus

Für die kommende Generation der BentoBox ist zusätzlich die Möglichkeit der berührungslosen Identifikation per RFID für die Mitarbeiter der Dienstleister sowie Geschäftskunden vorgesehen. Die Fächer variieren von kleinen Fächern für Briefe und kleine Pakete bis hin zu Fächern, die die Aufnahme einer Sendung von der Größe eines Umzugskartons ermöglichen. Zusätzlich können die aus dem BentoBox-Rahmen entnommenen Rollcontainer rückseitig geöffnet werden, sodass bei der Bestückung nur ein Handgriff erforderlich ist, um Zugang zu allen Fächern des Rollcontainers zu erhalten.

Die BentoBox wurde 2012 in drei Feldversuchen getestet. In Berlin diente die BentoBox als Konsolidierungslager des lokalen Kurierdienstes „Messenger Transport und Logistik“. In Lyon und Turin wurde die BentoBox von TNT als Lösung für die letzte Meile der Zustellung und Abholung innerhalb von Einkaufszentren getestet. Erfinder des Systems sind Werner Schönewolf, Abteilungsleiter am Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) in Berlin und Michael Kuchenbecker, Senior Consultant der Logistic Network Consultants GmbH (LNC) in Berlin.

Modulares Container-System

In den Feldversuchen in Lyon und Turin wurde die BentoBox über einen Zeitraum von jeweils sechs Wochen für B2B-Dienstleistungen eingesetzt. Ausgewählte Ladenbetreiber in einem Shopping-Center nutzten das System für Zustellungen und Abholungen. TNT befüllte die beweglichen Container der BentoBox bereits im Depot und transportierte die befüllten Container zum Standort in dem Einkaufszentrum. Der zeitaufwändige Gang des Zustellers durch das Einkaufszentrum direkt zu jedem Adressaten wurde damit durch einen einzelnen Prozess, das Austauschen entleerter Container mit den aktuell befüllten, ersetzt.

Das primäre betriebswirtschaftliche Ziel ist die Reduktion der Handlingkosten, also der verkürzte Aufenthalt des Zustellers im Einkaufszentrum. Zusätzlich von Vorteil für Dienstleister und Kunden ist die zeitliche Entkopplung des Zustellprozesses. Der Austausch der BentoBox-Container kann auch außerhalb der Ladenöffnungszeiten erfolgen. Weiteres betriebswirtschaftliches Ziel sind die optimierten Fahrtzeiten für den Transfer zwischen Depot und BentoBox-Standort in den frühen Morgenstunden bei geringerem Verkehrsaufkommen. Für den Betrieb der BentoBox erforderlich sind lediglich ein Stromanschluss sowie Zugang zum Mobilfunknetz. Zukünftiges Ziel ist die Etablierung der BentoBox als anbieteroffenes System. Verschiedene KEP-Dienstleister sollen unter Verwendung eigener Rollcontainer die BentoBox als gemeinsames System nutzen können.

Die Verwendung der BentoBox als Konsolidierungslager für einen Kurierdienstleister wurde Anfang 2012 in Berlin getestet. Ziel hierbei war die Verlagerung von per Pkw transportierten Sendungen auf Fahrradkuriere und Lastenfahrradkuriere. Dabei wurden die Vorteile von Pkw- und Fahrradkurieren kombiniert: Während Pkw für den Transport außerhalb des Testgebiets auf langen Strecken eingesetzt wurden, wurde der Pkw-Verkehr innerhalb des Gebiets durch Fahrradkuriere ersetzt. Als Verknüpfungspunkt fungierte die BentoBox. Auf diese Weise konnten rund 85 Prozent aller Lieferungen und Abholungen durch Fahrräder und Lastenräder ersetzt werden. Insgesamt wurden innerhalb von 2 Monaten 650 Sendungen mit einem Gewicht von bis zu 50 kg über die BentoBox umgeschlagen. Dabei erreichten die Kuriersendungen ohne Fehler oder Verzögerungen ihr Ziel.

Anbieteroffenes System

Auch das Berliner BentoBox-Modell soll „multimandantenfähig“ werden. Eine der grundlegenden Herausforderungen wird hierbei die Koordination der Kurierfahrer der verschiedenen Dienstleister durch ein geeignetes Softwaresystem sein. Die Vorteile des innovativen Kuriersystems sind u.a. Kostengünstigkeit, da Fahrräder billiger sind als Autos, Reduktion der Schadstoffemission sowie der Lärmemission im Stadtgebiet durch die umweltfreundlichen Fahrräder.

Weitere Informationen: www.ipk.fraunhofer.de

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