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Foto: K&L-Ruppert

Schnittstelle für alle Kanäle und Aktionen

Kompakt, robust, bedienerfreundlich – die Kassen-Hardware hat einen sehr hohen Reifegrad erreicht. An der Software dagegen wird bei vielen Händlern „gebastelt“. Insbesondere geht es darum, neue Multichannel-Funktionen und mobile Anwendungen zu integrieren.

Die Kassen-Hardware bietet heute über alle Anbieter hinweg hohe Qualität – „und dies zu tendenziell immer günstigeren Preisen“, meint Johannes Schick, Geschäftsführer von Höltl Retail Solutions in Bad Hersfeld. Die kompakten Gehäuse sind robust und lüfterlos, damit wenig anfällig für äußere Einflüsse wie Schmutz und Staub, Stöße und Spritzwasser. Im Inneren arbeiten leistungsfähige, bei Bedarf weiter aufrüstbare Rechner, oft mit Core- und vPro-Prozessoren der dritten oder vierten Generation von Intel.

Auch die modernen kapazitiven Touch-Bedienelemente versprechen hohe Zuverlässigkeit. Aufgrund technischer Weiterentwicklungen werden die Sensoren inzwischen von einer bis zu 18 mm dicken Glasschicht geschützt und verzeihen damit auch gröbere mechanische Einwirkungen. Darüber hinaus steht eine weiterentwickelte Technologie zur Verfügung, die auch am POS das Wischen und Zoomen à la iPad erlaubt. „Natürlich bietet es sich zum Beispiel an, anstelle einer Storno-Funktion die zu stornierende Bon-Zeile einfach wegzuwischen“, sagt Dr. Michael Schulte, Director Software Sales & Marketing bei Wincor Nixdorf.

Ausgereifte Technik

Angesichts der ausgereiften Technik rücken für den Händler daher bei Neuinvestitionen andere Gütekriterien stärker in den Fokus. Das Design der Hardware sollte zur CI des Unternehmens passen. Integriertes Energie-Management ist Pflicht. Der Stromverbrauch des einzelnen Gerätes spielt insbesondere dann eine Rolle, wenn ein Großfilialist Hunderte POS-Systeme austauscht. Manche Kassenhersteller haben hier eine Unsitte der Automobilhersteller übernommen: Bei ihren Angaben zum durchschnittlichen Energieverbrauch schmücken sie sich gerne mit attraktiv niedrigen Werten. Im Zweifel kann es sich also lohnen, den im Werbeprospekt angegebenen Stromverbrauch von Kasse und Peripherie mit einem eigenen Labortest zu verifizieren – dies gilt sowohl für den Betriebs- als auch für den Stand-by-Modus.

Wartungsfreundlichkeit

Elementar für Handelsunternehmen sind darüber hinaus Wartungsfreundlichkeit und schneller, zuverlässiger Hersteller-Service. Moderne Geräte erleichtern und beschleunigen die Selbsthilfe durch das „Click & Slide“-Prinzip, also die Austauschbarkeit aller aktiven Teile mit einem Handgriff. Generell greifen Händler bei Neuinvestitionen meist auf einen etablierten Anbieter zurück. Das gibt die Gewähr, bei Störungen und bei der Ersatzteilversorgung über Jahre hinweg auf der sicheren Seite zu sein.

Die Kassen-Hardware bietet heute hohe Qualität zu tendenziell immer günstigeren Preisen.

Johannes Schick

Geschäftsführer Höltl Retail Solutions

Beim Betriebssystem hat der Händler die Wahl zwischen Microsoft und Linux. In Deutschland werden die Prozessoren inzwischen wieder mehrheitlich von Microsoft gesteuert. Mit ihren Produkten „WEPOS“ (Windows Embedded for Point of Service) und dem Nachfolger „Windows Embedded POSReady“ konnten die Amerikaner in jüngster Vergangenheit den bisherigen Vorsprung von Linux aufholen. 2012 wurden noch 52 Prozent der Kassen von Linux gesteuert, ein Jahr später waren es laut EHI-Studie „Kassensysteme 2014“ noch 45 Prozent.

„Linux oder Microsoft – unter den IT-Verantwortlichen ist diese Gretchenfrage schon lange entideologisiert. Kommen viele Systeme zum Einsatz, wird oft Linux bevorzugt, bei Unternehmen mit wenigen Filialen ist eher Microsoft gefragt“, beobachtet Michael Jaszczyk, Technologie-Vorstand von GK Software. Auch bei den weltweiten Rollouts hat Microsoft mit seinen auf den Handel zugeschnittenen Embedded-Komponenten inzwischen wieder die Führung übernommen.

Anwendungssoftware

Zu den größten Baustellen für die IT-Verantwortlichen im Handel gehört inzwischen die POS-Anwendungssoftware. Denn auf den Checkout kommen heute und künftig zusätzliche Aufgaben zu – in erster Linie ausgelöst durch den Trend zum Multichannel-Retailing: Kunde bestellt online und bezahlt im Geschäft; Kunde zahlt nach Zustellung; Kunde retourniert online bestellte Ware im Geschäft und erhält Bargeld zurück; Auslieferungsfahrer zahlt vereinnahmtes Geld an der Kasse ein. Wer als Händler sein stationäres mit seinem Online-Geschäft verknüpfen will, muss diese und andere Vorgänge reibungsfrei ermöglichen. „Die Kasse sollte die Multichannel-Prozesse bedienerfreundlich, verständlich und nachvollziehbar abbilden, dies auch warenwirtschaftlich“, sagt Hans Heinrich Katt, Ex-Geschäftsführer von NCR Deutschland und seit 12 Jahren selbstständiger Management-Berater für IT-Projekte.

Marketing und Payment

Gleiches gilt für das Thema Promotions. Von 3-für-2-Aktionen über die Verrechnung digitaler Coupons bis hin zu den Rabattierungen für Kundenkarten-Besitzer erwartet der Handel von seiner Kassenanwendung, dass sie die gesamte Klaviatur der Marketing-Aktionen bespielen, kontrollieren und dokumentieren kann. Außerdem muss die Software in der Lage sein, künftige Payment-Anwendungen, ob per Smartphone oder kontaktlos per Karte, nahtlos zu integrieren. Noch ist bei den neuen Bezahl-Varianten völlig offen, welche Technologie sich durchsetzen kann. MyWallet (Telekom), O2 Wallet (O2), Paypal (Ebay), Masterpass (Mastercard), V.me (Visa), Yapital (Otto Group) sind nur einige der konkurrierenden M-Payment-Lösungen, die jeweils unterschiedliche technische Ansätze und Anwendungsvarianten verfolgen.

Multichannel-Funktionen

„Kanalübergreifende Vertriebsprozesse, der schnelle Zugriff auf Informationen wie Lagerbestandswerte oder die Kombination mit dem Web-Business müssen an der Kasse künftig schnell und sicher abbildbar sein“, fasst der Strategie-Berater Hans Heinrich Katt zusammen. Die auf der EuroCIS 2015 (24. bis 26. Februar in Düsseldorf) ausstellenden Software-Entwickler stellen diese erweiterten Kassen-Services in den Mittelpunkt ihrer Messe-Präsentation. In der neuen Version 5.0 der Kassensoftware „POSFlow“ von Höltl Retail Solutions zum Beispiel sind die wesentlichen Multichannel-Funktionen schon integriert. „Wir nutzen die kommenden Monate, um die wenigen noch fehlenden Anwendungen, insbesondere zur Einbindung logistischer Prozesse, noch abzubilden“, erklärt Geschäftsführer Johannes Schick.

Cloud-Kassen: Service aus der Wolke

Bedienoberfläche einer Cloud-Kasse (Foto: Höltl)

Bedienoberfläche einer Cloud-Kasse (Foto: Höltl)

Während kleinere Handelsunternehmen zusätzliche POS-Anwendungen über leistungsstarke Multifunktionskassen oder über hausinterne Server-Client-Lösungen abbilden können, befassen sich insbesondere die international tätigen Großfilialisten mit der Möglichkeit, Daten und Anwendungen von der Kasse in die Wolke zu verlagern.

GK Software zum Beispiel hat bereits einige reine Cloud-Lösungen realisiert, bei denen nur noch die Bedieneroberfläche, nicht aber die Business-Logik auf dem Eingabegerät liegt. Auch Höltl-Geschäftsführer Johannes Schick sieht „die Zeit reif für die Cloud“. Höltl Retail Solutions hat bei Thomas Sabo, Händler für Silberschmuck mit weltweit 250 Filialen, eine Kassenlösung aus der Wolke installiert. Die Cloud hält Rechenkapazitäten, Software- und Programmierumgebung auf Windows Azure, der Cloud-Plattform von Microsoft. Beim Start der Kasse werden die Basisfunktionen sowie der Datenbestand an Artikel- und Preisinformationen, außerdem die landesspezifischen Konfigurationsdaten aus der Wolke geladen. Damit kann die Kasse bei einer Störung der Internetverbindung auch über einen längeren Zeitraum offline arbeiten.

Für Thomas Sabo liegen die Vorteile einer solchen Lösung auf der Hand: Der Händler kann auf eigene Server-Kapazitäten verzichten und bindet dadurch weniger Kapital. Seine Anwendungen sind besser skalierbar. Außerdem lassen sich neue Dienste und Anwendungen zentral, schnell und kostengünstig in das System integrieren.

NCR präsentiert seine Lösung „Retalix 10“, eine Softwareplattform, bei der alle Kunden- und Filial-Applikationen auf der gleichen Daten- und Geschäftslogik basieren. Actosoft aus dem westfälischen Werther ist auf den Fashion-Handel spezialisiert und zeigt auf der Messe mit „act’o-cash 3“ die neueste Generation seiner Kassen-Software. „Im Zusammenspiel mit CRM, ERP, Logistik-Software, Onlineshops, Loyalty- und Giftcard-Systemen können wir damit Services und Prozesse realisieren, die unsere Kunden von den reinen Onlinern abheben“, erklärt Actosoft-Geschäftsführer Christian Malachowski.

Ebenfalls verstärkt im Fashion-Bereich tätig ist Futura Retail Solution. Auf der EuroCIS zeigt der Software-Entwickler seine weiterentwickelte Kassenlösung „Futura4POS“. Unter anderem führt Futura seine Anwendungen zur Bestandsüberwachung bei Multichannel-Prozessen vor. „Der Verbraucher erwartet, dass er den Weg der Lieferung bestimmt, ob Abholung oder Retouren in der Filiale oder umgekehrt Bestellung in der Filiale und Lieferung per Paketdienst“, sagt Christian Jürs, Head of Sales bei Futura Retail Solutions.

Fotos (2): K&L-Ruppert (1), Höltl (1)

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