EHI-Studie: Hohe Inventurdifferenzen im Handel | stores+shops

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Diebstahl durch die Kundschaft macht noch immer den Löwenanteil an den Inventurdifferenzen aus.
Foto: Anton/stock.adobe.com

EHI-Studie: Hohe Inventurdifferenzen im Handel

Trotz Warensicherung und Personalschulungen wird im Einzelhandel nach wie vor sehr viel gestohlen. Zwar sind sowohl die Inventurdifferenzen als auch der Diebstahl im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen, bewegen sich jedoch weiterhin auf hohem Niveau. Das zeigt eine aktuelle EHI-Studie, die im Rahmen der Inventur- und Sicherheitstage 2022 in Köln vorgestellt wurde.

Sicherheitsmaßnahmen und Ladendiebstahl beschäftigen den Einzelhandel so lange, wie es ihn gibt. Obwohl die Inventurdifferenzen im deutschen Einzelhandel in 2021 leicht rückläufig sind, liegen sie mit 4,1 Mrd. Euro* gegen 4,2 Mrd. Euro im Vorjahr weiterhin hoch. Auch wird nicht mehr ganz so viel gestohlen, aber nicht so eklatant weniger, wie es die polizeiliche Kriminalstatistik suggeriert. Das sind die Ergebnisse der aktuellen EHI-Studie „Inventurdifferenzen im deutschen Handel 2022“.

Ladendiebstahl geringfügig zurückgegangen

Die Inventurdifferenzen setzen sich nach Expertenschätzungen zusammen aus Diebstahl durch die Kundschaft (2,1 Mrd. Euro), Diebstahl durch Mitarbeitende (810 Mio. Euro), Diebstahl durch Servicekräfte und Liefernde (320 Mio. Euro) sowie organisatorische Mängel (870 Mio. Euro).

Laut polizeilicher Kriminalstatistiken wurden 2021 15,6 Prozent weniger Ladendiebstähle angezeigt. Dieser Wert spiegelt jedoch der Studie zufolge nicht die Entwicklung der Inventurdifferenzen wider. Die EHI-Ergebnisse zeigen einen deutlich geringeren Rückgang. Zwar wurden im letzten Jahr noch 256.694 Ladendiebstähle gegenüber 304.005 in 2020 angezeigt, aber rechnerisch blieben 19,8 Mio. Ladendiebstähle mit einem durchschnittlichen Warenwert von rund 106 Euro unentdeckt.

Spitze des Eisbergs

„Das bedeutet, dass die polizeilich erfassten Ladendiebstähle nur die Spitze des Eisbergs darstellen und die Mehrheit aller Delikte nicht bei der Tatausführung erkannt und dementsprechend nicht angezeigt wird. Der drastische Rückgang der Ladendiebstahlsanzeigen ist nur mit den reduzierten Ausgaben für Detekteien zu erklären, denn sie bringen normalerweise die meisten Fälle zur Anzeige“, erklärt Frank Horst, EHI-Experte Inventurdifferenzen und Autor der Studie.

Sicherheit kostet

Um seine Waren vor Diebstahl zu schützen, hält der Handel seine Präventionsausgaben von etwa 0,30 Prozent des Umsatzes auch in 2022 konstant. Demnach steckte der Handel 1,3 Mrd. Euro in Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen wie Artikelsicherung, Kameraüberwachung oder Detektiveinsätze. Insgesamt betragen die Kosten für Inventurdifferenzen und deren Vermeidung 5,4 Mrd. Euro, die der Handel in den Verbraucherpreisen einkalkulieren muss.

Diebstahlrenner Marken & Genussmittel

Rund 40 Prozent aller Nennungen gestohlener Produkte entfallen auf folgende fünf Warengruppen: Kosmetik, Tabakwaren, hochwertige Markenbekleidung und -schuhe, Elektrogeräte, -artikel und -zubehör sowie alkoholische Getränke, dabei vor allem Spirituosen, Wein und Sekt. Eine Auswertung der am meisten gestohlenen Warengruppen lässt aber nur branchenspezifische Antworten zu.

*branchengewichtete Hochrechnung für den gesamten deutschen Einzelhandel, bewertet zu Verkaufspreisen.

Datenbasis:

An der aktuellen Untersuchung beteiligten sich 77 Unternehmen bzw. Vertriebsschienen mit insgesamt 20.178 Verkaufsstellen, die einen Gesamtumsatz von rund 95,4 Mrd. Euro erwirtschafteten. Die durchschnittliche Verkaufsfläche der beteiligten Geschäfte beträgt 1.270 qm.

EHI-Studie: Inventurdifferenzen im Handel 2022

 

ISBN: 978-3-87257-569-2
Preis: 465,00 € zzgl. MwSt.
Ab sofort zum Download unter: www.ehi.org.

Die Studie ist für EHI-Mitglieder kostenlos.

Kontakt:
Frank Horst, Leiter Inventurdifferenzen + Sicherheit, EHI, Tel.: +49 (0)2 21/5 79 93-53, E-Mail: horst@ehi.org
Maren Franken, Vertrieb, Tel:+49 221 57993-43, E-Mail: franken@ehi.org

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