Instore-Schutzmaßnahmen: Mit Hightech gegen Covid-19 | stores+shops

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Biometrisches Fieber-Screening: Die Wärmebildkamera von Dermalog misst die Körpertemperatur von Personen
Foto: Dermalog

Instore-Schutzmaßnahmen: Mit Hightech gegen Covid-19

Nach Wochen des Stillstands kommt der stationäre Handel langsam wieder ins Rollen: Seit Montag dürfen die Geschäfte bis zu einer Verkaufsfläche von 800 qm wieder öffnen. Die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln betreffen jetzt alle Händler, die ihre Läden öffnen dürfen. Demzufolge steigt der Bedarf an technischen Schutzmaßnahmen sprunghaft an. Was hat der Markt an Lösungen zu bieten? Ein Überblick.

Covid-19 Social Distancing mit Bodenmatte vom Anbieter Fotoboden

Covid-19 Social Distancing mit Bodenmatte vom Anbieter Fotoboden
Foto: Fotoboden

Die Covid-19-Pandemie stellt den Einzelhandel vor extreme Herausforderungen. Soziale Distanz und Kontaktreduzierung sind nur zwei Schlagworte, die den Alltag aktuell in allen Geschäften bestimmen. Mitarbeiter und Kunden müssen bestmöglich geschützt und gleichzeitig das schnelle und reibungslose Einkaufen sichergestellt werden. In den Elektronik-Fachmärkten von Mediamarkt und Saturn zum Beispiel, die ihren Kunden seit Wochenbeginn zunächst nur Teile der überwiegend größeren Verkaufsflächen zur Verfügung stellen, werden unter anderem Spuckschutzvorrichtungen im Kassen-, Info- und Servicebereich einschließlich Warenausgabe aufgestellt sowie umfangreiche Beschilderungen und Hinweise zur Abstandshalterung angebracht. Das Personal wird angehalten, Mund- bzw. Gesichtsschutz tragen. Zudem gehören die Kontrolle der Kundenfrequenz und reduzierte Öffnungszeiten zu den umfassenden Maßnahmen, die in allen Fachmärkten umgesetzt werden.

Abstand halten

Warteschlangenmanagement mit mobilen Abstandsständern von Wanzl

Warteschlangenmanagement mit mobilen Abstandsständern von Wanzl
Foto: Wanzl

Die Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Metern ist eines der wichtigsten Faktoren, um das Infektionsrisiko zu reduzieren. Gefragt sind praktikable Lösungen, um die Abstandsregelung zu erfüllen. Mobile Abstandsständer, wie man sie vom Check-in an Flughäfen kennt, hat u. a. der Ladenausstatter Wanzl im Produkt-Portfolio, ebenso wie Infoscreens, videogestützte Kundenzählung, automatische Zugangskontrollen und Acrylglasscheiben als Spuckschutz für Kundschaft und Mitarbeiter. Marketing-Displays aus Köln beliefert den Handel mit verschiedenen Aufstellern zum Thema „Abstand halten“, ebenso mit klassischen Kundenstopper mit Postern in DIN A1 oder DIN A2 bis hin zu den größeren Infopräsentern und Infoboards.

Um den Textil-, Schuh- und Lederwarenhandel bei der Kundenkommunikation im Geschäft zu unterstützen, hat der BTE Handelsverband die Kampagne „#mitAbstand“ konzipiert. Entwickelt wurden dazu mehrere Motive und Slogans mit Branchenbezug, die allen Unternehmen als kostenlose Druckvorlagen zur Verfügung gestellt werden. Sie stehen zum Download bereit unter https://www.bte.de/mitabstand/ und beinhalten Vorlagen für Plakate, Kleberollen und Bodenaufkleber. Die Visuals United AG in Kaarst, bekannt unter dem Produktnamen „Fotoboden“, hat ihr Produktportfolio um Covid-19 Abstandsmatten in verschiedenen Designs erweitert. Sie können im Gegensatz zum Bodenaufkleber schnell wieder aufgenommen und umplatziert werden. Schmutzfangmatten mit spezifischen Covid-19 Hinweisen bietet Löw Ergo an. Sie sind in verschiedenen Größen und Aufdrucken verfügbar.

Der „SmartDome“ vom Technologie-Anbieter Indyme weist akustisch auf die Einhaltung der Abstandsregeln hin

Der „SmartDome“ vom Technologie-Anbieter Indyme weist akustisch auf die Einhaltung der Abstandsregeln hin
Foto: Indyme

Neben den visuellen Kommunikationsmaßnamen in Form von Hinweisschildern, Abstandshaltern und Bodenmatten bieten verschiedene Technologieanbieter auch akustische Lösungen in Form von Durchsagen im Markt an. Die Firma Indyme zum Beispiel hat das Produkt „SmartDome“ entwickelt. Es sieht aus wie eine klassische Überwachungskamera, wie man sie typischerweise in Geschäften vorfindet, funktioniert aber ganz anders: Wenn Personen im Erfassungsbereich des „SmartDomes“ erkannt werden, spielt dieser eine Sprachnachricht ab wie „Bitte achten Sie auf den Sicherheitsabstand von anderthalb Metern.“ Das Gerät ist batteriegetrieben, so dass keine Verkabelung erforderlich ist. Das auf digitales Marktmanagement spezialisierte Unternehmen Responsive Acoustics („ReAct“) produziert Durchsagen, mit der alle Personen in Geschäften daran erinnert werden, ihre Masken zu tragen und den notwendigen Sicherheitsabstand einzuhalten. Supermärkte und Discounter bekommen diese Durchsagen online übertragen. Diese werden dann automatisch in einer voreingestellten Frequenz abgespielt. Alternativ können sich Händler die Audio-Datei laut „ReAct“ zum Download von der Firmen-Website herunterladen.

Pro 20 qm Verkaufsfläche darf sich nur 1 Kunde in unseren Filialen aufhalten. Christian Schirmer

Country Manager, Dänisches Bettenlager

Transparente Trennwände

Ausrollen, aufhängen, absichern: flexible Hygiene-Abhängung von Harreskind

Ausrollen, aufhängen, absichern: flexible Hygiene-Abhängung von Harreskind
Foto: Harreskind

Die Nachfrage nach Spuckschutzvorrichtungen aus Acrylglas ist innerhalb kürzester Zeit sprunghaft angestiegen, bestätigt die Firma Röhn aus Darmstadt, Hersteller der markenrechtlich geschützten „Plexiglas“-Platten. Als fest installierte, von der Decke abgehängte oder mobile Trennwände mit Stellfuß sind die transparenten Kunststoffscheiben zwar kein Ersatz für die notwendigen Hygienemaßnahmen, sie unterstützen aber den Schutz vor Tröpfcheninfektion durch Speichelauswurf beim Sprechen – bei gleichzeitig guter Sicht auf Kunden und Produkte. Anbieter wie Acryl-Decor, Harreskind, Günzburger Steigtechnik, Löw Ergo oder Potrafke haben Lösungen für Kassenbereich, Verkaufs- und Beratungstheken im Programm. Spuckschutzwände sind in verschiedenen Größen und Ausführungen als durchgehende Komplettabschirmungen mit und ohne Seitenflügel oder auch mit Durchreiche verfügbar.

Viele Anbieter aus dem Ladenbaubereich, die wegen der Ladenschließungen von der Krise besonders betroffen sind, haben ihr Angebotsspektrum um Schutzwandsysteme erweitert. Dazu gehören auch Schreinereinen und Tischlerbetriebe. Die Firma Lounge Factory aus Hamburg zum Beispiel, Anbieter von individuellen Raumkonzepten bietet neben funktionalen Acrylaufstellern auch maßgeschneiderte, designorientierte Lösungen wie das „poek“-Schutzsystem an. „Die aktuelle Situation brachte uns zum Umdenken und zur Kreativität“, sagt Unternehmenssprecherin Julia Siegle. Auch Kunze Ladenbau in Elmshorn, mit namhaften Kunden wie L+T Osnabrück und CJ Schmid vor allem im Modesegment aktiv, vertreibt eine Hygieneschutzlösung für Theken, die in  Stil und Ausstattung ganz auf den Anspruch der Zielgruppe zugeschnitten ist.

Die Corona-Krise erfordert, dass Technologieunternehmen schnell innovative Lösungen entwickeln, um dem Handel in dieser Situation zu helfen. Joe Budano

CEO, Indyme

Digitale Personenzählsysteme

Um die Infektionsgefahr für Kunden und Angestellte im Markt zu reduzieren, lässt sich die Anzahl der Kunden, die sich zum selben Zeitpunkt in einem Markt aufhalten, gezielt regulieren. Hierzu kommen an den Eingängen von Geschäften Messgeräte mit Sensortechnologie oder kamerabasierte Systeme zum Einsatz. Edeka-Kaufmann Sven Komp, der im Raum Wesel 3 Supermärkte betreibt, hat sich für eine webbasierte Lösung mit Ampelsymbolik entschieden. Die Daten werden über 3D-Stereokameras bereitgestellt, die permanent die Kundenzahl der Supermärkte erfasst und auf mobilen Endgeräten anzeigt. Sven Komp erklärt die Anwendung: „Wir haben eine maximale Kundenzahl im System hinterlegt, das sich alle 30 Sekunden die mit Daten zum Einsatz kommen. Wenn die Auslastung 80 Prozent überschreitet, wechselt der Hintergrund von Grün auf Gelb. Bei 90 Prozent wechselt die Anzeige auf Rot und ein Wachmann kontrolliert am Eingang den Kundenfluss nach dem Prinzip einer rein, einer raus.“ Der Technologieanbieter Lase Peco Systemtechnik aus Wesel berichtet von mittlerweile rund 50 Installationen in NRW, überwiegend in Edeka- und Rewe-Märkten.

„Visitor Control System“ von Dimedis: Die Stele zählt die ein- und austretenden Besucher.

„Visitor Control System“ von Dimedis: Die Stele zählt die ein- und austretenden Besucher.
Foto: Dimedis

Mit optischen 3D-Sensoren zählt das Gerät „Smart Occupancy“ von Checkpoint Systems die ein- und ausgehenden Personen. Filialleiter können Schwellenwerte festlegen und ändern, verschiedene Zonen mit unterschiedlichen Ein- und Ausgängen sowie Konzessions- oder Toilettenbereiche einrichten. Wenn das Geschäft fast die maximale Kapazität erreicht, sendet das System eine Warnung an das Marktpersonal. Auch bei dieser Lösungen bilden visuelle Farbanzeigen den jeweiligen Auslastungsgrad an. Miguel Garcia Manso, Business Unit Director Deutschland bei Checkpoint Systems, legt Wert auf die Feststellung, dass keine personenbezogenen Daten gespeichert werden und die Lösung daher komplett mit der DSGVO vereinbar ist.

​Die digitale Einlasslösung „Visitor Control System“ des Software-Unternehmens Dimedis zählt über eine bidirektionale Lichtschranke alle Zu- und Austritte und sendet entsprechende Signale an einen Mini-PC in der Stele am  Eingang des Geschäfts. Ist die maximale Anzahl an Zutritten erreicht, springt „ViCo“ auf Rot und bittet die Kunden, vor dem Eingang zu warten. Während der Wartezeit informiert die Stele die Kunden über einen Screen mit aktuellen Informationen, u. a. mit Angaben zum Zutrittsstatus und zur aktuellen Wartezeit. Eine App-basierte Lösung mit Kamera und Monitor bietet auch die Artec Technologies AG. Das System ist nach Darstellung des Anbieters ideal für Gebäude mit eindeutigen Ein- und Ausgängen wie Supermärkte, Einkaufszentren, Drogerien und Baumärkte. Über die App wird die Personenzahl im Gebäude mit der zulässigen Anzahl pro Quadratmeter abgestimmt. Die Kommunikation mit dem Kunden erfolgt über den Monitor mit Ampelsystem und kurzen Textinformationen, wie viele Personen noch eintreten dürfen oder mit der Bitte um Geduld, bis jemand den Laden verlässt. Optional lässt sich die Anlage um die Erkennung von getragenen Gesichtsmasken erweitern.

Über eine webbasiertes Lasermesssystem können wir jederzeit die Auslastung in unseren drei Edeka-Märkten sehen. Sven Komp

Selbständiger Lebensmittel-Kaufmann, Edeka Komp, Wesel

Wärmebildkameras

Covid-19 verursacht bei vielen Betroffenen einen Anstieg der Körpertemperatur – in China sollen es laut Robert Koch-Institut fast 90 Prozent der Infizierten sein. Damit rückt die Fiebererkennung als präventive Maßnahme zur Eindämmung der Pandemie in den Fokus.

Erste Anwendungen im Handel laufen bereits. Ein Edeka-Geschäft in Saarbrücken hat am Eingang eine „Fieber-Screening-Kamera“ des Anbieters Matec Sicherheitssysteme installiert, um an Covid-19 erkrankte Personen auszusortieren, berichtete der Online-Informationsdienst heise.de am 17.04. und zitiert aus einem Artikel im Luxemburger Online-Portal L’essentiel: „Einlass wird nur einzeln und nach Aufforderung eines Mitarbeiters gewährt. Auf einem Monitor wird dem Türsteher neben dem Gesicht jedes Passierenden dessen Temperatur angezeigt. Ist sie erhöht, wird ein Alarm ausgelöst.“ Die betreffende Person würde dann aufgefordert, das Geschäft zu verlassen, wenn sie keinen nachvollziehbaren Grund für das Fieber angeben kann, schreibt heise.de weiter. Ob das System mit der DSGVO vereinbar ist, scheint zumindest fraglich. Wie zu hören war, wurde die „Fieber-Screening-Kamera“ zwischenzeitlich wieder abgebaut, bevor die Datenschutzbehörde ein Prüfverfahren einleiten konnte.

Auch die Dermalog Identification System GmbH hat eine Kamera zur Fiebererkennung entwickelt. Die „Fever Detection Camera“ kann mit Hilfe moderner Sensorik laut Anbieter bis zu 5 Personen gleichzeitig auf Fieber prüfen. Wird eine erhöhte Temperatur festgestellt, löst das System Alarm aus oder verwehrt sogar den Zutritt. Die Lösung des Hamburger Biometrie-Spezialisten wird bereits bei Grenzkontrollen, an Flughäfen sowie auf Messen und Veranstaltungen erfolgreich eingesetzt. Das System eignet sich laut Dermalog auch für die Absicherung von Shopping-Centern.

Hygienevorkehrungen

Anleitung für das richtige Händewaschen: Der Screen von Almeria wird berührungslos über Gestensteuerung bedient

Anleitung für das richtige Händewaschen: Der Screen von Ameria wird berührungslos über Gestensteuerung bedient
Foto: Ameria

Handlungsvorschläge wie das regelmäßige und effektive Waschen von Händen vermittelt das Heidelberger Software-Haus Ameria mit seinem neuen Produkt „Corona Protection Point“. Eine virtuelle Ärztin begrüßt den Kunden und führt die richtige Desinfektion der Hände vor. Die Betrachter können sich am integrierten berührungslosen Desinfektionsmittelspender bedienen und gleich mitmachen. Alle Interaktionen erfolgen berührungslos durch einfache Handgesten, mit denen ein Cursor auf dem Bildschirm gesteuert wird. Über eine Internet-Anbindung lassen sich weitere Inhalte einspielen wie tagesaktuelle Informationen oder Vorgaben zu Abstandsregeln.

Fazit:  Der Markt hat in kurzer Zeit eine große Anzahl an Lösungen für die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln für Handelsunternehmen hervorgebracht. Das Potenzial an weiteren technischen Schutzmaßnahmen scheint aber bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Spannend bleibt auf jeden Fall die Frage, wie der Handel nach der Krise mit den Sicherheits-Tools verfährt. Transparente Trennwände an Checkouts können, einmal montiert, auch in normalen Zeiten durchaus Sinn machen.

Medium Rectangle Technology 2

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