ESL – Auf dem Weg zum Standard | stores+shops

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Effizienz dank ESL: Lidl kann seine Preise jetzt schnell per Knopfdruck senken, etwa um Abschriften bei Obst und Gemüse zu vermeiden.
Foto: Lidl

ESL – Auf dem Weg zum Standard

Immer mehr Händler erproben elektronische Regaletiketten. Warum? Mehr Tempo bei Preiswechseln und weniger Handarbeit fürs Personal sind nur zwei der mannigfaltigen Gründe. Doch dem Boom droht ein Dämpfer: Corona, Containermangel und die starke Nachfrage führen zu ersten Preissteigerungen und Lieferengpässen.

Der Handel sagt der Zettelwirtschaft den Kampf an und ersetzt die Papierschilder am Regal immer häufiger durch Hightech. Binnen weniger Jahre haben sich die im Fachjargon Electronic Shelf Labels (ESL) genannten Digital-Displays auf breiter Front durchgesetzt – schon bald könnten sie Standard im deutschen Einzelhandel werden.

Preisschild-Pionier: Rewe hat schon 2013 begonnen, alle um- und neugebauten Märkte mit ESL auszustatten. Aktuell sind das gut 2.000 von rund 3.600 Filialen in Deutschland.

Preisschild-Pionier: Rewe hat schon 2013 begonnen, alle um- und neugebauten Märkte mit ESL auszustatten. Aktuell sind das gut 2.000 von rund 3.600 Filialen in Deutschland.
Foto: Rewe Group

Einiges spricht dafür: Es gibt hierzulande kaum einen Retailer, der die Technik noch nicht testet oder bereits ausrollt. Zuletzt machten Lidl, Aldi Nord und Aldi Süd mit ihren Plänen von sich reden, die E-Etiketten offenbar im großen Stil einzuführen. Während sich Lidl augenscheinlich für SES-Imagotag als ESL-Lieferanten entschieden hat, befinden sich Aldi Nord und Süd dem Vernehmen nach noch in einem erweiterten Proof of Concept mit diversen Anbietern: Solum, SES-Imagotag, Hanshow und Pricer.

Lidl und Aldi Nord haben hierzulande eine Handvoll Filialen vollständig oder teilweise mit ESL ausgestattet. Bei Aldi Süd sind es bereits mehr als 100 Märkte.

Die Lidl-Schwester Kaufland plant ebenfalls eine Ausweitung ihrer ESL-Ambitionen. „In einigen Filialen werden wir die Vollausstattung mit digitalen Preisschildern testen“, heißt es seitens des Unternehmens. Bisher sind bundesweit sowie international rund 1.200 Kaufland-Filialen mit digitalen Preisschildern für Obst und Gemüse ausgestattet. Hardware-Lieferant ist Displaydata. Auch dm-drogerie markt hat die schlauen Schilder inzwischen in einer zweiten Pilotfiliale installiert.

Noch sei nicht entschieden, ob es in den Roll-out geht. „Es ist nach wie vor schwierig, die enormen Investitionen zu erwirtschaften“, sagt Roman Melcher, Geschäftsführer IT/dm Tech. „Daher testen wir weiter und eruieren mögliche Prozessoptimierungen.“ Bisher war der Drogist aufgrund seiner Dauerpreisstrategie und den damit verbundenen wenigen Preisänderungen eher zögerlich beim Einsatz der Technik, die Branchenkennern zufolge SES-Imagotag beisteuert.

Lebensmittelhandel ist Vorreiter

Fakt ist: Die Hightech-Tags kommen im Handel an, insbesondere im LEH. Das belegen die aktuellen Zahlen des EHI. Demnach setzen bereits 79 Prozent der Lebensmittelhändler elektronische Preisauszeichnungen ein. Zwar befinden sich etliche Implementierungen noch im Pilotstatus.

54 Prozent der Food-Händler planen jedoch eine Ausweitung, so das Ergebnis der EHI-Studie „Technologie-Trends im Handel 2021“. Das kommt nicht von ungefähr – die E-Etiketten haben viele Vorteile. Den Unternehmen geht es beispielsweise darum, die Filialprozesse zu optimieren und den Personaleinsatz zu rationalisieren. Durch Preisänderungen auf Knopfdruck entfällt das mühsame und zeitraubende Umstecken der Papierschnipsel.

Freiwerdende Kapazitäten können etwa für die Warenverräumung, das Überprüfen der Mindesthaltbarkeitsdaten und den Kundenservice genutzt werden. Und während Lohnkosten, Fachkräftemangel sowie die Frequenz von Preiswechseln und Aktionen steigen, sinken die Kosten für die Systeme aus Anzeigetafeln, Funkabdeckung der Filiale sowie Software mit Warenwirtschaftsanbindung zusehends.

Bestens vernetzt

Darüber hinaus wird die Technik immer ausgefeilter, etwa im Hinblick auf Les- und Haltbarkeit, Layout, Größen, Design sowie Zusatzfunktionen. Für die Technik spricht zudem die Möglichkeit, in einer immer mehr von Aktionen getriebenen Branche schnell auf Preisänderungen der Konkurrenz reagieren sowie eine naht- und reibungslose Omnichannel-Preisstrategie umsetzen zu können. ESL-Lösungen garantieren, dass die Preise am Regal dank Anbindung ans ERP-System immer zu 100 Prozent mit denen an der Kasse und im Webshop übereinstimmen.

Infos am Regal: Mithilfe moderner Software und Funktechnik können digitale Preisschilder mit den MDE-Geräten der Mitarbeiter kommunizieren und so die Filialprozesse unterstützen.

Infos am Regal: Mithilfe moderner Software und Funktechnik können digitale Preisschilder mit den MDE-Geräten der Mitarbeiter kommunizieren und so die Filialprozesse unterstützen.
Foto: Aldi Süd

Doch dem Boom droht ein Dämpfer, zumindest vorübergehend: Corona, Containermangel und die starke Nachfrage führen auf Dienstleisterseite offenbar zu ersten Preissteigerungen und Lieferengpässen bei ESL-Bauteilen aus Fernost. Auf Kundenseite, im Handel, scheint sich das noch nicht bemerkbar zu machen. Noch nicht.

„Eine Preissteigerung der ESL erwarten wir aktuell nicht“, berichtet Aldi Süd. Firmen, die Neuprojekte planen, dürften die Folgen knapper Komponenten und Logistikkapazitäten indes zu spüren bekommen. Dem Trend hin zu ESL und der Digitalisierung der Filialen wird das sicherlich keinen Abbruch tun. „Elektronische Preisschilder sind für uns ein bedeutendes Zukunftsthema“, bestätigt Lidl die Relevanz, quasi stellvertretend für die ganze Branche. Der Handel investiert in Hightech, die Technologisierung des POS schreitet voran.

Zentraler Baustein der Digitalisierung

Bernd Albl, Managing Director Business Unit Digital Retail bei Umdasch The Store Makers, über aktuelle Lieferengpässe und zukünftige Anwendungen digitaler Preisschilder.

Corona, Containermangel, starke Nachfrage: Explodieren die Kosten für digitale Preisschilder aufgrund knapper Komponenten aus Fernost?

Preissteigerungen bei Komponenten und Logistik erreichen dieser Tage den Markt. Auch Lieferverzögerungen und fehlende Verfügbarkeiten sind ein Problem. Wir sprechen hier von Lieferzeiten von bis zu zwölf Monaten!

Ist jetzt ein Ende des Booms in Sicht?

Nicht wirklich. Es gibt viele Anfragen, Pilotprojekte und Roll-outs. Der Handel investiert kräftig in die Digitalisierung seiner Märkte – elektronische Regaletiketten sind ein zentraler Baustein.

Warum? Die Schilder sind immer noch ziemlich teuer im Vergleich zu ihren Papierkollegen…

Electronic Shelf Labels können heute weit mehr als nur Preise anzeigen. Über den Nahfunk NFC können die schlauen Schilder mit den MDE-Geräten und Smartphones der Filialmitarbeiter und Kunden kommunizieren. Sie können Warenbestände anzeigen, ebenso Inhaltsstoffe und Allergene der Produkte im Regal. Sie können per eingebautem LED-Licht blinken und so dem Personal bei der Produktsuche und Warenverräumung helfen.

Das klingt noch etwas nach Science-Fiction?

Nein, das wird sicherlich kommen. Digitale Preisschilder haben inzwischen die Fläche erreicht. Jetzt kommen neue Anwendungen, innovative Technologien und smarte Mehrwerte dazu. Da lässt sich der Return on Investment nochmal ganz anders rechnen.

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