Interview Daniel Füchtenschnieder: Retail neu denken | stores+shops

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Bonprix-Pilotstore in Hamburg
Foto: Bonprix

Interview Daniel Füchtenschnieder: Retail neu denken

Bei Bonprix unterstützen digital assistierte Prozesse das Einkaufserlebnis. Mit dem neuen Format „fashionconnect“, das im Februar als Pilot-Store in Hamburg an den Start ging, will der Omnichannel-Händler die Zukunft des stationären Handels mitgestalten, sagt Bonprix-Geschäftsführer Daniel Füchtenschnieder.

Welche strategischen Überlegungen stehen hinter dem Bonprix- Konzept „fashion connect“?

Wir wollten das Thema Retail komplett neu denken. Denn trotz steigender E-Commerce-Anteile geht die Kundin nach wie vor gerne zum Shopping in die Innenstädte. Dreiviertel der Fashionumsätze werden immer noch im stationären Handel erzielt. Allerdings trüben einige kritische Punkte wie beispielsweise lange Schlangen an Umkleiden oder Kassen das Einkaufserlebnis. Wir haben uns also gemeinsam mit der Otto Group Gedanken gemacht, wie wir die Digitalisierung und unsere Expertise nutzen können, um Schwachpunkte im Einzelhandel zu beheben und unseren Kundinnen die Marke Bonprix auch stationär mit einem tollen Shopping-Erlebnis näher zu bringen.

Wie lange dauerte die Konzeptions- und Testphase?

Wir haben uns in einem Zeitraum von zwei Jahren mit einem interdisziplinären Team aus den unterschiedlichen Fachrichtungen intensiv ausgetauscht und so das Konzept entwickelt und getestet. Im Mittelpunkt standen dabei immer die Bedürfnisse und Wünsche der Kundin.

Mit welchem Ergebnis?

Das Ergebnis ist das radikal Kundinnen-zentrierte, digital assistierte und lernfähige Retail-Konzept „fashion connect“. Es verbindet die Vorteile von Online und Offline und bietet mit technologischen Innovationen einen echten Mehrwert beim Shoppen. Mit „fashion connect“ möchten wir die Zukunft des stationären Einzelhandels mitgestalten.

Wie sind die ersten Erfahrungen nach der Eröffnung des Hamburger Pilot-Stores?

Die Resonanz ist sehr positiv – nicht nur von den Kundinnen, sondern auch von Branchenkennern, Retail-Experten und Medien. Insgesamt decken sich die ersten Rückmeldungen mit unseren Erfahrungen aus der Testphase: Viele Kundinnen haben Spaß an dieser neuen Art des Shoppens, und insbesondere der Komfort des Kabinen-Erlebnisses wird immer wieder als Highlight genannt.

Was sind die ersten Learnings?

Die Kundinnen wollten die Artikelpreise auch im Fitting-Room auf dem Screen sehen. Das haben wir veranlasst. Und es gibt jetzt einen „Welcome Desk“, um die Kundinnen noch mehr „abzuholen“ bei ihrer möglicherweise ersten Begegnung mit unserem neuartigen Konzept. Die Anregungen der Kundinnen sind für uns und die Weiterentwicklung des Pilot-Stores äußerst wertvoll.

Wie geht es weiter? Welche neuen Technologien sollen künftig im Store getestet werden?

Für Bonprix als großen Onlinehändler sind vor allem die Multichannel- Effekte spannend. Der Store ist ein zusätzlicher Touchpoint in der gesamten Customer Journey unserer Kundin. Wir verabschieden uns von einer separaten Kanalperspektive und werden das Omnichannel-Potential weiter ausloten. Unter anderem sind im Store neue Features wie der verstärkte Einsatz digitaler Marketingmaßnahmen, personalisierte Produktvorschläge, automatischer Check-in und ein sukzessiver Ausbau der Zahlungsmöglichkeiten geplant.

Das Interview führte Winfried Lambertz 

Bonprix: Mode auf allen Kanälen

Bonprix erreicht als internationaler Modeanbieter rund 35 Mio. Kunden in 30 Ländern. Das Unternehmen der Otto Group mit Sitz in Hamburg besteht seit 1986 und beschäftigt heute rund 3.900 Mitarbeiter weltweit. Mit einem Umsatz von 1,57 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2018/2019 (28. Februar) ist die Bonprix Handelsgesellschaft mbH eines der umsatzstärksten Unternehmen der Gruppe. Als Omnichannel-Händler bedient Bonprix Kunden mit Mode auf allen Kanälen – online, per Katalog oder in einem der Fashion-Stores. Den Hauptanteil des Umsatzes macht mit rund 85 Prozent der E-Commerce aus. Das Sortiment umfasst Damen-, Herren- und Kindermode, Accessoires sowie Home & Living-Produkte.

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