Tony’s „Peep Up“
Luxemburger Str. 41-43
50674 Köln
Deutschland
Öffnungszeiten:
11. Juni 2026 13-19 Uhr
12.-13. Juni 2026 11-19 Uhr
Tony's „Peep Up"
Luxemburger Str. 41-43
50674 Köln
Deutschland
Öffnungszeiten: 11.-13. Juni 2026

Infowände erklären das Unternehmenskonzept und Nachhaltigkeitsmaßnahmen
Foto: EHI/Kruck
Der Kölner „Peep Up“ ist nach Berlin und Hamburg im vergangenen Jahr die dritte Station des Formats in Deutschland. Die Events in beiden Städten haben jeweils mehr als 3.000 Besucher:innen angezogen. Der Store, der von heute bis Samstag geöffnet ist, soll ein Erlebnis-Rundgang mit Aha-Effekt sein. „Erst der harte Tobak, dann die süße Schokolade“, beschreibt Eske Tammen, Brand Managerin DACH bei Tony’s Chocolonely, das Storekonzept. Dass die Wahl für den dritten Pop-up-Store auf Köln gefallen ist, begründe sich mit der Grenznähe und der Handelsinfrastruktur der Region.
Interaktiver Parcours
Am Eingang steht eine Blackbox, in der Unternehmen und Mission per Video eingeführt werden. Weiter geht es mit interaktiven Stationen zu den zentralen Problemen des globalen Kakaoanbaus, durch die ein:e Mitarbeitende die Leute jeweils in Zehnergruppen führt. Ein separater Raum ist mit einer Wandtapete bespielt, die eine westafrikanische Kakaoplantage zeigt. Pflanzen, persönliche Porträts und Geschichten von Mitgliedern der Partnerkooperativen sollen die Lebensrealität der Farmer:innen erfahrbar machen.
Wir wollen aufklären, aber das schwierige Thema mit Farbe und Fröhlichkeit vermitteln.
Eske TammenSpielerische Erkenntnis
Gamification-Elemente sollen komplexe Zusammenhänge greifbar machen. An einer Gewichtsstation können Besucher:innen nachvollziehen, wie schwer die Kakaosäcke sind, die Kinder auf Plantagen tragen sollen – laut Tony’s Chocolonely bis zu 60 kg, teils von 12- oder 13-Jährigen. Ein interaktives Budgetspiel simuliert die Einnahmen- und Ausgabensituation einer Kakaofarmerfamilie: Reicht das Einkommen, wenn Schulmaterial, Hygieneprodukte und Grundbedarf eingerechnet werden? Daneben gibt es eine Social-Media-Selfiewand sowie einen Greifautomaten. „Wir wollen aufklären, aber das schwierige Thema soll mit Farbe und Fröhlichkeit vermittelt werden“, sagt Eske Tammen.

Im Greifarmautomat gibt es Mini-Schokoladen und Gutscheine für den Onlineshop
Foto: EHI/Kruck
Thekenpremiere in Köln
Neu ist beim Kölner „Peep Up“ eine Verkaufstheke mit dem vollständigen Sortiment, darunter Sorten, die im regulären Handel nicht immer erhältlich sind. In Hamburg hatte Tony’s Chocolonely vergangenen Herbst noch auf einen Verkaufspunkt verzichtet. Ebenfalls neu: personalisierte Tafeln, die Privatpersonen und Unternehmen über das Tony’s-Portal mit eigenem Design gestalten können. Für den Kölner Store wurden nach demselben Prinzip lokale Tafeln produziert. Eine entsprechende Hamburg-Edition war nach dem dortigen Event über Edeka Nord und Budni vertrieben worden und kam laut Tammen sehr gut an.
Die gestiegenen Kakaopreise sind auch für Tony’s Chocolonely und seine Handelspartner laut Tammen durchaus eine Herausforderung. Das Bewusstsein bei den Händlern für notwendige Preisanpassungen wachse zwar, die Gespräche seien aber nicht immer einfach.
Mit Städtefokus
Einen dauerhaften stationären Store plant Tony’s Chocolonely in Deutschland derzeit nicht. Die Marktreife sei hierzulande noch nicht erreicht, so Tammen. Anders im Herkunftsland Niederlande, wo das Unternehmen in Amsterdam einen eigenen Laden betreibt. Stattdessen verfolgt Tony’s Chocolonely eine Städtefokus-Strategie: Deutschlandweit liege die Markenbekanntheit bei 64 Prozent, mit deutlich höheren Werten im Norden und Nordwesten und niedrigeren im Süden.
Das Event-Format in der Domstadt soll wie bei den Malen davor mit Aktionen des Außendiensts bei den lokalen Handelspartnern verzahnt werden. Neben Deutschland ist Tony’s Chocolonely in weiteren Märkten mit Pop-up-Formaten aktiv. In Großbritannien gab es bereits mehrere Aktionen in London, und zuletzt eröffnete das Unternehmen einen „Peep Up“ in Dublin. In den USA ist Tony’s Chocolonely mit einem Büro in New York vertreten.
Geschäftsmodell
Tony’s Chocolonely wurde 2005 in den Niederlanden gegründet, nach eigener Aussage mit dem Ziel, Ausbeutung, illegale Kinderarbeit und Zwangsarbeit im Kakaoanbau zu beenden. Der Kakao wird nach fünf Sourcing-Prinzipien beschafft: rückverfolgbare Bohnen, existenzsichernde Prämien, langfristige Partnerschaften, starke Kooperativen sowie Qualitätsinvestitionen.
Im Geschäftsjahr 2024/25 identifizierte Tony’s Open Chain 3.448 Fälle von Kinderarbeit in der Lieferkette, rund doppelt so viele wie im Vorjahr. Der Anstieg geht jedoch laut Unternehmen auf die Aufnahme von acht neuen Partnerkooperativen zurück. 1.752 Fälle wurden im selben Zeitraum behoben. Der Nettoumsatz stieg um 20 Prozent auf 240,2 Mio. Euro.

