
Teilnehmende der EHI-Storetour nach Warschau/Polen 2026
Foto: EHI
Warschau gilt derzeit als spannender Markt für Handelsgastronomie. Neben digitalen Convenience-Lösungen und Food-Halls besticht die Hauptstadt Polens mit hochwertigen Mixed-use- und Premium-Formaten.
Ein Schwerpunkt der Reise lag auf den großflächigen Food-Hall- und Markthallen-Konzepten. Diese Formate leisten in Warschau weit mehr als reine Versorgung. Die „Food Hall Browary Warszawskie“ und „Food Town in der Fabryka Norblin“ beispielsweise bündeln gastronomische Vielfalt und haben als soziale Treffpunkte hohe Anziehungskraft für ganze Quartiere. Damit übernehmen sie eine Rolle, die sowohl für Stadtentwicklung als auch für Handelsstandorte zunehmend relevant wird.
Dass auch klassische Handelsflächen von Gastronomie profitieren, zeigte sich unter anderem in der „Westfield Arkadia Mall“. Mehr als 30 gastronomische Angebote tragen [PU1] erfolgreich dazu bei, das Shopping-Center profilierter aufzustellen, zusätzliche Besuchsanlässe zu schaffen und die Verweildauer zu erhöhen. Vor allem ziehen international bekannte Gastromarken wie „Popeyes“ junge Zielgruppen an. Ein Bild, welches sich durch die gesamte Tour gezogen hat: Junge Menschen lieben und beleben die (handels-)gastronomischen Konzepte der Stadt.
Convenience und Food-Service werden in Polen unterschiedlich gedacht. Während „It’s a Match(a)“ auf Trends, eine außergewöhnliche Inszenierung und klare Markenführung setzt, steht „Żabka Nano“ für digitale Nahversorgung und weitgehend automatisierte Abläufe. Hier zeigt sich auch, wie selbstverständlich technologische Lösungen inklusive Robotik inzwischen in moderne Convenience-Formate integriert werden.
Weitere Stationen wie „Mielżyński Wine Bar“, „Hala Koszyki“ und „SAM Delikatesy & Bistro“ eröffneten den Teilnehmenden Einblicke in die Vielfalt der Warschauer Food-Szene. Auffällig war dabei vor allem die enge Verbindung von Gastronomie, kuratiertem Sortiment, Gestaltung und Markenidentität. Viele Konzepte setzen bewusst auf ein eigenständiges Profil und eine klare Zielgruppenansprache – ein Ansatz, der auch für den deutschen Markt relevant ist.
Die Elektrownia Powiśle zeigt beispielhaft, wie sich ein ehemaliges Kraftwerk zu einem urbanen Anziehungspunkt mit hochwertigem Mix aus Handel, Gastronomie und Freizeit entwickelte. Architektur, Nutzung und Atmosphäre greifen hier so ineinander, dass der Standort weit über eine klassische Shoppingdestination hinausgeht. Handel, Gastronomie und Kulturprogramm sind nicht nebeneinander platziert, sondern durch die erhaltene Industriesubstanz vom Atrium mit hängenden Kohlesilos bis zu offenen Küchen strukturell miteinander verzahnt. Die Kombination aus Architektur, Inszenierung und Gastronomie ist immer öfter zentraler Bestandteil der Standortstrategie: Mit „Vitkac Department Store“ und „Mysia 3“ standen hochwertige Handels- und Lifestyle-Konzepte im Mittelpunkt, die Markthalle „Hala Mirowska“ gab Einblicke in das Fortbestehen klassischer Versorgungsstrukturen in einem modernen urbanen Umfeld.
Neben den Besichtigungen prägte vor allem der fachliche Austausch die drei Tage in Warschau. Die Teilnehmenden diskutierten über Erfolgsfaktoren, unterschiedliche Formatansätze und die Frage, welche Konzepte sich auf den deutschen Markt übertragen lassen. Die Storetour machte damit vor allem eines deutlich: Handelsgastronomie ist längst kein Zusatzangebot mehr, sondern ein strategischer Baustein moderner Handelskonzepte.

