Hugendubel: Bekenntnis zur Fläche in Frankfurt | stores+shops

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Seit 1990 Frankfurter Institution: Nach rd. drei Monaten Renovierung eröffnet Hugendubel in der hessischen Finanzmetropole neu.
Foto: Die Profifotografen/Hugendubel/Schwitzke & Partner

Hugendubel: Bekenntnis zur Fläche in Frankfurt

Die Buchhandlung Hugendubel hat ihre Flaggschiff-Filiale in der Frankfurter Innenstadt nach umfassender Renovierung wiedereröffnet. Der traditionsreiche Standort präsentiert sich mit neu gestalteten Themenwelten, erlebnisorientierten Bereichen und einem neuen Bistro. Das Projekt soll auch ein klares Zeichen für die Zukunft des stationären Buchhandels setzen.

Hugendubel

Steinweg 12
60313 Frankfurt am Main
Deutschland

Neueröffnung: 27.07.2026

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Hugendubel

Steinweg 12
60313 Frankfurt am Main

Neueröffnung: 27.07.2026

„Tradition bewahren und gleichzeitig die Zukunft gestalten – genau dafür steht unsere Filiale am Steinweg. Sie ist für meinen Bruder und mich ein ganz besonderer Ort, denn unser Vater hat diesen Standort vor 36 Jahren konzipiert und geprägt. Heute verbinden wir diese Geschichte mit einem neuen Erscheinungsbild und führen den Standort in eine neue Ära“, sagt Nina Hugendubel, geschäftsführende Gesellschafterin. Der in einem ehemaligen Kino untergebrachte Standort ist mit 2.400 qm reiner Verkaufsfläche die größte Filiale im Hugendubel-Filialnetz und seit Jahrzehnten ein Anziehungspunkt für Bücherfans aus Frankfurt und der gesamten Region. Mit der Renovierung will das Familienunternehmen ein klares Signal senden: Investitionen in den stationären Handel bleiben Kern der Unternehmensstrategie.

Ambiente erhalten, aber modernisiert

Eine überdimensionale rote Telefonzelle macht den neu gestalteten „English Bookshop

Eine überdimensionale rote Telefonzelle macht den neu gestalteten „English Bookshop" zum visuellen Anker im Erdgeschoss.
Foto: Die Profifotografen/Hugendubel/Schwitzke & Partner

Die charakteristische Architektur des ehemaligen Kinobauses blieb bei der Renovierung bewusst unangetastet. Erneuert wurden Bodenbeläge, Möblierung, Materialien und die gesamte Beleuchtung, die nun vollständig auf LED umgerüstet ist. Die Materialsprache setzt auf helles Eschenholz, schwarz lackierte Eiche und schwarz beschichtetes Metall. Orientierung erfolgt dabei stärker über optische Anker als über Beschilderung: Jede Etage besitzt eigene gestalterische Highlights, Sichtachsen und die offene Architektur werden bewusst inszeniert. Die Rotunde, die sich als prägendes architektonisches Element über alle vier Etagen erstreckt, verbindet die Geschosse und wurde gestalterisch in das neue Erscheinungsbild integriert.

Insgesamt sieben Sitzinseln verteilen sich über das Haus und laden zum Verweilen ein. Kund:innen dürfen Bücher ausdrücklich vor Ort lesen. „Wir wollen den Buchkauf zum Erlebnis machen“, sagt Filialleiter Marlon Nicotera. Ziel ist eine entspannte Atmosphäre, die längere Aufenthalte begünstigt und die Buchhandlung als Begegnungsort etabliert.

Kletterhügel, Spieltische und Telefonzelle

Die stärkste Veränderung betrifft die Kinderwelt im ersten Obergeschoss. Der Bereich wurde grundlegend neu konzipiert: Eine große Spielfläche mit Kletterhügel und Rutsche, comic-inspirierte Deckenelemente und eine eigene Farbgestaltung machen ihn zum erlebnisreichsten Teil des Hauses. Ergänzt wird der Bereich durch eine Steiff-Auswahl, nach Unternehmensangaben die erste Hugendubel-Filiale überhaupt mit diesem Sortiment, sowie einen neuen Legami-Shop-in-Shop.

Der Hessen-Shop bündelt regionales Sortiment: von Ebbelwoi-Krügen bis hin zu Eintracht-Frankfurt-Merchandise wie Taschen und Caps.

Der Hessen-Shop bündelt regionales Sortiment: von Ebbelwoi-Krügen bis hin zu Eintracht-Frankfurt-Merchandise wie Taschen und Caps.
Foto: EHI/Kohne

Außerdem wurde die Spielewelt als vollständig neuer Schwerpunkt etabliert: Spieltische können gemietet werden und stehen für Panini-Tauschbörsen, Schachturniere, Hitster-Demos und weitere Mitspiel-Events zur Verfügung. Hugendubel baut das Segment unternehmensweit aus, da Brettspiele seit der Corona-Pandemie ein stabiles Wachstum verzeichnen.

Im Erdgeschoss präsentiert sich der neu gestaltete „English Bookshop“ mit einer überdimensionalen roten Telefonzelle als visuellem Anker. Englischsprachige Bücher z. B. aus dem Romance- oder Kinderbuch-Segment sind dort gebündelt. Eine Moos-Installation an der Wand lädt als Selfie-Corner zum Fotografieren für Social-Media-Kanäle ein. Eine halbe Ebene tiefer über die Rotunde erreichbar befindet sich der neu gestaltete Hessen-Shop mit regionalem Sortiment: Neben ortstypischen Frankfurter Lebensmitteln finden sich z. B. Ebbelwoi-Krüge und Eintracht-Frankfurt-Fanartikel. Ein pilotierendes Merchandise-Sortiment aus Bekleidungsartikeln wie Caps oder Shirts mit Hugendubel-Branding, das erste seiner Art im Filialnetz, entstand nach dem Erfolg eines Print-on-Demand-Konzepts auf der Leipziger Buchmesse.

 

Zahlen und Fakten

  • Bediente Kassen: 7; 2 Kassenbereiche (Erdgeschoss und Obergeschoss)
  • Flächengröße: 2.400 qm (Verkaufsfläche; reine Ladenfläche 3.000 qm)
  • Artikelanzahl: rd. 40.000
  • Mitarbeitende: 40
  • Self-Checkout-Kassen: keine
  • Konzeption & Umsetzung: Schwitzke Gruppe

Bistro als kulinarische Hommage

Im Untergeschoss hat das ehemalige Café unter dem Namen „Henris Bistro“ eine neue Identität erhalten. Der Name ist eine Hommage an Heinrich „Henri“ Hugendubel, der die Frankfurter Filiale 1990 eröffnete und das Familienunternehmen in vierter Generation führte. Die Gastronomie wird vollständig in Eigenregie betrieben, ohne externe Pächter, was dem Unternehmen mehr Flexibilität z. B. für regionale Angebote ermöglicht.

„Henris Bistro

„Henris Bistro" im Untergeschoss trägt den Namen des Filialgründers Heinrich Hugendubel und wird vollständig in Eigenregie betrieben.
Foto: Eine überdimensionale rote Telefonzelle macht den neu gestalteten „English Bookshop" zum visuellen Anker im Erdgeschoss.

Auf Self-Checkout-Kassen verzichtet Hugendubel in Frankfurt bewusst. Die zwei Kassenbereiche in Erdgeschoss und Obergeschoss bleiben besetzt, die persönliche Begegnung mit der Kundschaft steht im Mittelpunkt. Die Entwicklung des Marktes werde weiter beobachtet, eine Einführung ist derzeit nicht geplant. Digital ergänzt Hugendubel den stationären Kern über App, Webshop, Click & Collect und telefonische Buchberatung, ohne den Schwerpunkt zu verlagern.

Vorzeigeprojekt im Filialnetz

Die Renovierung startete Ende April 2026 und wurde abschnittsweise über alle vier Etagen koordiniert, sodass die Filiale während der gesamten Bauzeit geöffnet blieb. Seit der Wiedereröffnung ist erstmals wieder die komplette Fläche ohne Baustellen zugänglich. Für Konzeption und Umsetzung zeichnete sich die Schwitzke Gruppe verantwortlich, mit der Hugendubel nach eigenen Angaben seit Jahren partnerschaftlich zusammenarbeitet.

Das Unternernehmen betreibt in Hessen insgesamt neun Filialen, zwei davon in Frankfurt. Die Renovierung am Steinweg ist dabei kein Einzelprojekt: Im Filialnetz wird kontinuierlich investiert und modernisiert, Frankfurt hatte mit seiner Dimension jedoch eine besondere Größenordnung. Als direkte Blaupause für andere Standorte soll das Flaggschiff nicht dienen: Hugendubel gestaltet seine Filialen nach eigenen Angaben stets individuell und unter Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten.

Unternehmensporträt auf handelsdaten.de

Weiterführende aktuelle Informationen zu Hugendubel wie Geschäftszahlen finden sich hier auf der Statistikplattform handelsdaten.de des EHI Retail Institute.

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