Das Zentrallager in Krefeld versorgt Fachcentren in ganz Europa und wickelt täglich Tausende Wareneingänge mit mehr als 10.000 Artikeln ab. Bislang mussten Mitarbeitende die Kartons manuell aus den Containern entladen und auf Paletten stapeln, eine körperlich anstrengende Tätigkeit auf engem Raum mit erhöhtem Verletzungsrisiko. Da sich die Pakete stark in Form, Gewicht und Palettiermuster unterscheiden, stießen herkömmliche Automatisierungslösungen bislang an ihre Grenzen.

Der Rocky One SE sortiert die Ware nach vorgegebenen Mustern auf die bereitstehenden Paletten.
Foto: Bauhaus AG
Zweistufiger Prozess
Der Roboter Rocky One des Technologiepartners XYZ Robotics fährt autonom in den Überseecontainer ein, analysiert Größe und Form der Pakete und entlädt die Kartons. Ein Scanning-System erfasst dabei die Barcodes. Anschließend sortiert der Roboter Rocky One SE die Ware nach vorgegebenen Mustern auf die bereitstehenden Paletten. Mitarbeitende sind nach Unternehmensangaben nur noch für den Palettenwechsel zuständig, die Lösung sei vollständig in den bestehenden Lagerablauf integriert worden.
„Seit der Inbetriebnahme in diesem Jahr läuft das System, eines der ersten seiner Art in Europa, zuverlässig und vollständig autonom. Unser Team kann sich in dieser Zeit auf wertschöpfendere Aufgaben konzentrieren”, sagt Torsten Winter, Vice President Operations (Warehousing & Transport) Bahag/Bauhaus AG.
Das System erreicht demnach im Regelbetrieb einen Durchsatz von bis zu 350 Kartons pro Stunde, wobei dieser Wert maßgeblich durch den nachgelagerten Palettierungsprozess bestimmt werde, bei dem Kartons für kundenspezifische Muster präzise ausgerichtet werden müssen. Ausgelegt ist die Anlage für Kartons mit Abmessungen von 150 bis 800 mm und einem Gewicht von bis zu 30 kg. Bei Bauhaus kommen aktuell Kartongrößen von 200 bis 750 mm mit einem Gewicht von 3 bis 28 kg zum Einsatz.
Logistik in dieser Größenordnung erfordert Präzision und Konsistenz in jedem Schritt.
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Der Rocky One fährt autonom in den Überseecontainer ein, analysiert Größe und Form der Pakete und entlädt die Kartons.
In Bezug auf Effizienz zählt laut Bauhaus mehr als der stündliche Durchsatz allein: Entscheidend seien vor allem kontinuierliche, stabile Abläufe, die Optimierung des Gesamtprozesses sowie die Entlastung von körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten. Die wesentlichen Vorteile des Projekts lägen in der vollständigen Automatisierung des Entladens und Palettierens gemischter Kartons sowie in der Einführung einer neuen technologischen Lösung für diesen Prozessschritt.
„Wir prüfen bereits, wo wir diese Technologie in unserem Netzwerk noch einsetzen können”, so Winter. Dabei bestehen laut Bauhaus zwei Ansatzpunkte: die Übertragung der bestehenden Automatisierungslösung auf zusätzliche Standorte und Prozesse sowie die Prüfung weiterer Automatisierungsszenarien für künftige Anwendungen.

