Interview: „10.000 anbieteroffene Automaten in Deutschland bis Ende 2027“ | stores+shops

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Die beiden Myflexbox-CEOs: Lukas Beckedorff, CEO Germany (links) und Jonathan Grothaus, CEO International
Foto: myflexbox/Jennifer Zumbusch

Interview: „10.000 anbieteroffene Automaten in Deutschland bis Ende 2027“

Die Deutsche-Post-AG-Tochter „DeinFach“ und „myflexbox“ kündigten Anfang Oktober an, ihre anbieteroffenen Paketstationen künftig unter der Marke Myflexbox zu bündeln und das dienstleisterunabhängige Angebot weiter auszubauen. stores+shops sprach mit Jonathan Grothaus, CEO International Myflexbox über die Gründe und Folgen für den Handel.

Welcher Grund führte zu der Entscheidung der Bündelung von „DeinFach“ und „myflexbox“ und warum wird myflexbox die stärkere Marke?

Der Zusammenschluss ist ein strategischer Schritt, um die Stärken beider Unternehmen zu bündeln und den Ausbau offener Paketstationen zu beschleunigen. Beide Unternehmen verfolgen seit Jahren dieselbe Vision: den Aufbau einer leistungsfähigen, anbieteroffenen Infrastruktur für die Paketlogistik. Gemeinsam können zusätzliche Standorte schneller erschlossen, bestehende Flächen effizienter genutzt und Kundinnen und Kunden besser erreicht werden.

Die Marke myflexbox wird künftig die gemeinsame Marke für offene Paketstationen sein. Ziel ist ein einheitlicher, international anschlussfähiger Markenauftritt, der Verbraucherinnen und Verbrauchern ebenso Orientierung bietet wie Handel, Kommunen und Logistikpartnern.

Welche konkreten Folgen hat die Zusammenführung für die Logistik, bezogen auf Prozessschritte und Flotte (über das erweiterte Netz an Stationen hinaus)?

Der Fokus liegt auf der Integration und Weiterentwicklung der gemeinsamen Infrastruktur. Durch die Bündelung der Netzwerke können Standorte effizienter genutzt, Doppelstrukturen vermieden und zusätzliche Standorte schneller erschlossen werden. Mit einem größeren gemeinsamen Netz steigt für angebundene Logistikpartner die Zahl verfügbarer Zustell- und Abholpunkte. Dadurch können sie ihre Angebote für Kundinnen und Kunden attraktiver gestalten und die Nutzung von Paketstationen noch besser in ihre bestehenden Zustellprozesse integrieren.

Welchen Nutzen bietet die Bündelung dem Handel und auf welche Änderungen muss sich der Handel einstellen?

Durch die Bündelung der offenen Netzwerke von ,DeinFach‘ und ,myflexbox‘ können künftig noch mehr Kundinnen und Kunden Paketdienstleistungen verschiedener Anbieter an einem zentralen Ort nutzen und z. B. mit ihrem Einkauf verbinden. Für den Handel bringt der Zusammenschluss und der damit einhergehende Netzwerkausbau vor allem eine leistungsfähigere Paketinfrastruktur, oft in der Nähe der eigenen Standorte. Als Standortpartner bekommen Händler die Paketstationen in direkte Nähe. Das stärkt die Servicequalität und Standortattraktivität, schafft zusätzliche Kundenfrequenz und ermöglicht eine effizientere Nutzung vorhandener Flächen. Gleichzeitig tragen gebündelte Zustellungen dazu bei, unnötige Wege und Lieferverkehre zu reduzieren.
Damit einher geht eine Vereinfachung: Statt unterschiedlicher, anbieterspezifischer Automatenlösungen steht eine gemeinsame, offene Infrastruktur im Mittelpunkt. Die Marke ,DeinFach‘ wird schrittweise in ,myflexbox‘ überführt. Das bewährte anbieteroffene Modell bleibt bestehen. Für Handelsunternehmen als Standortpartner entsteht dadurch kein grundsätzlicher zusätzlicher Betriebsaufwand. Vielmehr wird das Angebot an ihren Standorten perspektivisch noch attraktiver.

Wie sieht Ihre Strategie in Bezug auf den Einzelhandel aus, welche weiteren Ziele sind für 2027 strategisch geplant?
Der Einzelhandel bleibt für uns ein wichtiger Partner beim Ausbau offener Paketinfrastruktur. Unser Ziel ist es, Paketservices dort verfügbar zu machen, wo Menschen leben, arbeiten, einkaufen oder unterwegs sind. Stichworte sind hier „One-Stop-Shop“ und „Trip Chaining“. Grundsätzlich verfolgen wir das Ziel, das größte anbieteroffene Paketstationsnetzwerk Europas aufzubauen. Unser Zwischenziel sind mindestens 10.000 anbieteroffene Automaten in Deutschland bis Ende 2027. Für Österreich streben wir bis 2027 mindestens 1.500 Automaten an.

 

Das Interview führte Katharina Sieweke.

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