Fußböden: Konzept und Service werden wichtiger | stores+shops

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Recyclebarer Designboden in grau abgetönter Eichenoptik. Der Boden kann verklebt werden, es gibt ihn als Looselay- und als Klick-Boden.
Foto: Gerflor

Fußböden: Konzept und Service werden wichtiger

Die Hersteller elastischer Bodenbeläge präsentierten sich auf der Messe für Architektur und Baumaterialien BAU 2019 in München. Fazit: Der Markt verlangt ein perfektes Produkt, optimalen Service, Umweltverträglichkeit und totale Transparenz. Die Industrie antwortet darauf mit zahlreichen Neuentwicklungen und Dienstleistungen.

Dass elastische Fußbodenbeläge optisch und technisch perfekt sind, setzt der Markt inzwischen voraus. Wettbewerbsentscheidend sind neben dem Preis zunehmend Nachhaltigkeitsaspekte sowie der Zusatznutzen, den ein Anbieter verspricht. „Früher wurde ein Bodenbelag gekauft, heute liefert man ein komplettes Konzept für den Boden“, heißt es bei Kährs.

So fahndeten die Planer und Architekten, die Mitte Januar auf der BAU 2019 unterwegs waren, nicht nur nach Produktneuheiten im Bereich der elastischen Böden, sie interessieren sich insbesondere auch für Öko-Zertifizierungen und individuelle Gestaltungsoptionen, Zubehörpakete und neue Lösungen für Verlegung und Trittschallreduzierung sowie besondere Service-Angebote der Hersteller. Um umfassende Betreuung, Beschleunigung der Prozesse und mehr Flexibilität und Individualität zu gewährleisten, hat die Industrie daher teilweise massiv in Service und Digitalität investiert.

„Durch neue digitale Lösungen können wir dem Kunden vom Produkt bis zum Service Smart-Solutions an die Hand geben“, sagt Ulrich Bühler von der Egger Gruppe. Dazu zählen beispielsweise gleiche Dekore für Bodenbeläge in unterschiedlichen Materialien, vom Laminat bis zum wasserbeständigen Designboden, sodass Flächen mit unterschiedlicher Nutzung auch mit unterschiedlichen Materialien optisch durchgängig gestaltet werden können. In Bezug auf den Service hält Egger, wie auch viele andere Hersteller, neue digitale Lösungen zur Visualisierung der Produktpalette bereit.

Schnelligkeit

Der Hersteller Windmöller hat mit einem neuen B2B-Online-Portal, „wo der Architekt in Echtzeit nachsehen kann, welches Dekor oder Sonderdesign sofort lieferbar ist“, „totale Transparenz“ geschaffen. Auch die Angebotserstellung wurde laut Petra Eckermann so beschleunigt, schließlich gebe nicht immer nur der Preis den Ausschlag – Schnelligkeit ist ebenfalls ein entscheidender Aspekt.

So hat der Kunde bei Forbo durch ein neues Online-Bestellsystems direkten Zugriff auf die Lagerbestände. „Bereits zehn Prozent der Aufträge werden online abgewickelt“, sagt Marketingleiter Jens Puda. Bis Ende 2020 soll sich die Quote verdreifachen.

Die Hersteller sind bestrebt, von der Planung bis zur Umsetzung zu unterstützen. „Lösungen sind immer individuell, daher muss die Begleitung vor Ort sehr gut sein“, sagt Frank Selbeck von Gerflor. Auch bei Project Floors will man dem Kunden „ein Rundum-Sorglos-Paket bieten, das bereits bei der Erstellung der Ausschreibungstexte ansetzt“, so Svenja Bends von Project Floors. Der Kautschukspezialist Nora hat ein Projekt-Koordinationsteam ins Leben gerufen und stellt Anwendungstechniker für die Verlegung bereit. Zum Themenkomplex Service und Schnelligkeit gehören zudem neue Zubehör- und Verlege- Lösungen, die zum Beispiel eine geräusch-, schmutz- und geruchsarme Über-Nacht-Sanierung ermöglichen oder eine optimale Trittschallreduzierung gewährleisten sollen.

Und das Produkt selbst? LVT erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit. Die Sortimente wurden in Bezug auf Farben und Dekore, Formate und Verlegemuster erweitert, zudem gibt es neue Technologien wie beispielsweise das „Vertical-Clic- System“ von Gerflor, das „schnelle Verlegung, wasserdichte Fugen und die Entnahmemöglichkeit auch aus der Mitte der Fläche heraus gewährleistet“, so Frank Selbeck.

Neue Technologien geben Oberflächen eine besondere Haptik – etwa die „Soft Touch“- und Edelmatt-Oberflächen bei Classen. Immer mehr Hersteller bieten auch auf starren Trägermaterialien basierende Produkte, die unter Bezeichnungen wie „Duo Core“, „Rigid Core“ oder „Iso Core“ firmieren. Diese sehr haltbaren, pflegeleichten und oft preislich interessanten, meist aus mehreren Schichten thermisch zusammengefügten Beläge können als Looselay-, Klick- oder Klebe-Variante auch direkt auf keramischem Untergrund angewendet werden.

Nachhaltigkeit

Mit Nachdruck kam in München das Thema Nachhaltigkeit zur Sprache. Umweltsiegel von „Der Blaue Engel“ bis zu Cradle-to-Cradle-Zertifizierungen als Gold-Standard sind nahezu unverzichtbar. „Aufgrund der Langlebigkeit, Strapazierfähig und Pflegeleichtigkeit ist PVC erfolgreich“, sagt Frank Selbeck, „der Markt ist aber auch an anderen Materialien interessiert.“ Erprobte Produkte wie etwa Bioböden auf Polyurethan-Basis wurden in ihrer Format- und Farbvarianten- Vielfalt erheblich erweitert. Daneben haben viele LVT-Hersteller neue PVC-freie Kollektionen erstellt – zum Beispiel der zu 83 Prozent aus recycelten Materialien bestehende und wiederum zu 100 Prozent recycelbare Designboden von Tarkett mit C2C-Gold-Zertifizierung. Immer stärker in den Blickpunkt rücken auch von Natur aus nachhaltige Materialien wie Kautschuk oder Linoleum. Neue Entwicklungen gibt es auch hier, beispielsweise den CO2-neutralen, laut Jens Puda „sogar leicht klimapositiv“ produzierten Linoleum-Belag von Forbo. Oder den durch eine neue Frästechnik wasserdichten Kautschukbelag von Nora.

Optisch spielt die Musik nach wie vor bei Holz- und Beton-Designs. Bei den Holzoptiken sind Eichen-Designs von Weißüber Grau-Nuancen bis zu Schwarz, von Natur- bis zu Braun-Tönen oder in skandinavischen Nuancen weiterhin führend. Wenn es um Unis geht, sind kalte bis warme Grau- und Beige-Abstufungen tonangebend. Hier punkten die Hersteller, die eine große Nuancenvielfalt im Portfolio haben. Aber auch „Sonderfarben sind ein klarer Trend“, sagt Frank Selbeck, „alle wollen ihre eigene Farbe haben.“ Individualität drückt sich nicht nur in der Farbe, sondern auch in den Verlegemustern aus, etwa Fischgrät-Varianten und hier insbesondere Chevron, und in der Kombination und dem Mix verschiedener Dekore mit anderen, auch textilen Materialien sowie in speziell für den Mix-and-Match-Gedanken konzipierten Kollektionen.

redaktion@ehi.org